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6 Tipps - So finden Sie Ihren eigenen Arbeits-Rhythmus: Freiheit oder Sklaverei?


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Die Industrialisierung bescherte uns das Leben nach der Uhr. Maschinengleich meinen wir noch immer auf die Minute funktionieren zu können. Damit vergeuden wir sinnlos unsere größten Energien und unsere Freiheit.

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Hier schreibt für Sie: Jörg Romstötter ist Diplom-Ingenieur und macht die Wirkung  der Natur für Beruf & Leben nutzbar. Profil

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So tickt unsere innere Uhr

In jedem von uns tickt eine ganz besondere Uhr. Diese ist weder aus Stahl noch aus Plastik und man kann sie auch nicht mit wenigen Klicks programmieren. Von der Sonne gesteuert, tickt diese Uhr seit sechs Millionen Jahren. Und dieser Uhr ist es völlig gleichgültig, ob gerade Schichtwechsel ist oder ein wichtiges Meeting ansteht. Sie tickt und beschert uns nach einem festen Muster Hoch- und Tiefphasen für Körper, Geist und Emotionen. Arbeiten wir gegen sie, verschleißen wir unsere Energie. Nutzen wir sie gekonnt, schöpfen wir unsere Potentiale voll aus.

Um zu verstehen, wie wir die unterschiedlichen Leistungsphasen optimal nutzen, betrachten wir sie in zwei Ebenen.

1. Ebene: die Funktion

Natürlich erscheinen wir arbeitswillig und pünktlich zur Schicht oder zum Meeting. Wir spulen unsere Aufgaben ab. Mal mehr und mal weniger motiviert. Mal mehr und mal weniger bei der Sache. Hinterher fühlen wir uns ebenfalls mal mehr und mal weniger erschöpft. Das ist uns seit der Schulzeit so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, wir hinterfragen gar nicht mehr, ob das so sein muss.

Noch bevor wir richtig zu denken begannen, wurden wir auf das Funktionieren nach der Uhr gedrillt. Dieses Funktionieren ist für die Optimierung von Prozessen wichtig. Es degradiert uns zu Leistungserbringern nach Norm. Und wer ständig nach fremden Uhren tickt, ist ständig über- oder unterfordert, was ihn ermüdet und so weniger rebellisch macht. Wir sind dadurch besser kontrollierbar und erfüllen dankbar die Norm, um unsere ohnehin angegriffenen Energieressourcen durch Kritik nicht noch weiter zu strapazieren.

Es geht auch anders.

2. Ebene: die Qualität

Zur Schicht oder zum Meeting pünktlich und arbeitswillig zu erscheinen, das bleibt uns. Auch bleibt es uns, die ein oder andere Aufgabe abzuspulen, um unsere Kräfte zu schonen. Doch wir haben es zumeist weitaus mehr in der Hand unsere Aufgabeninhalte zu gestalten als wir oft glauben.

Zumeist können wir durchaus variieren, wann wir Aufgaben anpacken bei welchen wir unsere ganze Kreativität brauchen, planen und organisieren, wann wir fordernde Gespräche führen oder konzentriert abarbeiten.

6 Tipps: So stellen Sie fest, wann Sie am besten welche Tätigkeiten erledigen

  1. Nehmen Sie in einem entspannten Moment in entspannender Atmosphäre ein Blatt Papier zur Hand.
  2. Denken Sie der Reihe nach zurück an verschiedene Tätigkeiten wie kreativ sein, planen, Organisieren, wichtige Gespräche führen, abarbeiten usw.
  3. Beispiel Kreativität: Zu welchen Tageszeiten haben Sie Ihre besten Ideen? Ist dies meist in der Früh, am Vormittag oder erst am Abend? Notieren Sie sich diese Zeiten oder zeichnen Sie diese anhand einer Kurve graphisch auf.
  4. Notieren oder zeichnen Sie genauso bei allen anderen Ihrer gewöhnlichen Tätigkeiten die Tagesphasen auf, zu welchen Ihnen diese besonders leicht fallen.
  5. Genauso verfahren Sie mit Blick auf eine typische Woche. Haben Sie Ihre kreativsten Tage eher am Anfang der Woche oder vielleicht sogar am Wochenende?
  6. Identisch können Sie Ihr Jahr gestalten: Zu welchen Jahreszeiten sind Sie besonders tatendurstig? Wann fühlen Sie sich extrem erholungsbedürftig?

So finden Sie Ihren eigenen Arbeits-Rhythmus

Entsprechend Ihres Ergebnisses können Sie nun Ihre Tages-, Wochen und Jahresplanungen gestalten. Wenn Sie beispielsweise Ihre kreativsten Phasen frühmorgens haben, dann sollten Sie auch da Zeit für Kreativität frei halten und sich nicht von ablenkenden Tätigkeiten die Zeit stehlen lassen. Wenn Sie vielleicht am frühen Nachmittag einen erheblichen Energiemangel feststellen, dann legen Sie da keine wichtigen Gespräche oder stark konzentrationsfordernde Aufgaben. Arbeiten Sie da zum Beispiel liegengebliebenes ab.

So wird es Ihnen möglich sein, weit mehr Freiheiten in Ihren Tag fließen zu lassen. Sie werden mehr und mehr feststellen, wie sehr Sie Herr der Lage sein können und wo Sie die Abhängigkeit des Funktionierens in freiwilliges Tun ändern. Es wird Ihnen gelingen, sofern Sie auf sich hören und sich auch tatsächlich glauben.

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