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Lügen bei Bewerbung & Lebenslauf: 13 Tipps, wie Sie es besser machen


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Lügen bei der Bewerbung und bei Lücken im Lebenslauf sind für viele Bewerber ein Kavaliersdelikt. Denn viele Firmen suchen vor allem Bewerber mit sehr speziellen Kenntnissen. Wer die nicht vorweisen kann, hat ein Problem – vor allem dann, wenn die Liste der Absagen immer länger und damit die Lücke im Lebenslauf immer größer wird. 13 Tipps, die besser sind als Lügen.


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Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Not macht erfinderisch?

Die Not mach manche Bewerber sehr erfinderisch, wenn es um die Angaben im Lebenslauf geht: Gerne wird da mal das Kopierpraktikum zur anspruchsvollen Urlaubsvertretung aufgewertet, aus dem Kellnerjob wird eine anspruchsvolle Managementtätigkeit und der Strandurlaub in Australien wird zum Auslandssemester mit Praktikum.

Denn wer heute einen neuen Job sucht, muss hohen Anforderungen genügen. Was liegt da näher, als den eigenen Lebenslauf ein wenig zu frisieren, um perfekt in das Stellenprofil zu passen. Doch Flunkern kann ganz schön ins Auge gehen: Auch nach Jahren kann das noch auf einen zurückfallen.

Warum lügen Bewerber?

Warum aber lügen Bewerber dennoch? Das hat einen guten Grund: Die Stellenanforderungen sind meist derartig hoch, dass manche Bewerber gerne zu allerlei Tricks greifen, um den begehrten Job zu erhalten. Beispiel Aufgabengebiete: Was genau man im alten Job gemacht hat lässt sich meist ebenso wenig belegen wie Softskills – und daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Angaben überprüft werden, vergleichsweise gering.

Außerdem erscheint vielen eine kleine Übertreibung gar nicht als Lüge nach dem Motto „Das macht doch jeder“, weil die Abgrenzung tatsächlich fließend ist. Viele Bewerber glauben sogar, dass es vor allem darauf ankommt, wie gut man sich verkaufen kann und sind regelrecht stolz auf ihre raffinierten Umschreibungen der Wahrheit. Hingen sind die meisten der Ansicht, dass ihnen zu große Ehrlichkeit sogar als Naivität und Dummheit ausgelegt werden könne.

Ein bisschen Lügen ist erlaubt?

Doch geschulte Personaler merken im Vorstellungsgespräch schnell, wenn gelogen wird: Körpersprache und Mimik sind verräterisch. Beispielsweise weisen Nervosität, Zucken des Mundes oder Augenrollen auf Lügen hin. Außerdem stellen die Einstellungsexperten gerne Kontrollfragen, um den Wahrheitsgehalt zu Überprüfen.

So kontrollieren sie Angaben zu sozialem Kompetenzen gerne mit Fragen nach dem Hobby: Wer in seiner Freizeit gerne Dinge alleine macht, wird im Beruf wohl kaum besonders gut mit anderen zusammenarbeiten können. Und falsche Angaben zu Berufserfahrung fallen spätestens in der Probezeit auf.

Die Grenzen sind fließend

Wer zum Beispiel Sprachkenntnisse angibt, sollte sich fließend in dieser Sprache unterhalten können. Es kann passieren, dass man im Vorstellungsgespräch von einem Muttersprachler getestet wird. Auch Auslandsaufenthalte, die als Studienreise ausgegeben werden, sollten durch Zeugnisse von Kursen oder herausragende Sprachkenntnisse belegt werden.

Wenig riskant erscheint es vielen auch, bei früheren Aufgabengebieten zu lügen. Denn: Was genau man bei seinem alten Studentenjob gemacht hat, steht meist in keinem Zeugnis, daher ist die Gefahr der Entdeckung gering. Aber Achtung: Manche Personaler erkundigen sich dann doch beim vorherigen Arbeitgeber. Spätestens in der Probezeit kommt die Wahrheit ans Licht und ist dann ein Kündigungsgrund.

Und auch die vielzitierten, aber stets sehr schwammigen Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Organisationsvermögen zu sehr zu beschönigen, kann ins Auge gehen. Denn Einstellungsexperten stellen gerne Kontrollfragen, um den Wahrheitsgehalt zu Überprüfen. So kontrollieren sie Angaben zu sozialen Kompetenzen gerne mit Fragen nach dem Hobby: Wer in seiner Freizeit gerne Dinge alleine macht, wird im Beruf wohl kaum besonders gut mit anderen zusammenarbeiten können.

Warum Lügen problematisch ist

Wirklich problematisch, weil gut nachweisbar, sind aber vor allem falsche Angaben im Lebenslauf: Zwar ist es verständlich, wenn jemand Auslandspraktika, soziale Aktivitäten oder sogar Jobs erfindet, um Lücken im Lebenslauf zu schliessen, die gerade bei Berufsanfängern ohne Erfahrung ein Problem darstellen, das mit jeder Bewerbung grösser wird.

Ein Kavaliersdelikt ist das aber keinesfalls. Denn wenn herauskommt, und sei es nur durch einen dummen Zufall, dass der Lebenslauf ein Fake war, ist das auch Jahre später noch ein Kündigungsgrund.

Vorsicht Fälschung!

Richtig ernst wird es schließlich bei gefälschten Hochschul- oder Arbeitszeugnissen: Deren Wahrheitsgehalt kann jeder Arbeitgeber nicht nur durch einige Anrufe abklären, sondern man macht sich damit auch noch der Urkundenfälschung strafbar.

Wer dabei ertappt wird, kann sich auch juristisch schlecht herausreden: Selbst die Manipulation durch “fehlerhaftes Kopieren” ist kriminell. Wer also beim Lügen zu dick aufträgt, riskiert nicht nur seinen guten Ruf – Arbeitgeber sind häufig miteinander vernetzt – sondern auch eine Strafanzeige.

Wie viel Schönfärberei ist erlaubt?

Was aber kann man nun bei der Bewerbung problemlos machen? Ganz klar ist: Wer bestimmte Fähigkeiten hat, kann das sagen, egal, ob man es durch Zeugnisse belegen kann oder nicht. Um sich gegen die Masse der Schönfärber abzusetzen, sollte man ausserdem nicht nur Qualifikationen auflisten, sondern detailliert beschreiben, was man gemacht hat. Und: Wer sich sympathisch darstellt und den Arbeitgeber mit Persönlichkeit statt mit geschönten Kompetenzen beeindruckt, gewinnt manchmal mehr als er glaubt.

Wer mit den fachlichen Kompetenzen weniger punkten kann, hebt, übrigens völlig legitim, andere Aspekte besonders hervor – etwa soziale Kompetenzen. Erlaubt ist auch, Dinge etwas positiver darzustellen, als sie wirklich sind: Zum Beispiel den Kündigungsgrund. Wichtig ist jedoch, das niemand das Gegenteil beweisen kann.

Lügen bei der Bewerbung: 13 Tipps

Bei der Bewerbung ist Selbstdarstellung gefragt: Doch wo hört das Schönen der Wahrheit auf und wo fängt das Lügen an? Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen.

  1. Vorsicht Fremdsprachentest: Wenn Sie sehr gute Sprachkenntnisse angeben, sollten Sie sich fließend in dieser Sprache unterhalten können. Es kann Ihnen passieren, dass Sie sich im Vorstellungsgespräch mit einem Muttersprachler unterhalten müssen.
  2. Knackpunkt Softskills: Gerne gelogen wird auch bei den Softskills, die man nicht belegen kann. Aber Achtung: Spätestens in der Probezeit kommt die Wahrheit ans Licht und ist dann ein Kündigungsgrund.
  3. Auch ohne Zeugnisse: Was wahr ist, könne Sie sagen! Wenn Sie bestimmte Fähigkeiten haben, können Sie das sagen, egal, ob Sie es durch Zeugnisse belegen können.
  4. Stechen Sie aus der Masse heraus: Um sich gegen Masse der Schönfärber abzusetzen: Listen sie nicht einfach nur Qualifikationen auf, sondern beschreiben Sie detailliert, was Sie gemacht haben.
  5. Betonen Sie die positiven Aspekte: Wenn Sie mit den fachlichen Kompetenzen weniger punkten können, ist es völlig legitim, andere Aspekte zu betonen – etwa soziale Kompetenzen.
  6. Ein wenig beschönigen ist erlaubt: Erlaubt ist, Dinge etwas positiver darzustellen, als sie wirklich sind: Zum Beispiel den Kündigungsgrund. Wichtig ist jedoch, das niemand das Gegenteil beweisen kann.
  7. Personaler fragen nach: Manche Personaler erkundigen sich jedoch beim vorherigen Arbeitgeber. Das kann ins Auge gehen, wenn man zuvor zu sehr beschönigt hat.
  8. Auslandsaufenthalte als Studienreise? Es liegt natürlich nahe, aus dem Auslandsaufenthalt eine Studienreise zu machen. Aber das sollten Sie belegen können durch Zeugnisse von Kursen – oder herausragende Sprachkenntnisse.
  9. Niemals Zeugnisse fälschen: Ob das nun das Diplom oder ein Arbeitszeugnis ist: Die Urkundefälschung kann auch Jahre später noch durch einen dummen Zufall herauskommen und dann drohen Strafanzeigen und fristlose Kündigung.
  10. Keine Ausreden! Wer bei der Urkundenfälschung ertappt wir, kann sich auch schlecht rausreden: Selbst die Manipulation durch „fehlerhaftes Kopieren“ ist kriminell.
  11. Bewerben Sie sich nur auf passende Stellen: Um erst gar nicht Gefahr zu laufen, zu lügen: Bewerben Sie sich zielgenau. Weniger ist mehr: Verwenden Sie auf die wenigen Bewerbungen mehr Sorgfalt.
  12. Wie gut müssen Sie ins Profil passen? Natürlich können Sie nicht alle Anforderungen erfüllen, die in einer Stellenausschreibung verlangt werden. Aber als Richtwert gelten, dass Sie zwei Drittel der Anforderungen schon erfüllen sollten.
  13. Ihr Lebenslauf passt nicht zum Profil? Stellen Sie sich sympathisch dar und beeindrucken Sie den Arbeitgeber mit Persönlichkeit statt mit Lügen.

Fazit: Zielgenau bewerben ist besser als lügen

Um erst gar nicht Gefahr zu laufen, zu lügen: Besser zielgenau bewerben, d.h. auf Stellen, deren Anforderungen genau zum eigenen Profil passen. Sicherlich ist die Auswahl an passenden Jobs dann geringer. Aber: Weniger ist in dem Fall mehr, denn statt standardisierter Massenbewerbungen verwendet man dann auf die wenigen Bewerbungen mehr Sorgfalt.

Natürlich kann niemand alle Anforderungen erfüllen, die in einer Stellenausschreibung verlangt werden. Aber als Richtwert, gilt dass zwei Drittel der Anforderungen schon passen sollten.

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  8. Simone Janson

    Hallo Herr Lenz,
    danke für Ihren sachlich fundierten Kommentar.

    Ich denke, auch die hohen Ansprüche in Stellenanzeigen verführen zum Schummeln. Zum Beispiel können Absolventen in der Regel eben keine jahrelange Berufserfahrung nachweisen, haben ohne aber keine Chance eingestellt zu werden. Ein Teufelskreis also, aus dem mancher meint, nur mit Schummeln herauszukommen.

    Ein anderes Problem ist, dass gerade Berufsanfänger häufig die auf perfekt getrimmten Inhalte von Stellenanzeigen noch nicht richtig deuten können, ihnen fehlt einfach die Erfahrung. Auch deshab wirken Schummelversuche schnell aufgesetzt.

    Und schließlich noch ein anderer Aspekt: Selbst wenn man mit dem Schummeln durchkommt, ist die Frage, ob man dabei selbst glücklich wird. Denn wer Schummelt, muss sich ja ggf. selbst immer weiter verbiegen.

  9. Johannes Lenz

    Hallo Frau Janson,

    der Text ist wirklich gut, vor allem weil er zeigt, daß „erfahrene Personaler“ den Betrug sofort erkennen, selbst wenn sich viele Bewerber auf eine Stelle finden. Letztlich zeigt das persönliche Gespräch die Integrität und Glaubwürdigkeit des Bewerbers. Das ist die Nagelprobe.

    Allerdings stellt sich die Frage, warum viele das eine oder andere Schönfärben bzw. lügen. Sind sie wegen mangelndem Erfolg so frustriert, das auch diese Schmerzgrenze sinkt? Ist es reiner Vorsatz oder lediglich, weil es andere auch so machen.

    Das starke Argument in Ihrem Text habe ich schon genannt und daraus folgt, daß Ehrlichkeit am längsten währt, wie es so schön heißt. Und gezieltes Bewerben ist mitunter doch die bessere Bewerbungsstrategie. Jedoch verstärkt sich zurzeit auch die Wettbewerbssituation unter den Bewerbern. Möglicherweise verführt diese auch zum „Schummeln“?

    Mit herzlichen Grüßen aus Stuttgart

    Johannes Lenz

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