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Wenn Crowdfunding ein Filmprojekt finanziert: Tourimus in Berlin – pro & contra


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Kürzlich habe ich über das Filmcamp, das parallel zur Berlinale veranstaltet wurde, berichtet. Eines der vorgestellten Crowdfunding-Projekte war das Filmprojekt „Welcome Goodbye“ von Nana Rebhan, dass die Widersprüche des Tourismus-Booms in Berlin aufzeigt: Als Devisenbringer geliebt, gleichzeitig als Ruhestörer verhasst und bekämpft. Rebhan versucht einen objektiven Blick auf die Situation – der Trailer zumindest sieht vielversprechend aus.



Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Die Paradoxie der Tourismus-Wirtschaft

Die Situation des Tourismus in Berlin ist paradox und vermutlich einzigartig: Berlin leidet notorisch unter Geldmangel und die Touristen sollen das dringend benötigte Geld bringen. Der Berliner Senat will die Zahl der Übernachtungen von momentan 20 Mio. im Jahr bis 2020 auf 30 Mio. steigern.

Doch gleichzeitig gibt es auch Bürgerversammlungen wie  „Hilfe, die Touris kommen!“, über die im Frühjahr 2011 Medien aus aller Welt von New York bis London, von Paris bis München berichteten. Die extreme Linke rief offenbar zum „Touristen-Bashing“ auf gleichzeitig tauchten überall in Kreuzberg Aufkleber mit dem Aufdruck „Berlin Does Not Love You“ auf.

Kreuzberg als Zentrum des Fremdenhasses?

Das Thema entbehrt nicht einer gewissen Komik. Als ich die Situation kürzlich einem Maori-Häuptling in Neuseeland schilderte, sagte der nur trocken über die Berliner Tourismus-Gegner: „Die sind dumm. Gegen Tourismus kämpfen, heißt gegen Geld kämpfen!“ Und Nana Rebhan bringt die ganze Paradoxie mit einem Satz treffend auf den Punkt:

„Ist das alternative Kreuzberg – zu 90% von Zugezogenen bewohnt – ein Zentrum des Fremdenhasses?“

Worum geht es in dem Film

Rebhan möchte folgende Fragen abarbeiten: Sind die Ängste der Berliner berechtigt? Zerstören stetig wachsende Touristenhorden die ganz besondere Atmosphäre, den einzigartigen Kiez und die viel gepriesenen Berliner Freiräume? Sind die Touristen schuld an der Gentrifizierung? Gibt es Alternativen, einen sanften Tourismus für Berliner Biotope?

Darüber will sie eine abendfüllende Dokumentation realisieren (ca. 80 Minuten lang ), die sie auf Festivals schicken und in Berliner Kinos bringen kann.

Damit das ambitionierte Projekt realisiert werden kann, will Nana Rebhahn Geld sammeln – und zwar insgesamt 30.000 Euro über die Crowdfunding-Plattform startnext, wo Supporter das Projekt noch bis 30.05.2012 unterstützen können.

Wie funktioniert das Crowdfunding?

Je nach gespendeter Summe erhalten die Supporter mehr oder weniger spannende und interessante Prämien – vom Eintrag auf Facebook über eine Postkarte der Regisseurin bis zur Nennung im Abspann – bei 5.000 Euro sogar mit Logo.

Die 30.000 Euro werden allerdings gerade mal eine Low-Budget-Version des Films finanzieren, bei der alle beteiligten umsonst arbeiten. Nur wenn Rebhahn weitere Finanzierungsquellen findet, können die realen Kosten, die mehr als doppelt so hoch liegen, gedeckt werden,

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