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Vereinbarkeit von Beruf & Familie im Europa-Vergleich: Deutschland beim Gehalt fast Schlusslicht


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Der Gender Pay Gap ist bei Müttern in Deutschland besonders drastisch. Eine aktuelle Studie von Glassdoor Economic Research untersucht neben diesen „Kosten der Mutterschaft“ noch 11 weitere Faktoren rund um das Thema Gleichstellung am Arbeitsplatz in insgesamt 18 Ländern. Die Ergebnisse legen offen, dass Frauen in Skandinavien im Job deutlich besser gestellt sind als hierzulande.

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Hier schreibt für Sie:

 

fritzi-roth_kl Fritzi Roth Fritzi Roth ist Product Specialist bei Glassdoor D-A-CH.

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Indirekte Kosten der Mutterschaft nur in Irland höher als in Deutschland

Berufstätige Mütter bekommen tendenziell ein niedrigeres Gehalt als kinderlose Arbeitnehmerinnen. Der Gender Pay Gap im Vergleich zu den durchschnittlich besserverdienenden Männern ist für Frauen mit mindestens einem Kind knapp 23 Prozent höher als für kinderlosen Frauen.

Dieser Gehaltsunterschied ist mit 31 Prozentpunkten (PP) nur in Irland noch größer als in Deutschland. In Italien, Spanien und Belgien (3 PP und niedriger) sind die indirekten Kosten der Mutterschaft innerhalb Europas dagegen am niedrigsten. Das zeigt die aktuelle Studie „Which Countries in Europe Have the Best Gender Equality in the Workplace?“ von Glassdoor Economic Research.

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Gleichstellung am Arbeitsplatz: Nachholbedarf in Deutschland

Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 12 Schlüsselindikatoren zur Gleichstellung zwischen den Geschlechtern untersucht, darunter unter anderem die Beschäftigungsquote, die Erwerbsquote und die Quote in Führungspositionen. Die Gleichstellung am Arbeitsplatz wurde in 18 Staaten auf Basis von OECD- und Eurostat-Daten verglichen. Im Ranking steht Deutschland an viertletzter Position.

Beispiele wie Schweden, Norwegen und Finnland beweisen hingegen, dass es möglich ist, ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis zwischen beschäftigten Männern und Frauen zu erreichen. Diese Balance am Arbeitsmarkt kann anderen Ländern als Vorbild dienen. Allerdings zeigt sich auch bei einem Positivbeispiel wie Norwegen, dass kein Land perfekt ist: Die indirekten Kosten der Mutterschaft etwa sind dort beinahe so hoch wie in Deutschland.

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Gender Gap bei Beschäftigungsquoten

Mit Blick auf die Beschäftigungsquote liegt Deutschland im Mittelfeld: Der Abstand zwischen der Quote bei Männern und Frauen beläuft sich auf 9 Prozentpunkte (PP). In Italien und Griechenland bestehen in dieser Kategorie die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern, während die Arbeitsmärkte in Finnland, Schweden und Norwegen deutlich ausgeglichener sind.

Bei Berücksichtigung der Vollzeit-Beschäftigungsquote vergrößert sich der Gender Gap noch einmal erheblich und ist zwei- bis dreimal so hoch wie bei der allgemeinen Beschäftigungsquote. Das bedeutet, dass ein großer geschlechtsspezifischer Unterschied bei der Arbeitszeitdauer besteht und eine Festanstellung für Frauen im Durchschnitt unwahrscheinlicher ist. Allerdings ist an dieser Stelle auch der Ausbildungsgrad eine zentrale Einflussgröße. Bei Frauen mit Hochschulabschluss ist der Gender Gap in Bezug auf die Beschäftigungsquote nur halb so hoch wie bei Frauen ohne höhere Schulbildung.

Frauenquote: Im Vorstand weiterhin unterrepräsentiert

Der Europa-Vergleich zeigt, dass in Schweden, Norwegen, Großbritannien und Portugal auf Managementebene beinahe 40 Prozent der Arbeitnehmer weiblich sind. In Deutschland liegt die Quote bei 30 Prozent, während der Frauenanteil in Leitungspositionen in den Niederlanden mit 26 Prozent am niedrigsten ist.

Auch auf Vorstandsebene sind Frauen länderübergreifend mit einem Anteil von unter 40 Prozent unterrepräsentiert. In Norwegen ist die Quote mit 36 Prozent noch am höchsten, was teilweise auf eine entsprechende gesetzlich regulierte Frauenquote aus dem Jahr 2006 zurückzuführen ist. Frankreich, Finnland und Schweden folgen mit einem Frauenanteil in Vorständen von etwa 30 Prozent. In Deutschland liegt die Quote bei 26 Prozent, wobei hier anzumerken ist, dass der Gesetzgeber Anfang des Jahres mit dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen ebenfalls aktiv geworden ist (die berücksichtigten Daten aus der Glassdoor-Studie stammen aus dem Jahr 2015).

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