Geld verdienen mit Bloggen: Steuer Sozialversicherung Urheberrecht



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Bildrechte:  Bildmaterial vom Ersteller des Videos.

Beim Geld verdienen mit bloggen muss man auch Rechtliches beachten: Muss man für Einnahmen aus Blogs Steuern abführen? Wie sieht das mit Sozialversicherung aus? Und was müssen bloggende Journalisten beachten?


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Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Beiträg enthält Inhalte und Angaben, die möglicherweise nicht mehr aktuell sind, z.B. aufgrund gesetzlicher oder statistischer Veränderungen. Weil er dennoch hilfreich sein kann, einen Überblick zum Thema zu bekommen, können Sie ihn weiterhin hier finden.

Steuertipps für Blogger vom Experten

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Als  Blogger mit verschiedenen Einnahmequellen kann man schnell zwischen allen Stühlen hocken, was Einkommenssteuer, Umsatzsteuer und Sozialversicherung angeht. M.E. liegt das daran, dass die Gesetzeslage einfach um Lichtjahre der tatsächlichen beruflichen Realität vieler Menschen in diesem Land und der Internetentwicklung hinterherhinkt.

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Um so mehr habe ich mich gefreut, dass Steuerberater Rüdiger Schaar dieses Thema sehr ausführlich in einem wirklich guten Gastbeitrag auf mediadigital.de, dem Blog meiner Kollegin Ulrike Langer, behandelt hat. Darin geht er z.B. auch auf die steuerliche Behandlung von Leuten ein, die bei fester Anstellung nebenher bloggen.

Schaar, der für Freischreiber, den Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten, eine Hotline zu allen Fragen der Steuer und der Künstlersozialkasse, betreut, nimmt in dem Beitrag auch Stellung zur Umsatzsteuer von Social-Payment-Diensten.

Social Payments sind Umsatzsteuerpflichtig

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Demnach sind deren Einnahmen, auch wenn sie aus dem Ausland überwiesen werden, dennoch in Deutschland umsatzsteuerpflichtig, und zwar mit 7%, wie der Experte sagt.

Nachdem ich nun gestern mit Ulrike Langer eine kurze, angeregte Diskussion bei Twitter über Umsätze aus dem Ausland geführt habe, war ich kurz ein wenig verwirrt, wie das denn nun mit Werbeeinnahmen z.B. von Google-Adsense oder Einnahmen via Paypal aussieht.

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Einnahmen aus dem Ausland sind nicht gleich Einnahmen aus dem Ausland

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Nach einigem Recherchieren und Nachdenken meine ich des Rätsels Lösung gefunden zu haben – ich lasse mich von Experten aber gerne eines besseren Belehren und würde diesen Beitrag dann auch entsprechend updaten:

Wenn ich das richtig verstanden haben, gilt das mit der Umsatzsteuerpflicht in Deutschland eben nur für Social Payment Dienste, weil hier zwar das Geld letztendlich aus dem Ausland kommt, die Leistung – also das Schreiben der Texte und das Bezahlen durch den Leser – aber in Deutschland erfolgt sind.

Umsatzsteuergesetz §3

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Bei Werbeinnahmen hingegen erbringt man seine Dienstleistung hingegen für ein im Ausland ansäßiges Unternehmen, daher fällt die Umsatzsteuer auch dort an. Werbung ist in Absatz 4 des Umsatzsteuergesetzes  3 auch extra als sonstige Leistungen aufgeführt.

Weitere nützliche Informationen fand ich auf Meetinx. Der Artikel ist zwar schon älter wurde, dieser Sachverhalt ist aber offenbar gleich geblieben. Mehr Informationen zu neuen/alten Regelung des Umsatzsteuergestzes bietet Mediafon.de, leider ohne explizit auf das Thema Werbung einzugehen.

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Ganz am Ende des Beitrags geht Schaar noch auf einen ganz anderen Punkt ein: Die Gewerbesteuerpflicht, die bei Werbung anfällt – wenn auch erst ab einem Nettogewinn von 24.500 Euro im Jahr.

Sozialversicherung

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Viel problematischer könnten für freie Journalisten, die über die Künstlersozialkasse versichert sind, die Werbeinnahmen in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht sein: Schaar schreibt dazu: „Wenn die (Werbe)Schaltung über 4.800 Euro Gewinn im Jahr abwirft, entfällt der 50%-ige Zuschuss der Künstlersozialkasse zur Krankenversicherung. Ein Zuschuss zur gesetzlichen Rentenversicherung bleibt allerdings erhalten.“

Auch wenn ich dem grundsätzlich von der Logik her zustimmen würde, steht auf der Website der KSK etwas anderes: Eine Gewerbeanmeldung ist nämlich für die Versicherungspflicht nach dem KSVG ebenso wenig Voraussetzung, wie sie ein Ausschlussgrund ist.  Also vielleicht doch erstmal im Einzelfall bei der KSK nachfragen und die eigene Situation schildern?

Das Kreuz mit dem Urheberrecht!

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Neben Steuern und Sozialversicherun kann auch das Urheberrecht Probleme machen. Die Idee, mit Bloggen Geld zu verdienen, ist ja auch deshalb so beliebt, weil eigentlich jeder einfach so loslegen kann: Blog aufsetzen, was Interessantes reinschreiben, Reichweite aufbauen (z.B. mit Twitter) – fertig.. oder so… Das allerdings könnte sich bald ändern, wenn diese Freiheiten eingeschränkt werden. Ansätze dazu gibt es bereits.

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Kennt man vielleicht: Bei YouTube ein bestimmtes Video angeklickt, vielleicht weil ausländische Freunde einen bei Facebook darauf aufmerksam gemacht haben – und dann das: „Dieses Video ist in ihrem Land nicht verfügbar“. Grund: Urheberrechtsansprüche. Nun gut denkt man, bei ein paar Videos macht das nichts, es gibt ja noch genug Gratisangebote im Netz, einfach weiterklicken.

Netzneutralität in der Diskussion

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Leider könnte das bald anders aussehen. Denn seit einigen Wochen wird nicht nur in Deutschland aktiv über das Thema Netzneutralität diskutiert: Dabei geht es verkürzt gesagt, darum, dass nicht mehr alle Inhalte/Datenpakete im Netz mit gleicher Schnelligkeit transportiert werden.

Das könnte für Leser im Endeffekt bedeuteten, dass Inhalte am Ende nicht mehr gewohnt zur Verfügung stehen – wie das in der Praxis aussehen kann, steht hat netzwertig.com sehr treffend beschrieben (und für die Insider: Ja, ich habe auch die Diskussion darüber gelesen, ob es sich tatsächlich um echte Einschränkung der Netzneutralität handelt, finde es aber ein gutes Beispiel zu Demonstration des Effekts.)

Neue Indizien für eine alte Debatte

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Für den Leser ist diese Einschränkung der Freiheit schon nicht schön, für Blogger könnte es allerdings noch mehr bedeuten: Dass nämlich der eigene Blog deutlich langsamer wird, Leser und damit Einnahmen wegfallen. Die Debatte um Netzneutralität ist  nicht neu – in letzter Zeit gab es allerdings verschiedene Vorstöße von Netzbetreibern, diese Einzuschränken, wie netzwertig.com im Überblick zeigt: Die spanische Telefongesellschaft Telefonica beispielsweise kündigte an, Inhalteanbieter zur Kasse bitten zu wollen.

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Telekom-Chef René Oberman verteidigte eine differenzierte Bepreisung von Daten, die im Telekomnetz übertragen werden. Und Google verhandelte angeblich mit dem US-Telekommunikationsanbieter Verizon über eine  Bevorzugung bestimmter Daten in Verizons Netzen gegen Bezahlung.

Schleichende Veränderungen

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Kritiker befürchten allerdings, dass die Änderungen nicht plötzlich und unerwartet von statten gehen, sondern sukzessive schleichend: Da wird mal hier ein Datenpaket kostenpflichtig, dann zahlt man hier für eine Leistung extra – bis schließlich frei verfügbare Inhalte, wie wir sie heute kennen, der Vergangenheit angehören.

Längst hat sich dagegen Widerstand formiert: Auf der Website der Initiative Pro-Netzneutralität kann man für das Fortbestehen der Netzneutralität virtuell unterschreiben. Dass es bislang erst noch nicht einmal 10.000 Unterschriften gibt, ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass es bisher kaum gelang, für dieses wichtige, aber komplexe Thema eine breite Öffentlichkeit zu finden.

Unterliegt Twitter als Rundfunk den Landesmedienanstalten

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Regulierungsansprüche auf Internetinhalte, die man in Blogs oder bei Twitter verbreitet, könnte es allerdings auch von anderer Seite geben.

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Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hatte bei der Eröffnungsrede der Münchner Medientage am Mittwoch erklärt, Internet sei Rundfunk. Privater Rundfunk wird in Deutschland durch die Landesmedienanstalten reguliert. Der Geschäftsführer der Bayerischen Landesmedienanstalt BLM, Martin Gebrande, relativierte die Aussage des Ministerpräsidenten am Mittwoch auf einer Podiumsdiskussion dahingehend, dass Rundfunk ein lineares Medium sei, das suggestiv wirken müsse. Zudem gäbe es in Bayern nur eine Informationspflicht für rundfunkähnliche Online-Angebote wie bisher Webradio oder WebTV, wenn diese mehr als 500 Nutzer in ihren Streams erreichen würden.

5.000 Euro für Twitter-Kanal mit mehr als 500 Followern?

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Die Isarrunde aus München hat aus diesen Aussagen folgendes Fazit gezogen: „Sollte die Bayerische Staatsregierung bei der Aussage von Horst Seehofer bleiben und versteht man die Aussagen des BLM-Geschäftsführers, Martin Gebrande, richtig, so müsste etwa ein Twitter-Account mit mehr als 500 Followern ein Rundfunkangebot sein.“ Auf Twitterer mit über 500 Followern könnten dann Kosten von 5.000 zukommen.

Um dem vorzubeugen und rechtssicherheit zu erlangen, hat die Isarrunde ihren Twitterkanal, und nur diesen, als Rundfunkangebot im Internet angemeldet. Michael Praetorius überreichte dem Geschäftsführer der bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Martin Gebrande, persönlich das ausgefüllte Formular von der BLM-Website zur Anzeige eines Internet-Rundfunkprogramms. Akzeptiert die BML die Anmeldung, müssen die Isarrunde-Twitter 5.000 Euro zahlen.

Was bringt die Sache?

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Aber nicht nur: Eine solche Entscheidung würde sich vermutlich auch auf alle anderen Twitter-Kanäle auswirken. Dürfen wir also demnächst alle 5.000 Euro zahlen? Für Prätorius, dem ich bei einem Telefonat am Dienstag genau diese Frage nach dem tiefen Sinn der Aktion stellte geht es um mehr:

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„Wenn die Landesmedienanstallt den Antrag ablehnt, kann man über ihre Daseinsberechtigung als Regulierungsbehörde diskutieren. Wenn Sie dem Antrag jedoch zustimmt erhebt damit eine bayrische Behörde Anspruch auf Twitter – und das muss man auf jeden Fall diskutieren!“


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  1. Antonia Kurz

    Hallo Herr Schaar,

    wie sieht es denn mit der Einkommenssteuererklärung für gesponsorte Produkte aus?
    Wenn ich diese für meinem Post verwende, gleicht die Benutzung ja einer Betriebsausgabe. Da mir das Produkt zugesendet wurde, gilt es aber gleichzeitig als Einnahme.
    Darf ich in diesem Fall von einem Nullgewinn ausgehen?

    Vielen Dank,
    MfG
    Antonia Kurz

  2. Alper Iseri

    Danke für die Verlinkung auf meinen damaligen Beitrag. Ich erziele seit mehreren Jahren nun Einnahmen von Google AdSense und lasse meine komplette Steuererklärung stets durch einen Steuerberater erledigen. Soweit ich das beurteilen kann, hat sich an der Einschätzung von damals nichts wesentlich geändert.

    PS: Es wäre nett, wenn ihr meetinx schreibt anstatt meetnix ;-)

    • Simone Janson

      Hallo Herr Iseri, danke für das update und sorry für den Verschreiber – ich habe wohl zu viel Asterix gelesen ;-)

  3. Simone Janson

    Hallo Herr Schaar,
    vielen Dank für Ihre erläuternden Anmerkungen, die uns sehr weiterhelfen. Das erklärt Vieles!
    Simone Janson

  4. Rüdiger Schaar

    Hallo Frau Jansen, bitte erlauben Sie mir zwei kurze Anmerkungen.

    Umsatzsteuer:
    Die Flattr-Einnahmen sind nach meiner Einschätzung in Deutschland umsatzsteuerbar und auch umsatzsteuerpflichtig, da das Geld von den Flattr-Nutzern gezahlt wird und nicht von Flattr selber. Flattr leitet die Zahlungen nur weiter und agiert insoweit wie eine „Bank“. Bei den Nutzern wird es sich in der Regel um in Deutschland ansässige Personen handeln bzw. um Privatpersonen. Insoweit unterliegen die Einnahmen der Umsatzsteuer in Deutschland.

    Bei den Werbeeinnahmen von ausländischen Unternehmern hingegen greift das Reverse-Charge-Verfahren. Dies bedeutet, dass die Umsatzsteuerschuld auf den im Ausland ansässigen Unternehmer übergeht und in Deutschland insoweit keine Umsatzsteuer anfällt.

    Künstlersozialkasse:
    Als KSK-Versicherter ist es möglich, neben den künstlerischen bzw. hier publizistischen Einkünften auch gewerbliche Einkünfte im begrenzten Umfang unschädlich zu erzielen. Bei einem Gewinn aus Gewerbebetrieb von über 4.800 Euro entfällt allerdings der Zuschuss der Künstlersozialkasse zur Krankenversicherung. Ein Zuschuss zur Rentenversicherung wird weiter bezahlt, soweit der gewerbliche Gewinnanteil unter EUR 33.000,00 liegt.

    Der Fall eines Journalisten, der überwiegend Einkünfte aus der Vermietung von Werbeanzeigen erzielte, wurde sowohl durch das Landessozialgericht als auch das Sozialgericht in den Vorinstanzen negativ entschieden und dem Journalist der Zugang zur KSK verwehrt. Mittlerweile wurde allerdings die Revision vor dem Bundessozialgericht zugelassen. Es bleibt insoweit abzuwarten, wie die höchstrichterliche Entscheidung aussehen wird. Auf www.medienvorsorge.de werden wir hierüber umgehend nach der Entscheidung informieren.

    Viele Grüße, Rüdiger Schaar

  5. immowertgmbh

    Serie – Geld verdienen mit Bloggen: Einkommenssteuer, Umsatzsteuer …

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