Bewerbung aussortiert – erwarten Jobsuchende einfach zu viel? 10 Tipps gegen Absagen


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Hunderte von Bewerbungen geschrieben, aber trotz einschlägiger Erfahrung und hervorragender Zeugnisse nur Absagen kassiert? Das kann, muss aber nicht an der eigenen Leistung liegen.

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Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

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Immer nur Absagen – tragen Bewerber oder Arbeitgeber die Schuld?

„Schon wieder!“ denkt Sylvia, als sie ihre zurückgeschickten Bewerbungsunterlagen aus dem Briefkasten holte. Es ist nicht das erste mal, Sylvia hat aufgehört, die Absagen zu zählen. Dabei ist sie kein unbeschriebenes Blatt: Berufsausbildung und Studium, Führungsaufgaben, erstklassige Beurteilungen im Arbeitszeugnis. Nur leider musst ihr letzter Arbeitgeber Insolvenz anmelden.

Wer auf Bewerbungen immer wieder Absagen kassiert, muss nicht zwangsläufig an der eigenen Leistung zweifeln: Vielleicht stellt der Personaler einfach lieber jemanden ein, den er kennt oder der ihm empfohlen wird. Dafür braucht man Kontakte und viel Geduld.

Dennoch erwarten viele Jobsuchende den Instant-Erfolg. Studien zeigen außerdem hohe Ansprüche der jungen Generation: Maximaler Verdienst bei minimaler Einengung, sprich viel Flexibilität und Freiheit. Erwartet der deutsche Nachwuchs einfach zu viel – und zwar sowohl was das physische Arbeitsumfeld als auch die flexible Gestaltung der Arbeitszeit angeht? Eine Studie von Johnson Controls Global WorkPlace Solutions legt das nahe.

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Arbeitsatmosphäre ist wichtig für Kreativität

Aus Sicht vieler Bewerber setzt sich die Formel für Attraktivität, Kreativität und Produktivität aus dem Verhältnis zu Kollegen, Arbeitsplatzumgebung und Atmosphäre sowie Zugriff auf modernste Technologien zusammen. Zu den Top-Arbeitsplatz-Prioritäten junger Bewerber gehören:

1. Das persönliche Arbeitsumfeld:

  • 85 Prozent der 841 deutschen Befragten erwarten, einen eigenen Schreibtisch zu haben, den sie persönlich gestalten können. Diesen Anspruch haben nur 55% der chinesischen Umfrageteilnehmer und selbst in Großbritannien und den USA nur jeweils 64 und 81 Prozent.
  • Nur 8 Prozent der deutschen Teilnehmer wären bereit, ihren Schreibtisch zu teilen (z. B. für Nutzung an unterschiedlichen Tagen) und gerade einmal 5 Prozent können sich vorstellen, mit einem “Hot Desk”-System zu arbeiten, bei dem Schreibtische nicht fest zugewiesen sind, sondern immer der benutzt wird, der gerade frei ist.
  • 60 Prozent gaben an, sich erst in Räumen ab 12-16 Quadratmetern pro Arbeitsplatz wohl zu fühlen. Auch hierbei stellen deutsche Bewerber hohe Ansprüche, denn der internationale Durchschnitt liegt bei 8-12 Quadratmetern Raum pro Arbeitsplatz.
  • Diese Ergebnisse bezeichnen, dass die Gestaltung des Arbeitsumfeldes eine ganz zentrale Rolle für die Kreativität und Produktivität spielt.

2.  Arbeitszeitflexibilität und Mobilität:

  • Trotz des Anspruchs an den eigenen festen Arbeitsplatz im Büro würden 76 Prozent der deutschen Umfragen-Teilnehmer flexible Arbeitszeiten dem traditionellen 9-17 Uhr-Arbeitszeitmodell vorziehen. Diese Angabe deckt sich auch mit dem Wunsch, viel mobil zu arbeiten, den 73 Prozent äußerten.
  • Allerdings erwarten nur 41 Prozent, dass der Arbeitgeber ein solches flexibles, mobiles Modell auch anbietet. Ähnlich weit klaffen Präferenz und Erwartungshaltung in diesem Punkt in den USA und Großbritannien auseinander, während in China und Indien junge Bewerber größtenteils auch erwarten, was sie sich mit Bezug auf Arbeitszeitflexibilität wünscht.
  • Für Personalverantwortliche in Deutschland ergibt sich hieraus eine Notwendigkeit, diese Abweichung zu thematisieren und zu ändern.

3. Zugriff auf neueste Technologie

  • Mit der neuesten Technologie ausgestattet zu sein ist für die Befragten weltweit die Hauptvoraussetzung für Produktivität, auch vor dem Hintergrund der Mobilitätsaffinität.
  • Daher erwarten fast 60 Prozent ein Handy für Arbeitszwecke.
  • Über die Hälfte erwarten mit einem Laptop ausgestattet zu werden.

4. Finanzielle Vergütung wichtig

  • Deutsche Nachwuchskräfte legen auch vergleichsweise großen Wert auf finanzielle Vergütung
  • Während im weltweiten Durchschnitt die obersten Kriterien bei der Auswahl des Arbeitgebers die Lernmöglichkeiten und künftige Kollegen sind, steht für die deutschen Bewerber das Gehalt an oberster Stelle, gefolgt von künftigen Kollegen und Bedeutung der Aufgaben.
  • Die Lernmöglichkeiten stehen für die deutschen Befragten lediglich an sechster Stelle.

Nicht einfach Pech: Wenn Netzwerke fehlen

Wenn dann doch wieder die nächste Absage im Briefkasten landet, muss man sich als Bewerber fragen, was schief gelaufen ist. Was Sylvia z.B. nicht hat, ist ein großes Netzwerk. Ihr fehlen schlicht Leute, die sie auf freie Stellen aufmerksam machen oder sie potentiellen Arbeitgebern empfehlen würden. Die Notwendigkeit hat Miriam nicht eingesehen, schließlich hatte sie einen guten Job und wurde ja für gute Leistung bezahlt – nicht für Kontakte. Und jetzt hat sie einfach Pech. Oder?

So einfach ist nicht. Denn viele Leute rackern sich in Studium und Job ab und kommen dennoch kaum zu einem Ergebnis. Ihnen fehlt einfach die Sichtbarkeit von potentiellen Arbeitgebern. Und sie stellen oftmals ernüchtert fest: Man kann in seinem Job noch so gut sein – wer es nicht schafft, Empfehlungen auszulösen, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit scheitern.

Wie man es schafft, Empfehlungen auszulösen

Bevor man von anderen etwas erwarten kann, muss man sich bei denjenigen positiv verankert haben. Viele Jobsuchende haben da aber eine falsche Erwartungshaltung. Alles soll bitte sofort klappen, alle Bemühungen müssen sich schnell rentieren. Instant-Erfolg sozusagen.

Wer sich aber einen Namen machen will, braucht aber oft viele Jahre. Außerdem ist Networking ohne entsprechende Leistung langfristig genauso wenig erfolgversprechend: Wer einfach nur gut ist, wird nicht wahrgenommen. Umgekehrt gilt: Wer nur gute Kontakte hat, wird vielleicht anfangs empfohlen, später jedoch nicht mehr, wenn sich die schlechten Leistungen herumsprechen. Beide Faktoren spielen zusammen.

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10 Tipps, um empfohlen zu werden

Ich kenne das von mir: Ich empfehle auch nur weiter, was ich selbst kenne und schätze oder was andere aus meinem Netzwerk empfehlen. Ich muss jemanden selbst kennen oder aber einen Eindruck von anderen vermittelt bekommen haben. Wie aber kann man seine Empfehlungsquote verbessern?

  1. Das eigene Umfeld: Fangen Sie bei Geschäftspartnern, Kunden, Kollegen, Freunden und Bekannten an mit dem Networking. Und auch wenn Sie auf Jobsuche sind: Immer die Augen im eigenen Umfeld offen halten.
  2. Besuchen Sie gezielt Veranstaltungen: Erkundigen Sie sich nach einschlägigen Netzwerk-Veranstaltungen – zum Beispiel gibt es Stammtische von Berufsverbänden oder in Social-Media-Gruppen.
  3. Alte Kontakte aufbewahren: Bewahren und pflegen Sie gute Kontakte, sei es aus dem Praktikum oder einem alten Job. sammeln Sie Kontakte in einer Tabelle oder einem elektronischen Adressbuch.
  4. Kontakte in sozialen Netzwerke: Noch effektiver sind soziale Netzwerke: Hier können Sie in Kontakt bleiben, sich verlinken und bleiben über alle Veränderungen auf dem Laufenden!
  5. Tun Sie etwas für andere! Überlegen Sie nicht, was andere für Sie tun können, sondern was Sie für andere tun können.
  6. Genau sagen, was Sie wollen! Wenn Sie von anderen etwas wollen, sagen Sie das direkt. Auch wenn eine beiläufig eingeschobene Bitte höflicher zu wirken scheint – auf andere hat das genau die Gegenteilige Wirkung!
  7. Engagieren Sie sich! Engagieren Sie sich politisch, in Verbänden oder Vereinen – damit zeigen Sie anderen was Sie können und knüpfen interessante Kontakte.
  8. Machen Sie im Internet auf sich aufmerksam: Auch ein eigender Blog und gezielte, fundierte Kommentare auf Seiten wie Twitter, Facebook usw. bieten gut Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen.
  9. Es gibt keine guten oder schlechten Kontakte: Klar, einige Kontakte sind Ihnen wichtiger als andere. Aber man weiß nie, wer später noch interessant für sie werden kann – oft erlebt man Überraschungen.
  10. Nur Geduld: Der Aufbau eines Netzwerkes braucht Zeit – oft viele Jahre. Erwarten Sie nicht, dass alles sofort läuft!

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  1. Simone Janson

    Für Sprung ins kalte Wasser und selbständig was machen bin ich ja auch immer zu haben!

    Mir fäll da eine Studie ein, die ich letzens zitiert habe: Jugend, Information, (Multi-) Media” (kurz JIM), die der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich durchführt.

    Aber – zeitlich nicht schaffen – gutes Stichwort…

    Gruß
    Simone

  2. Regine Heidorn

    Hehe :-) gute Gegenfrage. Alternativen: ich hab den Sprung in’s kalte Wasser gemacht mit der Selbständigkeit ohne vorherige Unternehmenslaufbahn. Ein wackliger Weg nicht ohne Gefahr, für mich aber die einzige Möglichkeit, mich mit all meinen Fähigkeiten in meine Arbeit stürzen zu können. Aber das ist ein zu weites Feld für einen Kommentar …

    Diese Annahme der digital natives, die so virtuos mit dem Internet umgehen können, produziert so generalisiert ein Halbwissen, das durchaus dazu angetan sein kann, die Ergebnisse von Untersuchungen zu verzerren oder die Interpretation zu verflachen.
    Digital natives gehen mit den unterschiedlichen Plattformen/Netzwerken in unterschiedlichen Altersphasen unterschiedlich um. In den seltensten Fällen ergibt sich eine Übereinstimmung in der Nutzung zu z. B. digital immigrants wie mir. Es gibt dazu einige Untersuchungen, ich schaffe es gerade zeitlich nicht, diese hier anzuführen.

  3. Simone Janson

    Danke Regine für den konstruktiven Einwand. Nein, mir sind keine Vergleiche mit Online-Zahlen bekannt – das wäre mal recherchierenswert. Ohnehin wird aber offenbar grundsätzlich angenommen, dass alls jungen Leute internetaffin sind…

    > Ich hätte derzeit als Berufsanfängerin keine Motivation, mich mit unbezahlten Praktika durchschlagen zu müssen…

    Gegenfrage: Wann hatte man als Berufsanfänger dazu jemals die Motivation? Aber: Haben die Leute wirklich andere Möglichkeiten? Dass Unternehmen demnächst den Arbeitssuchenden hinterherrennen sehe ich derzeit noch nicht wirklich…

  4. Regine Heidorn

    Da es eine Online-Studie ist scheint mir die Umfrage lediglich die Bedürfnisse der Generation Y zu zeigen, die mit dem Internet vertraut ist. Gibt es Kontrollzahlen oder Vergleiche z. B. zu einer offline-Umfrage?
    Da müssen natürlich nicht zwingend Unterschiede bestehen, aber auch das festzustellen, wäre wichtig. Wurde die Affinität zum Internet abgefragt?

    Daß die Verdienstmöglichkeiten im Vordergrund stehen, wundert mich nicht wirklich. Ich hätte derzeit als Berufsanfängerin keine Motivation, mich mit unbezahlten Praktika durchschlagen zu müssen …

    Spannend finde ich die demographische Kombination, ich bin neugierig, wie sich diese Prognose auf die Arbeitsumstände in den nächsten Jahren auswirken wird.

  5. BitBoutique®

    RT @SimoneJanson: Frisch gebloggt: Maximaler Verdienst und viel persönliche Freiheit: Erwartet der Nachwuchs einfach zu viel?

  6. Simone Janson

    Frisch gebloggt: Maximaler Verdienst und viel persönliche Freiheit: Erwartet der Nachwuchs einfach zu viel?

  7. Simone Janson

    Passt gut zu der Diskussion von gestern ): Erwarten #Nachwuchskraefte einfach zu viel: #fb

  8. KompetenzPartner

    Maximaler Verdienst und viel persönliche Freiheit: Erwartet der Nachwuchs einfach zu viel?: Gestern…

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