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Change-Management & innere Kritiker – Teil 6: Als Kleinkind im Büro



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Viele Verhaltensmuster, die, wie ich in den vorangegangenen Teilen berichtet habe, wir als Kind erlernt haben, wirken auch als Erwachsene noch nach. Und dann benehmen wir uns plötzlich wie kleine Kinder im Büro – wie Frau Beermann. baby


Hier schreibt für Sie:

 

HupprichClaudia Hupprich ist Managementberaterin für DAX-Unternehmen & mittelständische Unternehmen.

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Hilfe, ein Kommunikationsgefälle

Frau Beermann kam zu mir, da sie die Arbeitsbeziehung zu ihrer langjährigen Vorgesetzten als sehr problematisch und belastend empfand und für sich herausfinden wollte, ob sie in dem Unternehmen bleiben oder lieber kündigen sollte.

Als wir begannen, die Kommunikation zwischen Frau Beermann und ihrer Vorgesetzten zu analysieren, fiel mir auf, dass es zwischen den beiden ein ziemliches Gefälle zu geben schien.

Reagieren wie ein Kleinkind?

Frau Beermann beschrieb den Kommunikationsstil ihrer Vorgesetzten als arrogant und herablassend. Zugleich erschien mir ihre Reaktion darauf ähnlich denen eines Kindes zu sein.

Und diese – aus meiner Wahrnehmung heraus – kindlichen Reaktionen gab es gleich in zwei unterschiedlichen Ausführungen.

Zwischen Defensive & Wut

Abhängig vom Kontext und der jeweiligen Tagesform beider Akteurinnen nahm Frau Beermann entweder die Position eines defensiven oder die Position eines aggressiven Kindes ein.

In der einen Rolle fühlte sie sich ohnmächtig, hilflos und total überfordert, in der anderen konnte sie die Wut kaum noch zurückhalten und im Extremfall auch beleidigend und unsachlich werden.

Wenn Erwachsene sich in die Kindheit zurückbeamen

Beide Strategien schienen für die Arbeitswelt – vorsichtig formuliert – eher ungünstig zu sein. Erst als Frau Beermann sich darüber bewusst wurde, dass das Problem eventuell nicht bei ihrer Vorgesetzten, sondern in ihren eigenen, wenig erwachsenen Reaktionen lag, war der Weg frei für entscheidende Veränderungen.

Vielleicht kennen Sie ja auch Situationen, in denen sich erwachsene Menschen innerhalb kürzester Zeit verhaltenstechnisch in die eigene Kindheit zurückbeamen.

Vom Kind-Ich zum Erwachsenen-Ich

So wie bei Frau Beermann und ihrer Vorgesetzten. Die beiden hatten ein ausgeklügeltes Kommunikationsspiel zwischen sich etabliert. Immer wenn die Vorgesetzte etwas zu Frau Beermann sagte, was von dieser als Kommunikation aus dem „Eltern-Ich“ wahrgenommen wurde, komplettierte sie das Spiel, indem sie die Rolle des „Kind-Ichs“ übernahm.

Wer von beiden das Spiel begonnen hatte, war nachrangig, denn als Frau Beermann lernte, statt aus dem „Kind-Ich“ heraus aus einem „Erwachsenen-Ich“ heraus mit ihrer Vorgesetzten zu kommunizieren, verbesserte sich die Arbeitsbeziehung deutlich.

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