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Arbeitslosenversicherung für Selbständige – 1/3: Die Beiträge



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Selbständige können sich freiwillig in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung versichern. Die Bedingungen dafür haben sich 2011 entscheidend verändert. Diese Serie gibt einen Überblick über alle neuen und alten Regelungen. Nur: Einige dürfen – anderen bleibt bei Arbeitslosigkeit auch weiterhin nur Arbeitslosengeld II.


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Das Problem von Selbständigen

Selbständige, die merken, dass es nicht so läuft mit den Aufträgen, haben meist ein Problem: Sie sind nicht automatisch gegen Arbeitslosigkeit versichert.

Daher haben Sie dann, auch wenn sie zuvor als Arbeitnehmer jahrelang brav in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, nach langen Jahren der Selbständigkeit meist keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Da mag sich so mancher fühlen, wie von der Klippe gestoßen und in Hartz IV gelandet!

Freiwillige Versicherung

Dass das nicht so toll ist, ist auch der Bundesregierung aufgefallen. Seit 2007 haben Selbständige daher die Möglichkeit, sich freiwillig zu versichern. Bislang durften Existenzgründer nur im ersten Monat ihrer Selbständigkeit in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung eintreten.

Das hat sich nun geändert. Allerdings müssen Sie einige Bedingungen erfüllen, wenn Sie sich weiterhin versichern wollen! Zum Beispiel müssen Sie auch weiterhin zuvor pflichtversichert gewesen sein. Also weiterhin keine Versicherung für dijenigen, die nie Arbeitnehmer waren. Und auch nicht für die, die schon länger selbständig sind. Schade!

Bedingungen für die Weiterversicherung als Selbständiger

  • In den beiden Jahren vor Ihrer Existenzgründung müssen Sie mindestens 360 Tage lang Pflichtbeiträge als Arbeitnehmer in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben beziehungsweise unmittelbar zuvor Arbeitslosengeld oder eine andere Entgeltersatzleistung (Übergangs-, Unterhalts- oder Insolvenzgeld) bezogen haben. Wie lange Sie dieses Geld bekommen haben, ist dabei egal!
  • Sie müssen eine hauptberuflich selbständige Tätigkeit, für die Sie mindestens 15 Stunden pro Woche, arbeiten, aufnehmen. Das müssen Sie bei der Arbeitsagentur nachweisen, zum Beispiel durch eine Gewerbeanmeldung oder durch Ihre Steuernummer beim Finanzamt.
  • Sie müssen spätestens drei Monate nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit bei der Arbeitsagentur den »Antrag auf freiwillige Weiterversicherung« stellen. Als Monat gelten dabei in der Regel 30 Tage.

Arbeitslosenversicherung bisher

Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung war für Selbständige mit ca. 20 Euro Monatsbeitrag bislang unglaublich günstig – bei voller Leistung! Denn Selbständige zahlen einen festen Betrag, der vom realen Einkommen unabhängig berechnet wird. Allerdings: Ab 2011 und erst recht ab 2012 wird es deutlich teuerer!

Bisherige Lösung

Bislang zahlen Selbständige für die Arbeitslosenversicherung nur einen festen Beitrag von ungefähr 20 Euro und hatten dafür den vollen Anspruch auf alle Leistungen der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung.

Die muss aber bekanntlich sparen, weil zu wenig Einnahmen zu hohen Ausgaben gegenüber stehen. Wer weiß, vielleicht sollen nun die deutlich höheren Beiträge für Selbständige den Karren aus dem Dreck ziehen.

Die Beiträge verdoppeln sich!

Ab 2011 werden die Beiträge einfach verdoppelt: In Westdeutschland zahlen Selbständige für 2011 38,33 Euro, in Ostdeutschland 32,60 Euro.

Das „Beste“ kommt aber noch: Ab 2012 werden die Beiträge wiederum verdoppel: 2012 steigen die Beiträge auf 76,65 Euro (West) bzw. 65,20 (Ost) Euro pro Monat.

Bedingungen

Eine Ausnahme gibt es: Wenn Sie sich erst 2012 selbständig machen, zahlen Sie im ersten Gründungsjahr lediglich 38,33 Euro bzw. 32,60 Euro.

Diesen Beitrag müssen Sie als Selbständiger wie alle anderen Versicherungsbeiträge (abgesehen von der Künstlersozialversicherung) allein bezahlen. Sie können ihn auch als jährliche Einmalzahlung leisten.

Freiwillige Versicherung wird zur Pflicht!

Das Problem bei der freiwilligen Arbeitsversicherung: Wenn Ihr Antrag erfolgreich ist, entsteht ein „Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag“. Dieses können Sie erst kündigen, wenn Sie die selbständigkeit wieder beenden oder wenn die Versicherung fünf Jahre lang bestanden hat – in diesem Fall können Sie mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende kündigen.

Wer die Versicherungspflicht vorher beenden möchte, dem hilft ein Trick: Die Versicherung endet automatisch, wenn Sie drei Monate lang die Beiträge nicht gezahlt haben. Allerdings haben Sie dann auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld mehr.

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