Corona-Lockdown: Wie entwickelt sich die neue Arbeitswelt nach der Quarantäne?


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Bildrechte:  Bildmaterial von Beryl Kerning.

Corona hat viele Änderungen erst möglich gemacht. Vieles lag vorher schon im Argen und zahlreiche Arbeitnehmer überall in Deutschland, aber auch im restlichen Europa waren schon lange nicht mehr glücklich mit ihrem Job. Was passiert gerade in der Arbeitswelt? Best of HR – Berufebilder.de®

Hier schreibt für Sie:

 

Susanne Kleimst ist Analystin und Fachjournalistin für den deutschsprachigen Raum.

  Profil

Rückblick: Welchen Einfluss hatten die Quarantäne und Corona auf die einzelnen Berufe?

Die sogenannten strukturerhaltenden systemrelevanten Berufe wie Hilfsdienste (Feuerwehr, Postbetriebe, Verkehrsbetriebe, Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken, Rettung, Polizei) sowie zum Beispiel der Handel mit den Grundversorgungsgütern waren natürlich gesichert und hielten den “Betrieb” aufrecht.

Die direkten Dienstleister wie Friseure, Gastrobetriebe hatten es zunächst schwer, weil geschlossen blieb. Jene, die in der Grundversorgung arbeiteten hatten mehr zu tun als vor Corona. Daran waren zu Beginn die Hamsterkäufe nicht ganz unbeteiligt. Als die Geschäfte, die über die Grundversorgung hinausgehen, wie Schuh- und Bekleidungsgeschäfte, noch immer geschlossen hielten, brach ein wahrer Boom im Online Handel aus. Die Post musste sogar zusätzliche Kräfte einstellen.

Fachkräftemangel in der Medizin, Tourismusbranche am Boden

Der medizinische Bereich hatte hart mit Fachkräftemangel und den Maßnahmen zu kämpfen. Der Pflegebereich für ältere Menschen war besonders schlimm getroffen. Letztendlich halfen aber nur Nachbarschaftshilfe, Online Plattformen, Foren sowie die Homepages der Kommunen. Gerade in Deutschland funktionierte das sehr gut. Viele Menschen engagierten sich, da sie zur Untätigkeit gezwungen waren, um anderen beizustehen. Sie verrichteten, oft ehrenamtlich, Fahr- und Botendienste, Einkäufe sowie Kinder- und Altenbetreuungsdienste.

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Die Luftfahrtbranche hat es sowie die Tourismusbranche am schlimmsten getroffen. Einige Luftfahrtunternehmen schrammten nur knapp an der Schließung vorbei. Gekündigt wurden aber trotzdem Tausende Menschen. Es gibt einige Unterstützungsprogramme von staatlicher Seite, wobei die Bundesarbeitsagentur und das Jobcenter helfen. Da sich die Luftfahrtbranche nicht so schnell erholen wird, ist es für die Mitarbeiter dieser Branche ratsam, sich selbst um neue Einsatzmöglichkeiten zu kümmern. Die Krise haben viele Menschen neben der beruflichen Neuorientierung auch zum Krafttanken für die neue Herausforderung genutzt.

Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit

Was geschah mit den Lehrlingen und wie sieht die Situation jetzt aus? Die Lehrlinge wurden je nach Branche in Kurzarbeit oder ganz nach Hause geschickt. Alle Verträge blieben aufrecht. Mittlerweile ist es so, dass Betriebe Mitarbeiter kündigen mussten, aber noch immer Lehrlinge aufnehmen. Klingt doch paradox, oder? Das hängt damit zusammen, dass ein Lehrling weniger kostet als ein langjähriger Mitarbeiter. Klingt sehr, sehr hart, ist aber so. Unternehmen müssen rechnen. Familienbetriebe können sich in dieser Situation nur schwer Lehrlinge leisten.

Der Großteil der Lehrlinge wird in der Industrie und im Großhandel gesucht. Dazu muss aber gesagt werden, dass Industrie-Lehrlinge die so dringend benötigten Fachkräfte von morgen sind. Aber auch junge Menschen haben gesehen, dass nicht immer alles “lustig” ist und sie sich auch mehr anstrengen müssen, um voranzukommen. Wichtig ist für junge Menschen vor allem, sich klar darüber zu werden, worin sie wirklich gut sind und was ihnen liegt. Jemand, der zwei “linke Hände” hat, ist sicher nicht gut als Tischler. Im Internet auf Berufsfachmessen, Branchenseiten oder die größten Betriebe der Branche zu durchfrosten, ist sicher eine gute Möglichkeit für einen zukünftigen Lehrling, sich schlau zu machen.

Gab es überhaupt Menschen, die einen bombensicheren Job hatten?

Die Gesundheitsberufe waren sicher die wichtigsten in dieser Zeit. Jene, die schon im Homeoffice gearbeitet haben, hatten es auch leichter. Allerdings nur, wenn es um eine Dienstleistung ging oder etwas, das die Menschen sowieso gebraucht haben. Nach Corona wird es sicher mehr Homeoffice Möglichkeiten geben. 2000 wurde die Arbeit von zu Hause aus auf bessere rechtliche Beine gestellt. Vor allem Mütter hatten von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Viele Frauen haben es schwer, nach der Geburt der Kinder wieder in den alten Job zurückzukehren.

Meistens ist das “liebe Geld” oder der Mangel an passenden Kinderbetreuungsplätzen dran schuld. Corona hat vielen Frauen neue Möglichkeiten eröffnet, die diese auch genutzt haben. Es kommt immer auch auf die jeweilige Situation und Branche an. Ein sicherer Job trotz Krise ist immer der, der sich flexibel gestalten lässt. Damit sich etwas bewegt und weiterentwickelt, muss aber jeder selbst die Ärmel hochkrempeln und etwas tun. Am besten gelingt das, wenn Sie sich etwas Neues auf Basis des Altbewährten suchen.

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Wie sicher ist das Büro eigentlich?

Die Frage, ob krank ins Büro zu gehen oder nicht, war schon immer wichtig. Nur konnten sich viele Menschen diese Frage gar nicht erlauben, weil sonst der Job Geschichte gewesen wäre. In Zeiten des Sparens am falschen Ende wurden immer mehr Arbeitnehmer wegrationalisiert, sobald sie krank wurden. Natürlich sind die Menschen dann krank ins Büro gegangen.

Nur war das wirklich sinnvoll? Natürlich nicht, denn dann werden alle anderen angesteckt. In den letzten Jahren hat zumindest bei einigen Unternehmen ein Umdenken stattgefunden. Krankheiten und Infekte im Büro schaden nämlich auch dem Unternehmen. Die Produktivität leidet darunter enorm.

“Made in Germany” wieder im Trend

“Made in Germany” ist gerade durch die Corona Krise wieder stark im Kommen. Die Corona Krise hat auch deutlich gezeigt, dass es ein großer Fehler war, deutsche Fachkräfte und ausländische Fachkräfte, die schon jahrzehntelang in Deutschland gearbeitet haben, gegen Billigarbeitskräfte aus dem fernen Ausland einzutauschen.

Fast alle Berufe, die auch Büros nutzen, konnten zumindest Teile ihrer Arbeit ins Homeoffice verlegen und waren so auf der sicheren Seite. Dennoch muss sich in punkto Digitalisierung hier noch viel ändern.

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