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Datenjournalismus & Open Data als Geschäftsmodell: TAZ startet Parteispenden-Suchmaschine


Top20 deutscher Bloggerinnen, referenziert in ZEIT, Wikipedia & Blogger-Relevanz-Index, Seit 15 Jahren Wandel der Arbeitswelt: Beratung, Bücher, News-Dienst Best of HRSeminare & Locations.
Bildrechte: Bildmaterial erstellt von Simone Janson | Best of HR - Berufebilder.de

Das Thema ist gerade hochaktuell, nachdem die No Name Crew Anfang Juni 25 Seiten von rechtsextremen Parteien gehackt haben. Ein Ergebnis davon: Menschen, die für die NPD gespendet haben, finden sich jetzt samt Adresse auf einer Google-Karte im Internet wieder. Daraus könnte man ein Geschäftsmodell machen, dachte sich die TAZ! Datenjournalismus & Open Data als Geschäftsmodell: TAZ startet Parteispenden-Suchmaschine


Hier schreibt für Sie: Simone Janson, deutsche Top20 Bloggerin, Auftritte in ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR - Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

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148 Millionen Euro Parteispenden

Fast 148 Millionen Euro Spenden erhielten alle Bundestagsparteien im Jahr 2009. Nur von einem Bruchteil der Spender veröffentlichten sie die Namen. Denn alle Spenden bis 9.999 Euro sind laut Parteiengesetz nicht veröffentlichungspflichtig.

Die TAZ hat die Geschichte mit den NPD-Spendern offenbar inspiert, ihre eigene Suchmaschine für Parteispenden anzubieten. Und hofft, dass die Nutzer freiwillig dafür zahlen.

So funktioniert das Tool

Über die Suchmaschine sind erstmals die jährlichen Spendenberichte des Bundestages maschinenlesbar gemacht - von 1994 bis 2009, also bis zum aktuellsten bisher erschienenen Bericht. Bisher mussten diese Zeile für Zeile auf der Bundestagswebsite durchgearbeitet werden. Jetzt sind sie bequem mit einer Suchmaske zugänglich.

Es kann nach Partei, Betrag, nach Namen oder juristischen Personen gesucht werden. Das für Parteispenden besonders wichtige Bundestagswahljahr 2009 ist auch als Karte und mit detaillierter Straßensuche darstellbar.

Gezielt nach Spenden im eigenen Wahlkreis suchen

So kann z.B. auf der Karte für 2009 gezielt im jeweils eigenen Wahlkreis ermittelt werden, wer an welche Partei gespendet hat. In ihrer morgigen Wochenendausgabe ruft die taz ihre LeserInnen dazu auf, die Daten zu durchsuchen und der Redaktion Hinweise für weitere Recherchen zu möglichen Unregelmäßigkeiten im Rahmen von Parteispenden zu geben.

Hat womöglich ein bekanntes regionales Unternehmen gespendet und offensichtlich später von den Spenden durch das Handeln der begünstigten Partei profitiert?

Woher kommen die Daten?

Erfasst sind Spenden ab 10.000 Euro Gesamtsumme pro Person und Jahr, kleinere Summen sind gemäß Parteiengesetz nicht veröffentlichungspflichtig. Sobald neue Rechenschaftsberichte vorliegen, wird die Seite aktualisiert.

Die Informationen werden für taz.de zugänglich gemacht von Journalisten des Teams opendatacity.de. Sie programmierten auch die Suchmasken für die maschinenlesbaren Daten. Die Daten liegen als OpenData zum Download und zur freien Weiterverwendung für die Allgemeinheit vor.

Geschäftsmodell: Freiwilligkeit

Die taz zählt aber auch auf die Bereitschaft der UserInnen, eine solche journalistische Leistung freiwillig zu honorieren. So sollen noch mehr Nutzer über taz-zahl-ich, die im Frühjahr erfolgreich gestartete Mikropayment-Funktion freiwillig für das neue Angebot zahlen

Chefredakteur Reiner Metzger hofft: "Wenn das tausend UserInnen jeweils zehn Euro wert ist, haben wir die Kosten gedeckt."

Wider das Zeitungssterben

Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn die Medien werden schon lange totgesagt. Beispiel Zeitung: Auflagen, Reichweiten und auch Werbeinnahmen purzeln.

Viele User besorgen sich mittlerweile Ihre Informationen schnell und kostengünstig im Internet. Doch das braucht uns von der Schreibenden Zunft nicht weiter zu erschrecken - denn: Für qualitativ hochwertige Inhalte sind User auch bereit zu bezahlen.

Print & Online - wie kann das funktionieren?

Doch der Internetbereich ist nicht das Ende von Buch und Zeitung. Im Gegenteil - beide ergänzen sich prächtig. Wenn die Verzahnung richtig angegangen wird. Im Idealfall entstehen durch das Internet sogar neue Geschäftsmodelle.

Ein gelungenes Beispiel dafür ist . Doch wie kann die optimale Verbindung von Internet und Print funktionieren?

Wie können Bezahlmodelle im Internet funktionieren?

Zeitungsverlage könnten mit ihren Online-Auftritten deutlich mehr Umsätze erzielen, wenn sie ihre Inhalte in einzelne Kleinstprodukte zerlegen, immer wieder neu bündeln und auf diese Art aus Archiven heraus verkaufen.

Die TAZ macht nun vor, wie ein innovatives Bezahlmodell aussehenInternet funktionieren könnte? Wer etwas fundiertere Kenntnisse zu diesem Thema sucht, kann sie bei Florian Stahl in dieser Studie nachlesen: "Paid Content. Strategien zur Preisgestaltung beim elektronischen Handel mit digitalen Inhalten".

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