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Innovation Zukunft-Trends & neue Denkmuster – Teil 2: Die Macht der Organisation



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Noch nie war das Leben so »organisiert« wie heute Organisationen sind die prägendsten Systeme der Neuzeit, zumindest seit dem Beginn der Industrialisierung. schulhof-organisation Innovation Zukunft-Trends & neue Denkmuster - Teil 2: Die Macht der Organisation


Hier schreibt für Sie:

 

stefan-kaduk-foto Dr. Stefan KadukDr. Stefan Kaduk ist Managementforscher & Bestsellerautor.

Profil

Warum brauchen wir Organisationen?

Organisationen müssen einer Reihe von Aufgaben gerecht werden, bieten beispielsweise einen Arbeitsplatz, sind ein Stück LebensWelt, oft aber auch Orte der Angst.

Sie sollen Handlungen koordinieren, um Stabilität und Routine zu erzeugen. Sie sind ein nicht homogener, vielfältiger und von unterschiedlicher Viskosität geprägter Fluss von Materialien, Leuten, Geld, Zeit, Lösungen, Problemen und Entscheidungen. Menschen treten ihre Ressourcen an die Organisation ab und erwarten von dieser deren Koordination.

Organisation ist somit mehr als nur Institution und Prozess. Sie ist »… die Maschine, die umsetzt …« . Organisationen vernetzen sich Weltweit und zeigen eine Eigendynamik, mit der sie die Funktionssysteme der Gesellschaft durchsetzen. Dazu ein Beispiel:

Der organisierte Schulhof

Während eines Elternstammtisches – wir überengagierte Eltern treffen uns alle zwei Monate, mal im Sportlerheim, mal im China-Restaurant – echauffieren wir uns wahlweise über die Unfähigkeit der Schule oder das gesamte bayerische Schulsystem. Nebenbei werden wir vom Elternspre­cher auf den neuesten Stand gebracht.

Dieses Mal benötigt der Förderverein Geld. Ein engagierter Jugendsozialarbeiter will den Schulhof neu gestalten – und das kostet. Klasse Sache, denke ich mir, doch dann erfahre ich den Hintergrund. In der (viel zu kurzen) großen Pause werden manche Kinder von anderen öfters angerempelt, dabei fällt das Pausenbrot schon mal herunter. Jetzt wurde festgestellt, dass einige Kinder in der Pause spielen, die anderen wild herumrennen und die übrigen einfach in Ruhe essen wollen.

Ich frage in die Runde, ob das nicht immer schon so war. Ja natürlich, bestätigen alle. Und die Kinder haben sich organisiert. Es gab Konflikte und Diskussionen, die Größeren haben auf die Kleineren Druck ausgeübt, und ab und zu musste auch die Pausenaufsicht einschreiten. Dennoch entstand eine Ordnung nach irgendwelchen – meist unbewussten – Ent­scheidungen und Abläufen.

Welche Organisationsphänomene gibt es?

Aber genau darauf will der Jugendsozialarbei­ter nicht mehr setzen. Er will ein formales System aufbauen und den Schul­hof in drei Zonen einteilen: einen Spiel-, einen Bewegungs- und einen Ruhebereich. Vermutlich wäre dann alles organisiert. Und die Pau­senaufsicht hätte ein klares und eindeutiges Instrumentarium an der Hand, um im Fall der »nichtzonengerechten Nutzung« angemessen zu verfahren.

Und das Beste: Diese Organisation hat man sich ohne den aufwendigen Prozess der Schülerbeteiligung ausgedacht – so ganz nach rationaler Erwachsenenlogik. Zwei Organisationsphänomene werden sichtbar. Das eine ist die sich selbst organisierende Interaktion zwischen Menschen, die auf dem »unorganisierten« Schulhof entsteht, spontan und irgendwie. Eine Organisation, die es schon immer gab.

Die Organisationsform der Industrialisierung

Das zweite kennen wir erst seit relativ kurzer Zeit. Der Begriff »Organisation« leitet sich vom grie­chischen »organon« her, das so viel bedeutet wie »Werkzeug«, »Ins­trument« oder »Organ«. Primär bezog man es auf biologische Prozesse, die dann auch auf den Staat als Körper übertragen wurden.

Erst im 19. Jahrhundert, einhergehend mit der Industrialisierung, wurde Organisation im heutigen Sinne verstanden. Und genau dieser strukturgebende Rahmen beschäftigt uns im Folgenden.

»Die Allgegenwart von Organisationen ist nicht der … Hauptgrund für ihre Bedeutung. … Vom Standpunkt des Sozialpsychologen aus interessieren wir uns für die Einflüsse, die aus seiner UmWelt auf das Individuum einwirken, und wie es auf diese Einflüsse reagiert. Für die meisten Menschen repräsentieren formale Organisationen einen Großteil ihrer UmWelt.«

Die Organisation dringt in alle Bereiche unseres Lebens ein

Was die beiden »Urgesteine« der Organisationsforschung, James G. March und der Nobelpreisträger Herbert A. Simon, hier beschreiben, könnte mit anderen Worten so lauten: Der moderne Mensch – zumindest der industriell geprägte – wird bewusst oder unbewusst ständig mit Organisationen konfrontiert. Wir arbeiten, lernen und bilden uns in Organisationen. Ohne Organisationen, die unsere tägliche Versorgung sicherstellen, würden wir ver­mutlich nur sehr kurze Zeit überleben.

Und selbst wenn wir in die Natur gehen oder unsere Freizeit gestalten – in Fitnessstudios, Vereinen, Vergnügungsparks oder Kulturzentren –, alles ist organisiert! Nach und nach mischen sich Organisationen in Spiel, Freundschaft und sogar in Liebe ein. In virtuellen Formen der Kommunikation bestimmen Organisationen wie die Playhouse Group, Facebook oder FriendScout24, wie Menschen nach welchen Regeln zusammenfinden.

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