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Hintergrundwissen Berufs-Haftpflicht - Teil 2: Checkliste Haftpflicht-Versicherung



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Die Haftungsrisiken, die Selbständige & Freiberufler bei der Ausübung ihrer Tätigkeit eingehen, habe ich im ersten Teil des Beitrags ausführlich beleuchtet. Viel Selbständige treffen deshalb Präventivmaßnahmen und versuchen die Haftung in ihren AGB auszuschließen oder zumindest einzuschränken. Das ist allerdings keine optimale Lösung. haftung


Hier schreibt für Sie: Ralph Günther ist Versicherungsexperte und Gründer sowie Geschäftsführer von exali.de. Profil

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Was bringt eine Berufs-Haftpflicht-Versicherung?

Wie die Praxis zeigt, ist so ein Haftungsausschluss per AGB trügerisch, denn in den meisten Fällen halten Haftungsausschlüsse oder Begrenzungen in den Geschäftsbedingungen einer gerichtlichen Überprüfung nicht stand. Die gesetzliche Haftung lässt sich nicht so einfach „aushebeln“.

Existenzbedrohende Schäden können durch eine Berufs-Haftpflicht-Versicherung abgefedert werden können. Doch Vorsicht: Berufs-Haftpflicht ist nicht gleich Berufs-Haftpflicht.

Gefährliche Rückzugsmöglichkeiten der Berufs-Haftpflicht-Versicherer

So decken viele Anbieter traditionell lediglich Personen- und Sachschäden sowie daraus resultierende Folgeschäden ab, lassen die Absicherung sogenannter reiner Vermögensschäden – zu denen beispielweise Rechtsverletzungen, Beratungsfehler oder Programmierfails gehören – komplett außen vor.

Und auch in puncto Mitversicherung der bereits erwähnten vertraglichen Haftung sind die meisten Versicherer zurückhaltend. Insbesondere wenn die Berufs-Haftpflicht-Versicherungen auf Basis der Allgemeinen Haftpflicht-Bedingungen (kurz AHB) angeboten werden. Denn diese schließen Ansprüche, die über die gesetzliche Haftung hinausgehen, kategorisch aus.

Die Spreu vom Weizen trennen

Auch beim Thema „Absicherung von Rechtsverletzungen“ trennt sich die „Spreu vom Weizen“: Einige Versicherer machen den Schutz im Fall von Rechtsverletzungen von einer vorhergehenden juristischen Prüfung abhängig, was in der Praxis nur schwerlich umsetzbar ist.

Oder sie schließen die Kostenübername im Fall von Rechtsverletzungen in Common Law Ländern (USA, England, Kanada) komplett aus – in Zeiten globaler beruflicher Dienstleistungen eine gefährliche Versicherungslücke.

Checkliste – Wichtige Kriterien der Berufs-Haftpflicht-Versicherung

Doch es geht natürlich auch anders. Um Freiberufler und Selbständige dafür zu sensibilisieren, was eine gute Berufs-Haftpflicht-Versicherung für Schutz bieten kann, habe ich eine Checkliste mit ausgewählten Kriterien zusammengestellt:

  1. Die Definition der versicherten Tätigkeiten und Dienstleistungen sollte offen gehalten sein (so genannte Offene Deckung). Optimal ist auch die Mitversicherung von Tätigkeiten aus überschneidenden Branchen.
  2. Die zeitgemäße Berufs-Haftpflicht-Versicherung sollte auch Schutz für reine Vermögensschäden bieten – zu denen beispielweise auch Rechtsverletzungen gehören.
  3. Ansprüche im Bereich der vertragliche Haftung sowie Verstöße gegen Geheimhaltungsvereinbarungen und Datenschutzgesetze sollten versichert sein.
  4. Veröffentlichungsrisiken, z.B. durch Eigenmarketing, eigene Webseite, Blogs oder Social Media Profile, sollten abgedeckt sein. Ebenso Verstöße gegen Wettbewerb und Werbung.
  5. Der räumliche Geltungsbereich sollte mindestens für Europa und die Schweiz gelten. Im Online Business empfiehlt sich eine weltweite Deckung.
  6. Die Berufs-Haftpflicht-Versicherung sollte je nach Geschäftsmodell und Branche des Selbständigen auch Eigenschäden optional abdecken, wie
  7. Rücktritt des Auftraggebers vom Projekt,
  8. Persönliche Haftung (Organhaftung) als Geschäftsführer oder Interim Manager
  9. bestimmte typische Vertragsstrafen in AGB oder Projektverträgen
  10. Eigenschäden durch Hacker- und Cyberangriffe (DoS-Attacken, Computermissbrauch, Datendiebstahl, etc.)

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