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Gründerreport Shutterstock: Vom Scheitern zum Milliardär


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Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.

2003 gründete der Amerikaner Jon Oringer die Bildagentur Shutterstock und wurde Milliardär. Seine Motivation: Der eigene Bildbedarf. Doch nicht alle seiner Ideen wurden erfolgreich. Im Gründerreport berichtet er vom Scheitern und Neuanfängen. shutterstock_jon-oringer-1_bildquelle-daniella-zalcman Gründerreport Shutterstock: Vom Scheitern zum Milliardär


Hier schreibt für Sie: Jon Oringer ist Gründer & Geschäftsführer von Shutterstock.

Am Anfang war das Bild

Wie oft hat man sich selber schon gedacht, dass es dieses Produkt oder jenes Angebot geben müsste? Mit Anfang 20 hatte ich als studierter ITler ganz viele verschiedenen Geschäftsideen. Eine Reihe von mehr oder weniger erfolgreichen Unternehmen hatte ich bereits auf den Markt gebracht, bevor mir die Idee zu Shutterstock kam.

Websites, Präsentationen, Anzeigen, egal woran ich damals gerade arbeitete, für fast alle Aufgaben brauchte ich starke Bilder, um erst einmal die Aufmerksamkeit meiner Kunden zu gewinnen, aber auch sicher zu stellen, dass meine Ideen und Produkte auch das Interesse ihrer Kunden wecken.

Marktlücke gute, bezahlbare Bilder

Als junger Gründer stand ich dabei allerdings vor der Herausforderung, die viele Start-ups kennen: ich konnte nur auf ein recht kleines Budget zurückgreifen. Die Bilder, die ich brauchte, mussten also nicht nur richtig gut, sondern auch bezahlbar sein.

Parallel zur IT galt meine Leidenschaft damals schon der Fotografie und so nutze ich zunächst einmal eigene Bilder für Projekte, aber hatte längst nicht alle Motive auf Lager, die ich hätte gebrauchen können.

Crowdsourcing – gemeinsam stark

Mit dem Wissen, dass es so auch anderen geht und den IT-Kenntnissen, die ich praktischer Weise hatte, entwickelte ich den Online-Marktplatz Shutterstock. Hier bot ich zunächst einmal 30.000 meiner eigenen Bilder an, bemühte mich aber gleichzeitig darum, weitere Fotografen dafür zu begeistern, ihr Portfolio über meine Plattform einem größeren Publikum zugänglich zu machen – heute sind wir mehr als 40.000 Künstler Weltweit.

Wichtig bei diesem Modell ist, dass wir den Künstler erlauben, die Rechte an ihren Arbeiten zu behalten. Wir bieten ihnen eine globale Plattform bieten, neue Kunden zu erreichen. Die zweite Besonderheit ist, dass alle Bilder gleich viel kosten und User über ein Abomodell bei uns einkaufen. Das bringt ihnen eine gewisse Kostenkontrolle.

Zum Manager werden

Von einer One-Man-Show ist Shutterstock in knapp zehn Jahren auf ein Team von mehr als 250 Vollzeitangestellten gewachsen. Ich war sehr genau bei der Auswahl neuer Mitarbeiter und bin es auch heute noch.

Die Herausforderung besteht darin, Leute zu finden, die den gleichen unternehmerischen Spirit haben und etwas bewegen wollen. Gerade weil wir in einer Branche arbeiten, die mit ihren Künstlern und faszinierendem Bildmaterial viel Inspiration bietet aber auch eigene Kreativität verlangt, ist mir eine Arbeitsatmosphäre wichtig, in der Ideen entstehen können.

Eine Unternehmenskultur, die inspiriert

Das ist manchmal ein echter Spagat, denn in einem wachsenden Unternehmen muss man sicherstellen, dass alle auf dem Laufenden bleiben, man darf sich aber auch nicht in zu vielen Meetings verstricken.

Wir halten die Teams, die an bestimmten Projekten arbeiten, deshalb eher klein, so dass sie sich auf kurzem Wege abstimmen können und relativ autark bleiben. In großer Runde treffen wir uns dann in regelmäßigen aber längeren Abständen.

Kreativ-Hackathon

Ja und einmal im Jahr veranstalten wir den so genannten „Hackathon“, bei dem alle 24 Stunden lang an Lösungen und Ideen arbeiten, die sie für wichtig halten – das kann was Verrücktes, was Praktisches oder sonst was sein.

Hier kann sich jeder ausleben und es entsteht eine ganz besondere, kreative Stimmung. Es ist faszinierend, was die Teams in dieser kurzen Zeit zustande bringen.

Inspiriert durch die Kunden

Was mit digitalem Bildmaterial gut funktioniert hat, sollte auch die Zugänglichkeit zu Fachwissen verbessern. Daher haben wir 2013 Skillfeed ins Leben gerufen, eine Online-Plattform nach dem Shutterstock-Prinzip. Per Abonnement konten Kreative und IT-Experten hier eine ganze Bandbreite an hochwertigen Video-Kursen zu den verschiedensten Themen und zu erschwinglichen Kosten.

Die Idee entstand im Austausch mit unseren Kunden. Sie waren immer wieder auf der Suche nach neuen Quellen, über die sie ihre Fertigkeiten verbessern oder bestimmte Kniffe lernen können, ohne teure Kurse zu belegen oder stundenlang vor einem Fachbuch zu sitzen.

Erfolg ist das Produkt vorheriger Fehler

Doch nach zwei Jahren mussten wir einsehen, dass das Konzept nicht aufging: Skillfeed wurde einfach nicht so erfolgreich wie Shutterstock. Das mag in Teilen auch an Mittbewerbern wie Udemy oder Lynda gelegen haben. Vielleicht ist der Bedard an Online-Video-Trainings aber längst nicht so robus wie für Stock-Bilder.

Das gehört dazu: Ich versuche mich ständig neu herauszufordern. Es ist wichtig, nicht auf der Stelle zu treten, sondern sich immer weiterzuentwickeln. Lernen ist ist ein Prozess ständiger kleiner Veränderungen. Man macht Fehler, lernt daraus und macht dann weiter. Auch der Erfolg von Shutterstock ist letztlich das Ergebnis vorheriger Fehler.

Mehr zu Jon Oringer in unserer vierteiligen Interview-Serie.

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