Digitale Geschäftsmodelle und Upload-Filter: Das Ende von Social Media?


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Upload-Filter und Soziale Netzwerke: Während Netzaktivisten das Ende des freien Internets befürchten, sehen andere nach dem Aus von Google+ auch das Ende von Facebook am Horizont. Ist dies das Ende von Social Media?

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation. Profil

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Google vs. Facebook: Kampf der Internetgiganten

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Facebook und Google sind unbestritten Internetgiganten. Ihr Geschäftsmodell: Werbung. Während Google seine Werbeeinnahmen aus der Suchfunktion generiert, ist es bei Facebook die soziale Interaktion. Welche Methode funktioniert nun besser? Und welches Geschäftsmodell wird langfristig Erfolg haben?

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Google+ ist gerade einen langsamen Tot gestorben. Das soziale Netzwerk hatte gegen Facebook keine Chance und wird nun abgeschaltet. Gleichzeitig hat aber auch Facebook gerade einen starken Vertrauensverlust erlitten, nicht nur der Cambridge-Analytica-Skandal sondern auch die zahlreichen Fake-Accounts lassen grüßen. Wie sieht es also nun mit der Zukunft von Facebook aus?  Und sind Soziale Medien insgesamt überhaupt zukunftsfähig?

Facebook in 5 Jahren am Ende dank Vertrauensverlust?

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Wenn man der Vertrauensforscherin Rachel Botsman glaubt, ist Facebook in fünf Jahren am Ende. In einem Interview mit t3n stellte sie fest:

"Die Marke Facebook stirbt. Sie wird in fünf Jahren das neue ­Myspace sein." 

Botsman ist Dozentin an der Saïd Business School, die zur Oxford ­Universität gehört. In ihrem Buch, „Who can you trust? How Technology brought us together – and why it might drive us apart“ geht es um Vertrauen und Technologie und wie sich Vertrauen im Lauf der Zivilisationsgeschichte verändert hat. Ihre Begründung:

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"[Nutzer] mögen Facebook eher passiv vertrauen und dort sein, um vielleicht einen alten Klassenkameraden zu finden. Aber Facebook hat das Vertrauen verspielt, das wir als Nutzer in die Plattform haben – oder besser – hatten, um eine wirklich wesentliche Rolle in unserem Leben zu spielen. Überlegen Sie mal: Wenn Facebook all die geplanten Dinge umsetzen will, weil sie ja diese einzigartige Plattform hatten, etwa einen Fernsehsender oder einen Banking-Service starten, wird das jetzt ungemein schwierig."

Wie ich in den vergangenen Jahren immer wieder gerade in Bezug auf Social Media feststellen durfte, leben totgesagte ja länger. Aus meiner Sicht hat aber das Geschäftsmodell von Facebook noch einige andere Schwächen, gerade im direkten Vergleich mit Google. Dazu gehören z.B:

  • Die Blackbox-Schwäche: Das Hauptproblem von Facebook aus ökonomischer Sicht ist eine Eigenschaft, die auch von Netzaktivisten immer wieder kritisiert wird: Facebook ist wie eine Blackbox, die alle Inhalte aufsaugen und nach außen abschließen will. Wer nicht Teil des Netzwerks ist, bekommt nicht mit, was darin vorgeht. Genau das aber ist die strukturelle Schwäche von Facebook: Während Google alle Inhalte zugänglich macht, versperrt Facebook den Zugang für die Nutzer. Natürlich starten alle Unternehmen erstmal mit dem Anspruch, die alleinige Nr. 1 zu sein und versuchen, die User auf ihre Seite zu ziehen. Irgendwann aber merken sie schon, dasss es nicht klappt.
  • Das Heiße-Luft-Syndrom: Facebook zum großen Teil aus heißer Luft und sein Erfolg aus Hypes gesteuert. Längst haben frühere Mitarbeiter des Unternehmens zugegeben, dass Facebook speziell dazu konzentriert wurde, bestimmte emotionale Reaktionen beim Nutzer hervorzurufen. Viele mehr steckt einfach nicht dahinter.
  • Das "kommunistische" Geschäftsmodell: Das Geschäftsmodell von Facebook ist austauschbar. Während die Suche von Google bis heute konkurrenzlos ist und Google zudem in einer Art kommunistischem Geschäftsmodell kostenlos Inhalte anderer zu Geld macht, kann das Geschäftsmodell von Facebook leicht kopiert werden. Die Überschneidungen mit anderen Sozialen Netzwerken sind zu stark.
  • Die Fragmentierung der Kommunikation: Evolutionär gesehen streben alle Ideen nach Spezifizierung. Auch unsere soziale Kommunikation wird sich daher immer weiter fragmentieren: Der Trend geht zum Spezialnetzwerk, in dem sich spezielle Communities treffen und austauschen – etwa LinkedIn für hochspezialisierte Business-Kontakte oder Researchgate für Wissenschaftler. Facebook als Netzwerk für alle kann daher langfristig nicht am Markt bestehen.
  • Die Mosaik-Strategie: Google zum Beispiel hat mit seiner Vielzahl von Diensten einfach eine viel breitere Basis für sein Geschäftsmodell. Der Suchmaschinenanbieter verfolgt eine Strategie der Mosaiksteinchen, bei der viele kleine Angebote unter dem Markennamen Google ein großes Ganzes ergeben – anders als Facebook, das bislang nur das soziale Netzwerk etablieren konnte.

Das Ende von Facebook nur eine Frage der Zeit?

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Das baldige Ende von Facebook? In Anbetracht von Milliarden von Nutzern klingt diese These etwas gewagt. Und doch lehrt ein Blick in die Geschichte, dass dies durchaus möglich ist: Das Internet als Blackbox – dieses Konzept hat schon in den 90ern AOL erfolglos zu etablieren versucht. Zudem merke ich bei Facebook an der deutlich gesunkenen Kommunikationsbereitschaft der Nutzer, dass der ganz große Hype vorbei ist.

Schließlich ist die Fragmentierung eine Tatsache, die sich in der Wirtschaftsgeschichte sehr deutlich zeigt. Und auch wenn Google+ an seiner Bedeutung hinter Facebook herhinkte, hat Google tatsächlich das breitere Geschäftsmodell. Ob das wirklich das Ende von Facebook bedeutet, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall bleibt es spannend.

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