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Emotionen im Business - 2/2: Woher kommt die Angst vor Gefühlen?



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„Wenn ich angegriffen werde, muss ich mich doch verteidigen“ - diese Aussage steht modellhaft für unsere Sicht auf unseren Umgang mit Emotionen: Ein beinahe zwanghaft automatischer Ablauf, daraus folgende zwangsläufige Reaktionen.

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Hier schreibt für Sie: Dr. Cornelia Topf ist zertifizierter Businesscoach & internationale Managementtrainerin. Profil

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Der überwältigende Impuls von Emotionen wirkt erschreckend

Es ist dabei der überwältigende, oft zerstörerische, aber auch positiv antreibende Impuls, der uns an manchen Emotionen erschreckt und sie als Gegenpol zur Vernunft erscheinen lässt.

Und das wirkt dann tatsächlich schnell unprofessionell. Zeigt ein Mensch regelmäßig mehr als nur lauwarme Emotionen, dann wird er schnell in eine Schublade gesteckt, aus der es nur schwer ein Entrinnen gibt.

Gefühlsduselei als Karriere-Aus?

„Ach die Huber, die reagiert wie viele Frauen halt schnell wie eine Mimose.“ Oder: „Ja, ja, der Schulze, mit seinem Mitgefühl. Der macht aus jeder Mücke einen Elefanten.“

So wird das Zeigen von Gefühlen schnell als Legitimation genutzt, um sich mit ihrem Anliegen nicht ernsthaft zu befassen oder auch als taktisches Instrument, um sie ins Abseits zu manövrieren.

Gefühle besser unter Kontrolle halten?

Deshalb tun wir oft besser daran, wenn schon Gefühle nicht zu verbergen, so doch nur sehr abgeschwächt zu zeigen.

Wer seine Gefühle nicht unter Kontrolle hat, dem unterstellt man schnell, er habe auch anderes nicht unter Kontrolle: Sein Zeitmanagement, sein Budget, seine Mitarbeiter….

Mit Emotionen bewusst umgehen

Trotz alledem: Emotionen spielen eine so enorm wichtige Rolle in unserem Leben, bei unseren Entscheidungen, für unser Verhalten, dass wir ihnen im Business mehr Aufmerksamkeit schenken sollten.

Mit Emotionen bewusst umzugehen, anstatt sich von ihnen überwältigen oder manipulieren zu lassen oder sie zu verdrängen. Emotionen angemessen anerkennen, würdigen, zeigen und nutzen. Das ist das Ziel!

Emotionen ausleben, um sie mitzuteilen?

Dazu gehört zunächst, Emotionen überhaupt wahrzunehmen und zu beschreiben. Manche Menschen tun sich bereits damit schwer. Sie fühlen zwar etwas, können aber nicht beschreiben, was genau das eigentlich ist.

Ergebnis: Um die Emotion mitzuteilen, muss sie ausgelebt werden. Es wird gebrüllt, geweint, (an der falschen Stelle) lauthals gelacht…

Beschreiben statt brüskieren

Und das wirkt in der Regel brüskierend, schockierend, unkontrolliert. Nicht die Emotion als solche, sondern die Art, wie sie geäußert wird.

Besser wahrnehmen und beschreiben lernen, was sich da tut. Gefühle entstehen Bruchteile von Sekunden schneller als Gedanken. Herz und Hirn sind also fast gleichzeitig tätig.

Was passiert im Gehirn?

Wenn sich Emotionen bilden, koordiniert das Gehirn zweierlei:

  1. schnelle, automatische, impulsive Prozesse
  2. langsamere, aber offenere, reflexive Prozesse

Im Normalfall bedeuten menschliche Emotionen also nicht einfach die Herrschaft automatischer Impulse, sondern ein Zusammenwirken von vorgeprägten affektiven Tendenzen und nachdenklich-sensitiver Offenheit.

Emotionen als Vorschläge an den Verstand sehen

Alltägliche Emotionen zwingen den Menschen nicht, sie machen Vorschläge. Lassen Sie Ihrem Verstand also ein wenig Zeit, wahrzunehmen, was sich da tut und es dann zu beschreiben. Dann können Sie einigermaßen entspannt sagen:

  • „Das finde ich sehr ärgerlich“
  • „Das treibt mir die Zornesröte ins Gesicht.“
  • „Das macht mich traurig“ „
  • „Das enttäuscht mich“.
  • „Das treibt mir die Tränen in die Augen.“
  • „Das ist absolut lächerlich“
  • „Das finde ich sehr erfreulich.“

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