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Employer Branding & Recruiting via Social Media - 1/2: Bewerbersuche im Netz - richtig oder schädlich?



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Welchen Einfluss haben die sozialen Medien auf Unternehmen und die Bewerberauswahl? Die Antworten auf diese Fragen eröffnen die Perspektive auf eine zutiefst elementare Fragestellung: Wann sind Unternehmen eigentlich reif für diese Art der Bewerbersuche? Und wann richtet sie sogar Schaden im Unternehmen an? Employer Branding & Recruiting via Social Media - 1/2: Bewerbersuche im Netz - richtig oder schädlich? Employer Branding & Recruiting via Social Media - 1/2: Bewerbersuche im Netz - richtig oder schädlich?


Hier schreibt für Sie: Katharina Daniels arbeitete als Journalistin & PR-Beraterin u.a. für den Focus, manager magazin, ADAC oder die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Profil


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Passt Social Media wirklich zu uns?

„Moderne Zeiten“ hieß der Filmklassiker von Charlie Chaplin Mitte der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Damals bezog sich die Moderne auf die Industrialisierung der Arbeitswelt, heute nimmt die Digitalisierung diese Rolle ein. Das macht die Unternehmen nervös. Aber warum eigentlich?

Viele Verantwortliche in Unternehmen denken: Wenn sie jetzt nicht handeln, zeigen, wie modern und aufgeschlossen sie gegenüber den neuen Medien sind, locken sie keinen interessanten Neuzugang der jüngeren Generation mehr an Bord – wirklich? Oder sollte vor bisweilen hektischer Social Media Aktivität erstmal die Überlegung stehen: Passt das (schon) zu uns?

Unternehmen als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklung

Was in Unternehmen geschieht, ist ein Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen, ein Spiegel des Selbstverständnisses im miteinander Umgehen, auch in Hierarchien, und des Selbstbewusstseins der Akteure.

Hier sind bereits jetzt Wandlungen zu verzeichnen, die zunächst oft noch eher im Verborgenen wirken aber über unzählige Einzelgeschehnisse zunehmend den Charakter bislang klassischer Machtstrukturen torpedieren.

Wenig Sympathie für verstaubte Unternehmenskulturen

Das zeigt sich an jungen selbstbewussten High Potentials, um die mittlerweile Unternehmen werben müssen (und nicht mehr umgekehrt).

Junge Menschen, die für sich genauso gut den Weg von Selbständigkeit in kreativen Netzwerken und Co-Working-Spaces sehen. Und die für verstaubte Unternehmensstrukturen nur wenig Sympathie hegen.

High Potentials fragen zuerst nach der Unternehmenskultur

Nicht selten stellen High Potentials schon direkt im Vorstellungsgespräch ähnliche Fragen wie diese an den Personalentscheider:

  • Wie gut gepflegt und lebendig ist eigentlich Ihr Intranet?
  • Und wie gut sind Sie im Außen vernetzt?
  • Wie offen sind Sie für die Darstellung Ihres Unternehmens in den sozialen Medien?
  • Wie stark ist das Unternehmen gegen Kritikstürme (shitstorms) gefeit, die ein Unternehmen ins Wanken bringen können, wenn es nicht gut vorbereitet ist.
  • Kann das Unternehmen mit der Unmittelbarkeit der neuen Medien umgehen?
  • Oder betreibt es  womöglich sogar peinliche Selbstinszenierung (etwa, wenn Undercover-Mitarbeiter eines Unternehmens als vermeintliche Kunden in Chats und Foren aktiv sind)

Damit sind wir bei der Fragestellung: Welchen Einfluss haben die sozialen respektive die interaktiven Medien auf Unternehmen generell und speziell auf die Bewerberauswahl in Unternehmen? Das möchte ich im nächsten Teil des Beitrags erläutern.

Nicht blindwütig auf den falschen Zug aufspringen

Nicht jedes neue Instrument bzw. Tool zur Personalentwicklung und damit auch Gestaltung der Organisation passt zu jedem Unternehmen. Die Lösung kann nicht darin liegen, dass Unternehmen nun „blindwütig“ meinen, auf diesen Zug aufspringen zu müssen:

Alle andere fahren ja auch schon mit, zumindest sieht es so aus. Vorsicht, es könnte auch der falsche Zug sein. Nichts befördert stärker den zerstörerischen Eindruck, ein Unternehmen und seine Protagonisten seien nicht authentisch, als ein Image, das sich ein Unternehmen überstülpt, das aber auf keiner soliden und keiner durchdachten Grundlage beruht.

Wir müssen - aber sind wir schon reif dafür?

Für Unternehmen kann sich also die Frage nur so stellen "wir kommen nicht drum herum" - was aber daraus folgt sind folgende Fragen:

  1. Sind wir schon reif dafür?
  2. Können wir mit den Leuten, die wir auf diese Weise rekrutiert haben, überhaupt umgehen?
  3. Oder müssten wir zunächst mal über etwas ganz anderes nachdenken, nämlich über unsere Unternehmenskultur?

Recruitierungs-Wege, die Schaden anrichten

Viele Unternehmen handeln oft hektisch, übereilt: wir müssen modern sein, bspw. mit Recruiting via Social Media, das ist dann aber leider oft ein Einzelschritt, der nicht strategisch untermauert ist; dann verpufft die Wirkung nicht nur, sie kann im worst case sogar Schaden anrichten:

Das Unternehmen holt sich Mitarbeiter ins Haus, auf die es jetzt noch gar nicht vorbereitet ist, sprich auf deren Forderungen an Transparenz usw. Es kann vielleicht auch umgekehrt die Informationen nicht richtig einordnen, die im Netz kursieren, misst Dingen Bedeutung zu, die keine haben oder umgekehrt. Wie geht es anders? darum geht es im zweiten Teil dieses Beitrags!

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  1. Elizebeth Birnbaum

    Wir leben leider in einer Gesellschaft, die im Abbau begriffen ist - Thema Auslagerung und Personalreduktion. Die Firmen leben auf Pump und stellen Mitarbeiter nur noch auf Zeit an, um sie beizeiten wieder abzubauen, weil sie sich die Verantwortung und langfrisitgen Gehälter infolge der Pensionen für Ältere nicht mehr leisten können. Das ist eine ziemlich traurige Situation und Schönreden macht es nicht besser.

  2. Mathias

    Ich bezweifle ja, dass Unternehmen via Social Media wirklich geeignete Bewerber finden. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen!

  3. Simone Janson

    Hallo Herr Brickwede, danke für die ergänzenden Zahlen. Dann sind wir mal gespannt auf die Veröffentlichung des Reports.

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