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Selbstvermarktung im Job: Haben Schwätzer die besseren Karten?


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Sich selbst richtig präsentieren und vermarkten zu können, wird im Job in Zeiten gerade in Zeiten von Social Media immer wichtiger. Wahrgenommen werden leider oft nur die, die am lautesten Schreien – oft auch zu Lasten der Qualität. Doch allmählich findet ein Umdenken statt.


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Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Meetings: Schaulaufen statt Wissensaustausch

Ohne Fleiß kein Preis – der alte Spruch scheint in vielen Firmen und Branchen schon lange nicht mehr zu gelten. Denn meistens haben im Job nicht die die Nase vorn, die immer brav ihre Arbeit machen, sondern die, die sich am besten verkaufen können.

Mal wieder Meeting: Genervt schleppt sich Kollege Müller in den Meetingraum, während sich auf seinem Schreibtisch die Aktenberge stapeln. Müller weiß genau, was ihm jetzt bevorsteht:

Schwätzer in Höchstform

Kollege Mayer und Schmitt, diese Schwätzer, werden wieder zu Höchstform auflaufen und sich stundenlang in Eigenlob ergehen, während die wirklich wichtigen Dinge liegen bleiben. Am Ende wird das Ergebnis gleich null sein, aber Müller hat jede Menge Zeit verloren. Sinnlose Zeitverschwendung nennt er das.

Aber Müller irrt. Das Schaulaufen vor Kollegen und Vorgesetzten, zum Beispiel im Meeting, ist wichtiger als ständige Höchstleistung: Wenn es um die Karrierechancen geht, haben Schwätzer wie Mayer und Schmitt die besseren Karten und jemand wie Müller, der stets fleißig seine Aufgaben abarbeitet, das Nachsehen. Denn entscheidend ist, wie jemand wahrgenommen wird – und nicht was er im stillen Kämmerlein, oft kaum Überprüfbar, tut.

Wie andere einen wahrnehmen

Der Grund dafür liegt darin, das Menschen nun einmal mit Menschen interagieren und kommunizieren: Der Chef sieht zum Beispiel nicht, wie Müller tagaus tagein im Büro schuftet. Im Gegenteil, er nimmt ihn nur als jemanden wahr, der mit genervter Miene im Meeting hockt und denkt sich, dass das ja ein übellauniger Mensch sein muss.

Hingegen bekommt er stets mit, was Mayer und Schmitt über ihren Job im Meeting erzählen und hält die beiden für ausgesprochen engagiert und kompetent. Kurz: Der Chef glaubt nur das, was er sieht und hört; das mag nicht immer fair sein, aber Menschen ticken nun einmal so.

Die 110%-Lüge

Ein weiterer Grund: Wer wie Müller stets klaglos bis mitten in die Nacht alle angefallenen Arbeiten erledigt, gilt zwar als pflichtbewusst, aber verschafft sich keinen Respekt bei anderen. Chefs und Kollegen haben dann den Eindruck, dass sie mit einem Müller alles machen können, weil der so wenig auf sich hält und zu allem geduldig ja sagt. Keine guten Karrierevoraussetzungen. Denn in Führungspositionen sind andere Eigenschaften gefordert – das habe ich bereits in meinem Buch Die 110%-Lüge ausführlich beschrieben.

Plakativ gesagt bedeutet das: Wer im Job immer 110 Prozent gibt und es dem Chef stets recht machen will, wird nicht befördert. Karriere machen eher die Selbstdarsteller. Das kennen viele auch aus eigener Erfahrung: Die meisten haben schon mal die Erfahrung gemacht, dass nicht der Bessere das Lob einheimst, sondern derjenige, der gut mit dem Vorgesetzten kann.

Selbstdarstellung richtig dosieren

Aber es gibt Hoffnung für alle, denen zu viel Selbstdarstellung ein Graus ist. Jahrelang geisterte beispielsweise eine angebliche Studie von IBM durch die Medien, nach der es im Job überhaupt nur zu zehn Prozent auf Leistung ankommt, 30 Prozent des Erfolgs hängen ab vom Image und ganze 60 Prozent werden bestimmt durch den Bekanntheitsgrad im Unternehmen. Diese Studie hat sich mittlerweile als Phantom entpuppt.

So ganz festgeschrieben sind diese Regeln dann eben doch nicht. Im Zuge einschneidender Veränderungen unseres Wirtschaftssystems macht sich langsam in Unternehmen die Erkenntnis breit, dass allzu viele Selbstpräsentation mit Vorsicht zu genießen ist. Und am Ende setzt sich dann eben oft die Qualität durch.

Bis dahin sollte man sich darüber im Klaren sein, dass im Job bestimmte Spielregeln gelten. Man muss sich ja nicht auf Kosten anderer profilieren oder ständig den Chef umschleimen. Auch wenn ständige Leistungsbereitschaft prinzipiell löblich ist, so führt doch eine andere Taktik in der Regel eher zu Erfolg: Statt verbissen und um jeden Preis ein bestimmtes Leistungspensum erreichen zu wollen, sollte man mehr Wert auf die eigene Selbstdarstellung legen. Dann wird man meist auch erfolgreicher sein.

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