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7 goldene Regeln des Präsentierens: Weniger ist mehr!


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Die meisten Folienpräsentationen sind einfach nur schlecht! Schlecht gestaltet. Grundlegende didaktische Erkenntnisse werden vielfach mit Füßen getreten. Wie geht es besser?

praesentation 7 goldene Regeln des Präsentierens: Weniger ist mehr!


Hier schreibt für Sie:

mn-daefler-2014-03-17-farbig Professor Dr. Martin-Niels DäflerProf. Dr. Martin-Niels Däfler lehrt an der Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) in Frankfurt am Main.

Profil

Der Mensch ist ein „Augentier“

Der Mensch ist ein „Augentier“, das visuelle Informationen besonders effizient und bereitwillig aufnimmt. Bei der Gestaltung von Präsentationen orientieren sich jedoch viele Vortragende nach wie vor an veralteten Konventionen:

Zu hoher Textanteil, ein stets wiederkehrendes Masterlayout und kaum Bilder entsprechen nicht mehr den heutigen hohen Ansprüchen. Die Folge: Die meisten Folienpräsentationen überfordern oder langwei-len uns!

7 goldene Regeln des Präsentierens

Mit dem PräZENtationsprinzip können Sie Ihre Zuhörer mit Folienvorträgen begeistern. Dafür müssen Sie sich bei der Gestaltung nur an den folgenden 7 goldenen Regeln orientieren:

1. Strukturieren Sie Ihre Gedanken

Der erste Schritt für eine gelungen Präsentation ist die Vorbereitung: Wenn man in der Vorbereitungsphase den Computer benutzt, ist man erwiesenermaßen weniger kreativ, als wenn man mit einem Stift arbeitet. In der Ideenfindungsphase ist es also ratsam, seine Gedanken ganz klassisch auf Papier oder, noch besser, auf Post-its festzuhalten.

Wenn Sie diese an eine Tafel oder Wand kleben, haben Sie gleich einen guten Überblick über den Gesamtvortrag und können die Struktur durch Umhängen noch einfach verändern. Wichtig dabei: Verwenden Sie für jeden Gedanken einen eigenen Zettel!

2. Müssen es überhaupt Folien sein?

Am Anfang Ihrer Überlegungen kann auch der Gedanke stehen, ob Sie überhaupt Folien einsetzen wollen. Manchmal lassen sich Inhalte anschaulich und sogar besser mit anderen Medien vermitteln – etwa mit einer klassischen Tafelanschrift oder einer Flipchart-Zeichnung.

Auch der Einsatz von Metaplankarten und Pinnwänden kann eine gute Alternative sein. Viel Aufmerksamkeit erzielen Sie – alternativ oder ergänzend zu einer Präsentation – , wenn Sie Demonstrationsobjekte, also z. B. Bücher oder Produkte, mitbringen und unter den Zuhörern herumgehen lassen. Empfehlenswert ist in jedem Fall die Einbeziehung der Teilnehmer, um Ihre Präsentation lebendig zu gestalten.

3. Weniger ist mehr

Gute Folienpräsentationen kommen menschlichen Gewohnheiten und Eigenschaften entgegen: Sollen Präsentationen überzeugen, so müssen sie gehirngerecht dargeboten werden. Das belegen alle neueren didaktischen und neurologischen Befunde.

Dabei gilt ein ganz banaler Leitsatz: Weniger ist mehr. An dieser – der Zen-Philosophie entlehnten – Feststellung orientiert sich die hier beschriebene Methode.

4. Folien klar und ansprechend gestalten

Das PräZENtations-Prinzip vermittelt Ihnen, wie Sie klare, übersichtliche und ansprechende Folien gestalten, um auf diese Weise mehr Interesse bei den Zuhörern zu wecken und Ihre Ziele (Information oder Motivation) schneller/besser zu erreichen.

Dazu sind keine spezifischen Vorkenntnisse erforderlich. Auch müssen Sie kein Grafik-Experte sein, um entsprechende Regeln anzuwenden. Die Empfehlungen sind Software-unabhängig, gelten also gleichermaßen für PowerPoint, Keynote oder andere Werkzeuge.

5. Leitfaden zur Gliederung von Folienpräsentationen

Sofern Ihnen nicht klar ist, wie Sie Ihre Präsentation aufbauen sollen, dann können Ihnen die folgenden Fragen helfen, Ihren Vortrag zu gliedern – ordnen Sie Ihre Post-its dann einfach den entsprechenden Fragen zu.

Einleitung
  • Wie lautet das Thema?
  • Warum ist das Thema wichtig für die Zuhörer?
  • Was ist das Ziel des Vortrags?
Hauptteil
  • Was war, was ist, was wird sein?
  • Wo ist das Thema relevant?
  • Welchen Einfluss haben Faktor X, Y und Z auf das Thema?
  • Welchen Nutzen hat wer?
  • Welche Nachteile hat wer?
  • Wie können die Aussagen begründet werden?
  • Welche Beispiele lassen sich anführen, um die Thesen zu bestätigen?
Zusammenfassung
  • Welche Schlussfolgerungen lassen sich ziehen?
  • Was muss getan werden? Wie geht es weiter?
  • Was haben die Thesen oder Aussagen mit der Ausgangssituation zu tun?

6. Beschränken Sie die Anzahl Ihrer Folien

Hinsichtlich der Zahl pro Präsentation zu nutzender Folien gibt es in Theorie und Praxis recht unterschiedliche Empfehlungen. Häufig zitiert wird die 10-20-30-Regel von Guy Kawasaki. Sie besagt, dass eine Folienpräsentation nicht mehr als 10 Folien umfassen, unter 20 Minuten dauern und eine Schriftgröße von mindestens 30 Punkt aufweisen sollte.

Daraus lässt sich ableiten, wie viel Redezeit Sie für eine Folie kalkulieren sollten, nämlich zwei Minuten. Wenn Ihnen also 50 Minuten Redezeit eingeräumt werden, dann sollten Sie ungefähr 25 Folien zeigen.

7. Im Zweifel: raus!

Grundsätzlich gilt: „When in doubt, cut it out!“ Wenn Sie also zweifeln, ob ein Gedanke, den Sie auf einem Post-it notiert haben, tatsächlich eine eigene Folie bekommen soll, bedenken Sie: In wirklich guten Präsentationen wird etwas gezeigt, was sprachlich nicht besser erklärt werden kann.

Die Gütefrage lautet also: Erleichtert eine Folie dem Publikum das Verständnis? Trägt sie dazu bei, die Inhalte schneller oder besser zu vermitteln? Wenn Sie diese Fragen nicht beantworten können, dann bitten Sie einen Kollegen um seine Einschätzung. Fremde sind meist strenger in ihrem Urteil.

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  1. piranha presse & pr
    piranha presse & pr

    RT @Berufebilder: Die goldenen Regeln des Präsentierens: Weniger ist mehr! – (Beitrag via Twitter) kGRgFoEgIw

  2. Harriet Lemcke

    Gute Ansätze, um die Power-Point-Narkolepsie einzudämmen. Selbst plädiere ich ebenso für die Eingangsüberlegung: muss es überhaupt eine Folienpräsentation sein?
    Allzu häufig steht das Hilfsmittel im Vordergrund und der Präsentator verkommt zu einem Sprechapparat. In meinen Coachings und Trainings gebe ich gern weiter, was ich unter anderem in 17 Jahre Hörfunk verinnerlicht habe – einem Medium, in dem Inhalt, Begeisterung, Variation und Hörerbindung allein über die Stimme und die Präsenz des Präsentators vermittelt und erzeugt werden. Über die eigene Wirkung machen sich in der Praxis die allerwenigsten Präsentatoren Gedanken, sondern konzentrieren sich auf die Fakten. Ein fataler Fehler, denn wenn sie selbst präsent sind und ihre Zuhörer begeistern, dann haben diese auch Freude daran, dem Inhalt zu folgen.

    • Simone Janson

      Hallo Frau Lemcke,
      tolle Einstellung, danke. Ich denke, das Grundproblem ist, dass viele beim konzipieren eines Vortrags von sich aus gehen: Man hat sich sehr lange mit einem Thema beschäftigt, kennt jedes Detail und will das dann rüberbringen. Die Kunst besteht darin, mit der Masse an Hintergrundwissen, die man hat, zu vereinfachen, die Dinge auf den Punkt zu bringen und den Leser nicht zu überfordern. Kein leichtes Unterfangen, ich bemerke das übrigens auch bei der Gestaltung der Website immer wieder.

  3. KompetenzPartner
    KompetenzPartner

    Die goldenen Regeln des Präsentierens: Weniger ist mehr!: Die meisten Folienpräsentationen sin… (Beitrag via Twitter) 3ttnBV7c4M #Beruf #Bildung

  4. Berufebilder
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  5. Simone Janson
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    Die goldenen Regeln des Präsentierens: Weniger ist mehr! – (Beitrag via Twitter) FhIGuvjktW

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