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Imagewechsel als Marke am Beispiel Dallas – 1/2: Cowboyhüte & American Dream



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Dallas gehört ohne Zweifel zu den bekanntesten Marken weltweit – als TV-Serie. Doch die gleichnamige Stadt im US-Bundesstaat Texas möchte das Image von J.R. & Co ablegen, von dessen Bekanntheit sie gleichzeitig profitiert. Eine schwierige Gratwanderung.

Dallas
Dallas – Stephan Pyles Stampede 66: Sinnbild für die Vereinigung von texanischen Tradtionen und Moderne.

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Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Dallas – ein Stück Kulturgeschichte

Quasi jedem, zumindest wenn er über 30 und aus Westdeutschland ist, huscht ein Lächeln über das Gesicht, wenn ich erzähle, dass ich die Southfork-Ranch besuchen werde. „Grüßen Sie den Geist von JR“, sagt mir jemand in Anspielung auf den Tot von Larry Hagman im letzten Herbst.

Das zeigt quer durch alle Schichten, wie sehr die TV-Serie um den texanischen Ölbaron ein Stück Kulturgeschichte ist – und wie prägend für unser Bild Dallas.

Keiner trägt hier Cowboyhüte!

Für Dallas selbst, mit über 1,2 Millionen Einwohnern immerhin die neuntgrößte Stadt der USA, sei die Serie jedoch eher eine Bürde, sagt mir Bre Peterson vom Dallas Convention & Visitors Bureau.

Bre ist Mitte 20 und hat die große Zeit der Serie nicht miterlebt. Für sie ist Dallas einfach eine Stadt, in der man gut leben kann: „Die Ölindustrie ist längst nicht mehr so bedeutend wie andere Branchen, Cowboyhüte trägt außer J.R. keiner und wir haben hier auch sehr viel Kultur,“ sagt sie und weist mich darauf hin, dass die Stadt in diesem Jahr auch mit dem 50. Jahrestag von Kennedys Ermordung werben wird.

14 Milliarden Dollar wurden investiert

Man möchte ihr glauben. Immerhin wurden 14 Milliarden Dollar in der Stadt investiert – u.a. in den Bau eines 275 Quadratkilometer großen Arts Districts mit Museen und Theatern. Allein das im Dezember eröffnete Perot Museum hat 185 Millionen Dollar gekostet. 26 Millionen Besucher kommen pro Jahr in die Stadt, die meisten allerdings zu geschäftlichen Zwecken.

Das Geld kommt nicht nur aus öffentlicher, sondern auch aus privater Hand. „In development“, wie das Pressematerial großzügig zusammenfasst. Im Herbst wurde eine Marketing-Kampagne für 5 Millionen Dollar gestartet. Auch wenn es in Dallas alternativere Ecken wie den Bishop Arts District gibt, sieht man der Stadt ihren Reichtum praktisch an. Und die Klischees springen einen praktisch an.

Das alte und das neue Texas vereinen

Im neu eröffneten Restaurant Stampede 66 etwa will Inhaber Stephan Pyles, von der New York Times als Genie der Küche bezeichnet, das alte und neue Texas vereinen. Das sieht man schon an der den Draht-Pferde-Köpfen, die zur Dekoration aufgehängt sind.

Von Tisch zu Tisch zu gehen und die Gäste persönlich zu besuchen, gehört für ihn zum guten Ton: „Ich bin in einem Truck Stop in West-Texas aufgewachsen und wollte in meinem Restaurant diese Atmosphäre widerspiegeln,“ erzählt er mir. Das Essen sei im Grunde texanisch, aber auf ein wenig höherem Niveau, erklärt er sein durchaus gelungenes Konzept.

Der amerikanische Traum: Vom Taxifahrer zum Millionär?

Auch mein äthiopischer Taxifahrer lebt hier den amerikanischen Traum: Bevor er vor drei Monaten wegen seiner Frau nach Dallas kam, wohnte er vier Jahre in Frankfurt am Main. Nun fehlt ihm die deutsche Gemütlichkeit: „Hier geht alles viel schneller als im reglementierten Deutschland – aber nicht unbedingt besser“, sagt er.

Seinen Taxischein hat er in nur 4 Tagen gemacht – in Deutschland unmöglich. Das Fahrziel mit dem Navigationsgerät zu finden, klappt daher noch nicht wirklich, er muss einen Kollegen nach dem Weg fragen, aber sein persönliches Ziel steht schon fest: „Wenn man clever ist, kann man hier schnell viel Geld machen!“

So wie J.R. Ewing, der zusammen mit Dallas ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt ist. Und darum wird es im zweiten Teil gehen.

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