Als Deutsche in Kanada Karriere machen: Die Hotel-Managerin, die Paul McCartney absagte


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Ingrid Lemm kommt aus einem kleinen Dorf im Schwarzwald und hatte in der Schule eine 4 in Französisch. Heute ist sie in Kanadas französischsprachiger Provinz Quebec Managerin in einem der besten Hotels Nordamerikas und musste sogar Paul McCartney absagen. Wie wird man im Ausland so erfolgreich? Als Deutsche in Kanada Karriere machen: Die Hotel-Managerin, die Paul McCartney absagte Quebec

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation. Profil

Rebellin aus dem Schwarzwald

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Schon immer sei sie ein wenig rebellisch gewesen, meint Ingrid verschmitzt während unseres gemeinsamen Abend-Essens im Panache Restaurant. Und in ihrem kleinen Schwarzwalddorf war es ihr einfach zu eng.

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Heute ist Ingrid Lemm Sales Managerin im Auberge Saint-Antoine, das u.a. von Condé Nast als eines der besten Hotels in Kanada ausgezeichnet wurde und in dem auch immer wieder zahlreiche Prominente absteigen: Einmal musste sie sogar Paul McCarthney absagen.

„Ich musste Paul McCartney absagen!“

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„Der sollte in der Stadt ein Konzert geben. Daraufhin waren wir bald ausgebucht. Und dann rief der Manager von Paul McCartney an und fragte nach einem freien Zimmer. Und ich musste ihm absagen. Ich war untröstlich: Ich hätte ihn doch so gerne hier gehabt“, berichtet Ingrid.

Eine erfolgreiche Karriere, die so gar nicht geplant war: „Man muss glaube ich ein wenig naiv sein, um auszuwandern – sonst macht man es nicht,“ berichtet Ingrid. Denn ursprünglich kam sie wegen eines Mannes, nach Quebec, den sie noch in Deutschland kennengelernt hatte.

„Mir hat das Land besser gefallen als der Mann“

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Doch die Beziehung hielt nicht lange. „Mir hat das Land besser gefallen als der Mann“, sagt Ingrid. Und sie beschloss zu bleiben – mehr aus Trotz denn aus Überzeugung: „Zu Hause haben alle gesagt ‚das wird nichts, Du bist eh bald wieder da‘ – da wollte ich ihnen das Gegenteil beweisen.“ grinst sie.

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„Quebec war damals, 1984, schon eine unheimlich lebendige Stadt“, berichtet sie. Aber auch teuer: „Die Preise waren schon früher zum Teil doppelt so hoch wie in Deutschland.“ Daher brauchte Ingrid dringend einen Job.

Mit einer 4 in Französisch kommt man nicht weit

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Doch das war gar nicht so einfach, den Ingrid konnte kaum Französisch: „In der Schule hatte ich in Französisch eine 4, deshalb musste ich ersteinmal die Sprache pauken, denn mit Englisch kommt man in Quebec nicht weit“, erzählt sie und lächelt:

„Nach anderthalb Jahren war auch das kein Problem mehr. Wenn mein Französischlehrer heute wüsste, dass ich sogar auf Französisch arbeite.“

Vom Hotel zur Fremdenführerin

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In Deutschland hatte Ingrid eine Ausbildung im Hotel gemacht, doch dorthin wollte sie nicht zurück. Als heuerte sie als Fremdenführerin an: „Zunächst waren die Jobs schlecht bezahlt und nur im Sommer, das war ein großes Problem.“

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Eine Weiterbildung brachte den erhofften Erfolg: „Ich habe einen Bus-Führerschein und den Fremdenführer-Kurs der Stadt gemacht“ Von da an machte Ingrid Stadtführungen in Englisch, Französisch und manchmal Deutsch, Bustouren und hatte auch im Winter Arbeit.

In Kanada wird das Talent bewertet, nicht der akademische Grad

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Über den Bus-Job bekam ich schließlich doch einen Job in einem Hotel: Ich verkaufte dort Stadtrundfahrten, stellte die Leute ein und leitete die Trainings. Später arbeitete sie als Eventmanagerin in einem Hotel und wurde schließlich Director of Sales im Auberge Sain Antoine.

Was Ingrid während ihrer Karriere immer wieder bemerkt hat: In Kanada werden die Leute nach dem Talent bewertet, nicht nach akademischem Grad oder der Ausbildung.

Mit harter Arbeit kann man sehr erfolgreich sein

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„Ich hatte zum Beispiel keinerlei Erfahrung als Eventmanagerin, aber ich konnte sehr gut verkaufen – das hat mir geholfen.“ Und sie macht klar: „Anders als in Deutschland kann man hier mit harter Arbeit wirklich erfolgreich sein.“

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Es sind diese Unterschiede in der Mentalität, die Ingrid an ihrer neuen Heimat begeistern – trotz sehr kalten, langen Winter: „Die Leute sind nett und freundlich und sie leben einfach gerne.

Einwanderer werden nicht ausgegrenzt

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Auch Kontakte knüpft man leicht, wenn es auch schwierig ist, sie zu vertiefen.“ Ausgrenzung als Einwanderer habe weder sie noch ihre chinesische Adoptivtochter jemals erfahren.

Das mag auch darin, dass es in Quebec noch viel Platz gibt: Es fehlten qualifizierte Arbeitskräfte wie Ingrid mir erzählt, z.B. auf dem Bau oder im Hotel. Tatsächlich kommen viele der Hotelangestellten kommen aus Europa. Die Küchenchefs etwa findet das Hotel traditionell in Frankreich.

Es ist schwert, gut ausgebildetes Personal zu finden

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„Es ist in Quebec schwierig, gut ausgebildetes Hotelpersonal zu finden, das suchen wir händeringend,“ macht Ingrid auswanderungswilligen Mut. Und: „Wer will und bereit ist, hart zu arbeiten, kann hier Karriere machen.“ Eine Einschränkung gibt es aber: Ohne Französischkenntnisse geht in Quebec gar nichts.

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In Deutschland isst man immer gut, wenn man viel gegessen hat. Die französische Lebensart sei da besser: Hier kommt es auf die Qualität, nicht die Quantität an. Da gefällt mir die französische Lebensart besser. Als Deutsche in Kanada Karriere machen: Die Hotel-Managerin, die Paul McCartney absagte Quebec width=


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