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Gründer-Report vom Klein- zum High-End-Unternehmen: Mit Downsizing erfolgreich


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Offenlegung & Bildrechte: Fáilte Ireland hat unsere Reise nach Irland durch Übernahme der Reisekosten unterstützt. Bildmaterial von Kieran & Ronan Ganter.  Bild-Location: Beacon South Quarter, Sandyford Industrial Estate, Dublin 18, Irland.

Slow-Grow ist ein anerkanntes Prinzip für den nachhaltigen Wachstum kleiner Unternehmen. Doch auch schnell gewachsene Unternehmen können downsizen – um dann hinterher um so erfolgreicher wieder durchzustarten. Ganter Brothers


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Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Downsizing als Geschäftsstrategie

Ein Beispiel für das erfolgreiche Downsizing eines Unternehmens sind die Ganter-Brüder aus Dublin, die aus ihrem Chauffeur-Service zwischenzeitlich einen Fahrradverleih machten und heute Kunden wie Bruce-Springsteen und Bill Clinton befördern.

Kieran Ganter war schon immer jemand, der vor vielen Ideen nicht zu stoppen war. Gemeinhin würde man das als unternehmerisches Denken bezeichnen. Bis heute kann er sich nur schwer vom Business lösen, dass ihn bis zum Abendessen und in den Urlaub verfolgt.

Besser machen als die Konkurrenz

Zu ihrem Chauffeur-Service kamen die beiden allerdings eher zufällig: Der Vater Leon Ganter arbeitete damals beim irischen Tourismus-Verband in Dublin und suchte jemand, der eine japanische Journalistin durch die Gegend fuhr. Das war 1996, da war Kieran gerade 21. Später studierten er und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Ronan Tourismus und begannen, Ideen für ein eigenes Unternehmen zu entwickeln: Ganter Chauffeur Drive war geboren.

Doch die beiden wollten nicht einfach nur einen Fahr-Service anbieten, sondern die Dinge besser machen als die Konkurrenz: „Man kann alles besser machen, wenn man sich traut, und wir hatten ein gutes Gefühl dabei“, erklärt Kieran seine Motivation. Also entwickelten die beiden ein persönliches Reise-Programm: „Wir wollten unsern Kunden etwas spezielles bieten, keine vorgefertigten Reiserouten“, erklärt mir Ronan.

Marketing als persönliche Angelegenheit

Auch das Marketing war für die beiden eine persönliche Angelegenheit: Sie knüpften Kontakt zu wichtigen staatlichen Organisationen wie dem Food Board, Enterprise Ireland oder dem Tourist Board. Außerdem reisten die beiden durch andere Länder und sprachen selbst mit den Reise-Veranstaltern vor Ort.

Dabei kam ihnen zugute, dass sie auch Spanisch und Französisch beherrschen. „Der Tourismus ist ein Geschäft, das sehr stark vom Vertrauen lebt. Die Leute möchten genau wissen, für was sie bei ihrer Buchung das Geld ausgeben“, so Kieran „Daher sind guter Service und Mundpropaganda extrem wichtig für das Marketing.“

Social Media & Internet sind nur Randthemen

Social Media und Internet sind hingegen nur ein Randthemen im Marketing-Mix. „Wenn wir ein Restaurant hätten, wäre das sicher wichtiger, weil es um das alltägliche Geschäft ginge“, erklärt mir Kieran.

„Die Kunden schauen zwar gerne mal im Internet nach, sie checken die Bewertungen auf Trip-Advisor, da wir aber einen High-End-Service anbieten, ist es am Ende nicht so wichig.“ Ein weiteres wichtiges Argument ist der Zeitfaktor: „Social-Media-Kanäle zu bedienen, ist einfach sehr zeitaufwändig, da wollen wir uns lieber persönlich um unsere Kunden kümmern“, sagt Ronan.

„Mitarbeiter machen alles komplizierter“

Weitere Mitarbeiter wollen die beiden nicht einstellen: „Mitarbeiter machen alles komplizierter“, erklären die beiden aus der Erfahrung. Denn das junge Chauffeur-Unternehmen war zunächst sehr schnell gewachsen – in drei Jahren zum florierenden Unternehmen mit 14 freien Mitarbeitern.

Dazu kamen diverse Verträge mit Auto-Gesellschaften. „Wir versuchten damals, jeden Auftrag anzunehmen“, berichtet Kieran. Das aber brachte auch organisatorische Probleme mit sich: „Manchmal habe sich die Agenturen und Reiseveranstalter im Termin vertan“, erzählt der Unternehmer. Und auch an die Mitarbeiter wurden strenge Maßstäbe angelegt: „Wer einen Termin vergaß, mit dem haben wir zukünftig nicht mehr zusammengearbeitet“, erklärt er.

Downsizing in der Krise

Als 2008 die Wirtschaftskrise kam und überall in Irland die Preise sanken, strukturierten die beiden radikal um: Sie verkauften die Autos und eröffneten einen Fahrrad-Verleih mit 20 Rädern.

Außerdem entwickelten sie das Konzept für „Doublin by Bike“, eine individuelle organisierte Radtour. Neben der Krise spielten aber auch persönliche Überlegungen eine Rolle: „Wir hätten es auch trotz Krise schaffen können, aber wir wollten wieder mehr Zeit für unsere Familien haben,“ berichten die beiden.

Qualität statt Quanität

Das Downsizing brachte eine entscheidende Veränderung mit sich: 2011 verkauften die beiden ihre Fahrräder und kehrten die beiden zu ihrem Limousinen-Service zurück – aber anders als zuvor: „Wir setzten bewusst auf hohe Qualität: Nur noch zwei Fahrzeuge, dafür aber Mercedes statt VW. Unser Ziel war ein qualitativ hochwertiger Service für einen entsprechenden Preis – und ein Unternehmen, das mit weniger Mitarbeitern und weniger Organisations-Aufwand zu führen ist.“ Heute gehören Bill Clinton und Bruce Springsten zu ihren Kunden und National Geographic berichtet über den Chauffeur-Service.

Eine kleine Verbindung zum Fahrrad-Verleih haben die beiden sich erhalten: „Uns gefällt die Idee des sanften Tourismus“, erklärt Ronan lächelnd: „Wir werden demnächst Abenteuer-Touren anbieten, bei denen die Leute nach ihrer Radtour wieder mit der Limousine aufgepickt werden.“

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