Aufräumcoach hilf beim Sortieren und Wegwerfen: Der Ausmister


Gut arbeiten, 500 Bäume pflanzen! Wir machen die Arbeitswelt menschlicher und ökologischer, z.B. durch unser gut dokumentiertes Engagement zum Klimaschutz. Als Verlag Best of HR – Berufebilder.de® mit einzigartigem Buchkonzept und eKursen bieten wir über 20 Jahre Erfahrung im Corporate Publishing – mit Kunden wie Samsung, Otto, staatlichen Institutionen. Von der Top20-Bloggerin Simone Janson, referenziert in ARD, ZEIT, WELT, Wikipedia.
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Aufräumcoach ist hochinteressantes Berufsbild: Den in einer immer komplexer werdenden Berufs- und Arbeitswelt suchen Menschen zunehmend nach Orientierung, nach Ordnung im System – und Leute, die ihnen dabei helfen. Der Ausmister – Aufräumcoach in der Süddeutschen

Hier schreibt für Sie:

 

Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

  Profil

Orientierung in einer komplexen Welt

Wie groß das Bedürfnis nach Ordnung ist, zeigt sich oft auch zu Hause oder im Büro, wo sich bei vielen Menschen Dinge wahllos stapeln, nichtmal weil man an ihnen hängt, sondern weil in der Überfluss-Gesellschaft das regelmäßige Ausmisten so schwer fällt.

Wegwerfen in unserer Wegwerfgesellschaft fällt vielen Menschen schwer. Weil man Angst hat, sich von etwas zu trennen, was man dann doch noch brauchen könnte. Im übertragenen Sinne: Weil man Angst hat, in der ganzen Informationsflut, die täglich auf einen einstürzt, etwas zu verpassen.

Wegwerfen fällt vielen Menschen schwer

Denn wer kennt nicht die kommerziell sehr erfolgreichen Bücher aus der Simplify-Reihe von Werner Tiki Küstenmacher? Mit dem Bestseller “Simplify your life” hat alles angefangen, später kamen noch Titel über das Vereinfachen von Partnerschaft oder Leben hinzu. Mittlerweile gibt sogar Büchern, die Unternehmern beim entrümpeln ihrer IT helfe sollen.

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Der Erfolg dieser Titel braucht einen nicht zu wundern: In einer immer komplizierter werdenden Welt sehnen sich die meisten nach einfache Lösungen: Schnelles Aufräumen statt mühsames Aussortieren, der einfache Handytarif statt ständigen Preisvergleichen, Pauschalreisen statt selbst organisierten Urlaubstripps.

Wichtiges von Unwichtigem trennen

Und da das Leben sonst so kompliziert ist, wird jede Hilfe zum Vereinfachen dankbar angenommen. Besonders denn es um die eigenen vier Wände geht, die gleichermaßen ruhe und entspannung bieten sollen,wird “simplify” großgeschrieben: Und spätestens denn die Menschen vor lauter Chaos keinen Fuß mehr auf den Boden kriegen, meist aber schon viel eher, schlägt die große Stunde des Aufräumcoachs.

Der hilft, vereinfacht gesagt, Wichtiges und Unwichtiges zu trennen, die wichtigen Dinge zu systematisieren und das Unwichtige Gerümpel zu entsorgen. Je nach Ausmaß der Unordnung kann die Betreuung durch einen Aufräumcoach mehrere Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen.

Wenn die richtige Strategie fehlt, um ans Ziel zu kommen

Während die einen Probleme haben, sich zu motivieren, überhaupt mit dem Aufräumen loszulegen, ebbt nämlich bei vielen anderen Kunden die anfängliche Euphorie, die sie beim Aufräumen empfinden bald ab. Trotz guter Vorsätze tappen sie immer wieder in die gleiche Falle: Nach anfänglichem Erfolg bleiben sie an einzelnen Dingen hängen, sortieren diese nach langem Zögern grob vor, aber können sich letztlich doch nicht für das Entsorgen entscheiden. Oft kommt auch noch ein Anruf dazwischen oder die Lust lässt wieder nach. Das traurige Resultat: Alles wird wieder zusammen geschoben und das Chaos ist größer als zuvor.

Solchen Kunden fehlt die richtige Taktik, um ans Ziel zu kommen und genau dafür ist der Aufräumcoach da: Er macht als Außenstehender eine kritische Bestandsaufnahme der Situation und erarbeitet dann mit dem Kunden Ziele und die entsprechen Aufräumstrategie, die zu diesen Zielen führt. Gemeinsam mit dem Kunden überlegt er zu Beispiel, was schon lange mal weg sollte und was der Kunde wirklich noch braucht und ermutigt zum Ausmisten.

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Wie gehen Aufräumcoaches vor?

Aufräumprofi Clemens Neuhauser zum Beispiel ist studierter Architekt. Zu seinem Job kam er, als er sich bei einem Umzug selbst von einen Großteil seines Besitzes trennen konnte. Zwar weiß er, dass Sammeln in der Natur des Menschen liegt, aber er vertritt die Ansicht, dass es auch einfach wichtig ist, Besitz loszulassen, um sich Freiräume zu schaffen. Vor allem geht es ihm aber darum, dass der Kunde sich nach der Beratung in seiner Wohnung wohlfühlt – und das sieht bei jedem anders aus. Zu Neuhausers Klienten gehören zum Beispiel auch Studenten – eine Zielgruppe also, denen man gar nicht zutraut, Geld für diese Dienstleistung übrig zu haben. Genau das zeigt aber, dass manche Menschen hier echten Bedarf haben.

Der Coach zeigt im Bedarfsfall auch Möglichkeiten auf, überflüssig Dinge zu verkaufen oder für wohltätige Zwecke zu spenden – z.B. im Umsonst-Laden, in der Kleidersammelstellen, bei wohltätigen Organisationen usw. Und er hilft auch, überflüssigen Hausrat und Sperrmüll auf dem Werkstoffhof zu entsorgen oder die Sachen abholen zu lassen.

Mit Psychologie und Fingerspitzengefühl?

Dabei ist das Aufräumen nicht nur eine organisatorische Sache, bei der es darum geht, Flohmarktkisten anzulegen; die Arbeit erfordert von dem Coach vor allem psychologisches Fingerspitzengefühl und viel Erfahrung im Umgang mit Menschen. Denn die Unfähigkeit Ordnung zu halten und Dinge wegzuschmeißen hat meistens tiefergehende Ursachen: Bei vielen steckt dahinter die Angst, eine konsequente, endgültige Entscheidung zu treffen. Häufig haben Menschen regelrecht Angst, sich von Dingen zu trennen, weil sie damit wichtige Erinnerungen verknüpfen. Wieder andere haben Probleme, einzusehen, dass die Dinge, an denen sie da so krampfhaft festhalten, für sie eigentlich nutzlos sind, Weil sie mittlerweile vielleicht gar nicht mehr in ihr verändertes Leben passen.

Die so genannte „Hau-Ruck-Aktion”, bei der auf einen Schlag aussortiert wird, ist daher nicht für alle Menschen gleichermaßen geeignet; manchmal ist es tatsächlich sinnvoller, immer mal wieder etwas auszumisten. Allerdings darf der Coach auch nicht zu nachgiebig sein, denn seine Kunden werden ihm mit zahlreichen Ausreden wie „Vielleicht kann ich es ja doch irgendwann einmal wieder gebrauchen” kommen.

Voraussetzungen, Aus- und Weiterbildung

In dem noch jungen Berufsbild gibt es bislang keine Aus- oder Weiterbildungen und der Beruf ist auch nicht gesetzlich geschützt – im Prinzip kann sich also jeder so nennen. In der Praxis sind neben einem gewissen ästhetischen Empfinden auch Organisationsvermögen und Ordnungssinn – möglichst sollte man das Simplify-Prinzip verinnerlicht haben und selbst vorleben – auch Menschenkenntnis und psychologische Erfahrung wenn nicht sogar ein psychologische oder pädagogische Erfahrung sinnvoll. Denn schnell besteht die Gefahr, das aus dem einfachen Aufräumcoaching ein psychologischer Prozess wird, bei dem es darum geht, feinfühlig Ängste des Klienten abzubauen. Oder aber der Coach hat es im schlimmsten Fall gar mit einer ernsthaften psychischen Störung zu tun.

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Formalitäten bei der Existenzgründung in Kürze Als Aufräumcoach sind Sie freiberuflich tätig. Das bedeutet, Sie benötigen lediglich eine Steuernummer beim Finanzamt. Eine Gewerbanmeldung ist nicht erforderlich.

Chancen und Zukunftsaussichten

Zwar ist die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, was die Konkurrenz immer vergrößert, allerdings ist Berufsbild noch relativ neu und unbekannt. Das Problem dürfte anfänglich bei dieser noch relativ neuen Ideen sein, Kunden zu überzeugen, diese Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

Wichtig zu wissen: Ein Aufräumcoach ist nicht nur einfach nur jemand, der hilft, Ordnung zu machen und einem beibringt, diese auch zu halten: Er hilft, Dinge über Bord zu werfen, an denen man ängstlich festhält, festgefahrene Einstellungen zu überdenken.


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  1. Simone Janson

    Frisch gebloggt: Meine Artikelserie in der Süddeutschen – diesmal über den Aufräumcoach: Der Ausmister

  2. KompetenzPartner

    Meine Artikelserie in der Süddeutschen – diesmal über den Aufräumcoach: Der Ausmister: In der Südde…

  3. Simone Janson

    Mein aktueller Artikel in der Süddeutschen über das Berufsbild des #Aufräumcoaches "Der Ausmister"

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