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Chef-Versagen vs. Mitarbeiter-Motivation: Schuld sind immer die Anderen?


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Chefs klagen über unmotivierte Mitarbeiter, Arbeitnehmer klagen über die bösen Chefs. Wer trägt Schuld an den Konflikten in Unternehmen? Über die zwei Seiten einer Medalie. Und: Wir freuen uns über Ihre Meinung zum Thema.

Chef-Versagen vs. Mitarbeiter-Motivation: Schuld sind immer die Anderen?


Hier schreibt für Sie: Sylvana Pollehn leitet als Managerin ein Restaurant mit 40 Mitarbeitern. Profil

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Böse Chefs oder unmotivierte Arbeitgeber?

Viele Arbeitnehmer klagen über böse Chefs, miese Stimmung im Unternehmen, schlechte Arbeitsbedingungen.

Aber ist wirklich immer nur die Arbeitgeberseite schuld? Oder liegt es nicht vielleicht manchmal auch am Arbeitnehmer - wie folgendes Beispiel zeigt.

Bewerbung - wieder nicht geklappt

Frau Meier kommt gerade vom Bewerbungsgespräch und wird von ihrem Mann ganz aufgeregt empfangen: "Und, hat es geklappt?" "Nein, die wollten mich wieder nicht."

Ihr Mann versucht sie zu trösten: "Na egal, morgen hast du doch einen Probearbeitstag bei der anderen Firma, das wird schon." Typisch Arbeitgeber!? Wieso gibt er seinen Bewerbern gar keine Chance? Lesen Sie die ganze Geschichte:

Geld ja - arbeiten - nein danke!

Frau Meiers Probearbeitstag ging vorbei und sie wurden sich sogar einig. Also bekam sie einen Arbeitsvertrag.

Nun denken Sie wahrscheinlich: Na, das ist ja toll. Sicher - nur Frau Meier sieht das ganz anders. Denn Tage später sitzt sie ihrem neuen Chef gegenüber:

Ich will ja, aber...

"Ich möchte ja einen Job", klagt sie ihm ihr Leid. "Aber ... es ist alles so viel, was ich lernen soll." Auf die Frage ihres Chefs, ob es in anderen Firmen leichter sei, kam aufgebracht:

"Nein, die letzte Firma wollte mich sogar ausbilden, aber ... das war zu weit weg ... und ob die mich dann behalten, konnten sie mir auch nicht sagen. Das geht doch gar nicht ... ich muss doch wissen, ob es sich lohnt ... dieser ganze Stress ..."

Lohnt sich der Aufwand?

Tief Luft holend platzt es aus ihr heraus: "Und bei Ihnen da soll ich auch jede Menge in kürzester Zeit beherrschen. Ich weiß oft gar nicht, wie das alles geht."

Der Chef versucht sie zu trösten: "Es ist doch aber ganz normal, dass Sie selbst eine gewisse Zeit brauchen, bis Sie sich an alles gewöhnt haben. Sie müssen sich in dem neuen Team beweisen und ungewohnt sind die Arbeitsabläufe nun mal."

"Ja, schon, aber ...", tausend Gründe bringt sie vor und auch, dass ihre Nerven das nicht aushalten.

Mit dreißig noch keinen Job

Der Chef wusste, sie hatte es mit ihren dreißig Jahren noch bei keinem Arbeitgeber ausgehalten und es waren laut ihrer Aussage immer andere daran schuld.

Er gab jedem seine Chance. Darum machte er es den Menschen, denen es besonders schwer fiel sich einzuordnen, leichter. Damit sich Frau Meier nicht total überforderte, hatte er sie bewusst länger als sonst üblich in den gleichen Arbeitsabläufen gelassen. Doch auch das ignorierte sie großzügig.

Wer nicht will, findet Gründe

Glücklicherweise fand sie weitere Gründe für ihr geplantes Aufhören, wenn auch mittlerweile bei den anderen Mitarbeitern. Denn nun waren sie es, die ein Arbeiten in der Firma unmöglich machte.

"Ich bin mir sicher, dass Sie es schaffen, wenn Sie noch vier Wochen durchhalten. Es ist doch schade um jede Chance", startete ihr Chef den letzten Versuch.

Bitte keine Überstunden

Sie wurde unsicher und patzig kam: "Am Wochenende möchte ich eigentlich gar nicht arbeiten und meinen Freund sehe ich auch kaum noch und ..."

Aha - das sind also die wahren Gründe. Jetzt hatte er sie ihr entlockt. Ruhigen Gewissens ließ er sie nun gehen, denn das lag nicht mehr in seinen Händen.

Arbeitnehmer, die sich selbst keine Chance geben

Fakt ist, dass Frau Meier sich selbst keine Chance geben wollte. Den Probearbeitstag hatte sie Kontakte ihres Mannes zu verdanken.

Ihm schilderte sie die Situation in der Firma als unzumutbar. Es ist anzunehmen, dass sie in dieser Art und Weise ihren Mann seit Jahren täuschte. Wer da wohl versagt?

Kennen Sie ähnliche Fälle?

Wir würden uns an dieser Stelle über Ihre Meinung zu diesem und ähnlichen Fällen freuen. Insbesondere zu folgenden Fragen:

  • Wird Frau Meier jemals einen Job finden?
  • Was müsste sie tun, damit es beim nächsten Mal klappt?
  • Oder möchte sie insgeheim gar keinen Job?
  • Kennen Sie ähnliche Fälle? Schreiben Sie uns ihre Meinung!

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  1. Sylvana Pollehn

    Hallo Tanja,

    mir Ihrer Meinung bestätigen Sie mein Denken. Man kann also nur hoffen, solche Leute kommen zur Einsicht oder lesen derartige Fachartikel. Wäre doch ein Ansatz fürs Arbeitsamt, oder? Illusion - ich weiß?

    Liebe Grüße
    Sylvana

  2. Sylvana Pollehn

    "Wenn der Arbeitgeber mal wieder schuld ist", neuer Artikel bei Simone Janson:

  3. Tanja Handl

    Autsch... Mit der Arbeitseinstellung holt man sich schnell den Stempel "nicht integrierbar".

    Frau Maier scheint es nicht nur am Durchhaltevermögen, sondern auch am Selbstwertgefühl zu mangeln. Was notwendig wäre: Perspektive wechseln. Was sie dabei unterstützen könnte: Coaching, Weiterbildungsmaßnahmen, Routine und Konsequenzen. Die im Text angesprochene Beziehung zu ihrem Mann/Freund scheint auch eine wichtige Rolle zu spielen - handelt es sich wirklich um Täuschung, oder funktioniert diese "Liebe" nach dem Muster Opfer & Prinz? In jedem Fall sollte der Mann sich mit "Hilfe" zurückhalten - sie führt diese Frau offenbar nur tiefer in Unselbstständigkeit und Abhängigkeit.

  4. Holger Froese

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  5. KompetenzPartner

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  6. Holger Froese

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  7. Holger Froese

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  8. Liane Wolffgang

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  9. KompetenzPartner

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