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Motivation & Mindset der Generation Y – 2/2: Arbeit neu denken



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Auch noch gut zehn Jahre nach dem Studium pflege ich den Kontakt zu ehemaligen Kommilitonen, bleibe mit ihnen im Dialog. Ich musste feststellen, dass es den meisten von ihnen ähnlich erging wie mir. Sie haben Unternehmen gewechselt, neue Aufgaben und Positionen bekommen. Erst heute fühlen sie sich angemessen entlohnt.

network Motivation & Mindset der Generation Y - 2/2: Arbeit neu denken


Hier schreibt für Sie:

 

teege Christoph TeegeChristoph Teege ist Quizbox-Weltmeister & Deutscher Meister im Boxen.

Profil

Arbeit neu denken

Das hat mir zudenken gegeben. Es muss doch möglich sein, das „Konzept Arbeit“ neu zu schreiben, verkrustete Strukturen und Abläufe zu hinterfragen und aufzubrechen. Wir sind ja keine Einzelfälle. Vielen Vertretern der Generation Y geht es so. Wir sind es gewohnt (und die ganz jungen erst recht), uns mit Handy und Laptop zu organisieren.

Und wir verfügen sehr wohl über ausreichend Disziplin und Biss, unsere Aufgaben zu erledigen. Während meiner Studienzeit hatte höchstens ein Prozent der Studenten einen Laptop. Wenn ich heute an den Hochschulen doziere, hat dort höchstens ein Prozent aller Studenten KEINEN Laptop dabei.

Arbeitszeit ist Lebenszeit

Für uns, die Generation Y – zu der ich im Übrigen auch gehöre – bedeutet „Arbeitszeit = Lebenszeit“. Ich sehe es einfach nicht ein, warum ich meine Zeit bis zum Feierabend absitzen muss, wenn ich mit der Arbeit fertig bin.

Warum darf ich die Zeit nicht genießen, die ich mir durch Schnelligkeit, Präzision und entsprechende Ergebnisse „erarbeitet“ habe?

Auch (vorzeitig) erreichte Tagesziele sind Erfolge! Doch nicht nur darum geht es. Die Generation Y ist außerdem an Selbstverwirklichung und einer sinnerfüllten Arbeit interessiert. Klar, das ging älteren Menschen auch so, nur haben die sich vielleicht nicht getraut, das auch öffentlich zu kommunizieren wie die Generation Y und sieben aus der Generation X (Jahrgang 1965 bis 1980).

Der Sinn der Arbeit

Im Vergleich zu den älteren Mitarbeitern hinterfragt die junge Generation viel häufiger den Sinn ihrer Arbeit. Sie will verstehen, was und vor allem warum und wofür sie etwas tut, fragt öfter nach den Hintergründen, will Verantwortung übernehmen und bei Entscheidungen mitreden.

Beobachten Sie die jungen Leute ruhig ein wenig genauer. Sie werden feststellen, dass viele von ihnen sehr engagiert sind. Sie entwickeln eigene Ideen, verpacken sie in Konzepte oder Worte, möchten sie in Projekte oder Prozesse einbringen.

Sie wollen Erfahrungen machen, sich fachlich weiterentwickeln und persönlich wachsen. Doch wenn etwas wächst, gehören Wachstumsschmerzen dazu. Das heißt, dass auch unabhängig von Entwicklungsphasen jeder von uns Fehler macht. Das ist ganz normal. Deshalb muss eine Umgebung geschaffen werden, in der Fehler gemacht werden dürfen.

Fehler fördern die Entwicklung …

… wenn wir daraus lernen. Das gilt auch für den Sport. Beim Boxen wird ganz klar zwischen Training und Wettkampf unterschieden. Im Training werden viele Techniken ausprobiert, die aber in der Anwendung nicht immer (auf Anhieb) so funktionieren, wie wir es uns in der Theorie vorgestellt haben. Wir machen Fehler und die Rückmeldung tut oft weh.

Vielleicht bringt sie uns die Erkenntnis, dass diese Technik für einen selbst nicht die richtige ist. Durch Reflexion lernen wir dazu, aber auch durch Schmerz. Im Wettkampf hingegen greift der Boxer nur auf Techniken zurück, die funktionieren. Fehler sind hier nicht angebracht! Als Ganzes betrachtet handelt es sich um einen vielversprechenden Lernprozess.

Und genau das muss auch in einem Unternehmen möglich sein. Es müssen Fehler gemacht werden dürfen. Nur dann kann sich der Mitarbeiter weiterentwickeln und besser werden. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Fehler nur bedingt Konsequenzen haben und nicht das gesamte Ziel gefährden. Aus der Sicht des Boxers ausgedrückt darf er nicht in jedem Fight K.O. geschlagen werden. Das geht zu sehr an die Substanz und mindert die Motivation.

Arbeiten im Einklang mit dem Biorhythmus

Die Generation Y will selber entscheiden, wann und wo sie ihre Arbeit erledigt. Sie braucht feste Rahmenbedingungen, innerhalb derer sie sich frei bewegen kann. Die Generation X war da anders; oftmals wurden ohne Meckern und Nachfragen Aufgaben einfach abgearbeitet. Das Warum, Wofür und auch das Wie interessierte nicht.

Daraus ergibt sich eine Frage, die ich Ihnen gerne stellen möchte: Können Sie acht Stunden am Stück konzentriert arbeiten? Ich nicht! Wir sind Menschen und (Gott sei Dank) keine Maschinen! Wir haben einen Biorhythmus mit Hoch- und Tiefphasen, der durch mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Entspannungsphasen positiv beeinflusst werden kann.

Seien Sie flexibel!

In jedem Buch zum Thema Zeitmanagement steht die Empfehlung, im Einklang mit dem Biorhythmus zu arbeiten. Es ist zweifelsohne sinnvoll, komplexe Aufgaben dann zu erledigen, wenn wir uns gut konzentrieren können. Damit das gelingen kann, trägt auch die Umgebung entscheidend dazu bei. Was spricht also dagegen, Ihre Arbeit zu Hause zu erledigen – im Home-Office oder draußen an der frischen Luft – wenn Sie sich hier viel besser konzentrieren können?

Ich kenne viele Menschen, die ihren Arbeitsort regelmäßig wechseln. Sie arbeiten im Garten, im Auto oder der Hotel-Lobby. Warum auch nicht? Eine neue Umgebung schenkt frische Anreize, regt Fantasie und Kreativität an.

Seien Sie also flexibel und arbeiten Sie „mit weichen Bandagen“. Selbstverständlich erfordert diese Art zu arbeiten ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen. Aber sind wir doch einmal ehrlich: Ist kein Vertrauen da, ist es generell schwer, gute Leistungen zu erbringen; der Arbeitsplatz spielt dabei nur eine ungeordnete Rolle.

Fazit

Das Generation Y-Thema ist ein guter Ansatz, über Arbeit, Führung und Zusammenarbeit nachzudenken. Aber Vorsicht: Was seit 30 Jahren gut funktioniert, muss nicht zwangsläufig für die nächsten 30 Jahre gelten.

Die Jungen können vielleicht besser mit Informationen umgehen, dafür fehlt ihnen etwas, was die Älteren haben: Berufs- und Lebenserfahrung. Wenn sich beides ergänzt, kann etwas Größeres daraus entstehen, gemäß dem Zitat von Aristoteles: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“

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