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Mind Control & Ironische Prozesse – 2/3: Wie Sie NICHT mit dem Rauchen aufhören



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Im ersten Teil des Beitrags ging es um lila Kühe und weiße Bären, an die Sie nicht denken sollten. Und Sie haben gemerkt: Gerade weil Sie nicht daran denken sollten, hat sich ihr Gehirn unablässig mit der Kuh oder dem Bären beschäftigt. Stimmts?

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Hier schreibt für Sie: Dr. Volker Kitz ist Spiegel-Bestseller-Autor, Psychologe & ex-Lobbyist. Profil

Hier schreibt für Sie: Dr. Manuel Tusch Professor an der Fachhochschule Münster & Leiter des IfAP. Profil

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Weiße Bären & rote Volkswagen

Kehren wir noch einmal zurück zum Experiment mit dem weißen Bären, dessen verschiedene Szenarien wirim letzten Beitrag schon geschildert haben. Denn der Versuch ging noch weiter:

In einem weiteren Versuch sagt man den Probanden, sie sollen jedes Mal an einen roten Volkswagen denken, wenn der weiße Bär auftaucht.

Fokussierte Ablenkung

Auch dadurch verschwindet der weiße Bär zwar nicht. Aber diesmal ist der Rückfalleffekt wesentlich schwächer.

Eine solche »Umleitung« auf einen ganz bestimmten, immer gleichen Alternativ-Gedanken nennen wir in der Fachsprache eine »fokussierte Ablenkung«.

Ironische Prozesse bei Handlungen

Ironische Prozesse treten nicht nur bei Gedanken auf, sondern auch bei Handlungen: Gibt man Probanden zum Beispiel ein Pendel in die Hand und sagt ihnen, sie sollen es auf gar keinen Fall in eine bestimmte Richtung ausschlagen lassen – dann tun sie genau das.

Sie können es nicht unterdrücken. Der Effekt ist besonders stark, wenn die Probanden dabei noch eine andere Aufgabe bewältigen sollen, zum Beispiel von 1.000 in Dreierschritten rückwärts zählen oder in der anderen Hand einen schweren Ziegelstein halten.

Wie man garantiert nicht mit dem Rauchen aufhört

Weil viele Leute gar nie ein Pendel in der Hand halten, hat man das Phänomen inzwischen an alltäglicheren Dingen überprüft und bestätigt:

Lässt man Raucher eine Woche lang ihre Gedanken an Zigaretten unterdrücken, so rauchen sie hinterher viel mehr als eine Vergleichsgruppe, die ihre Gedanken nicht unterdrücken sollte. Und wer fünf Minuten nicht an Schokolade denken soll, isst hinterher wesentlich mehr als jemand, der seinen Gedanken einfach von vornherein freien Lauf ließ.

Was passiert hier?

Man geht davon aus, dass zwei Prozesse gleichzeitig ablaufen: Unbewusst fahren wir ein Kontrollprogramm, das ständig überwacht, ob der verbotene Gedanke irgendwo auftaucht.

Ein zweites, bewusstes Programm soll dann den Gedanken unterdrücken, sobald das Kontrollprogramm Alarm schlägt.

Das Verbotene ist ständig präsent

Unbewusst ist der verbotene Gedanke damit ständig präsent – denn das unbewusste Programm muss ja wissen, wonach es suchen soll. Es läuft quasi ständig mit einem Phantombild des Verbotenen durch die Gegend.

Und diese unbewusste Präsenz gewinnt dann manchmal die Überhand über unser Bewusstsein – vor allem, wenn das Bewusstsein gerade mit anderen Dingen beschäftigt und ausgelastet ist.

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