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Erfolgsfaktor Emotionen – Teil 2: Verzeihen & Loslassen



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Zu verzeihen wird allgemein als eine noch schwierigere Aufgabe als das Aufbringen von Verständnis empfunden. Dabei gilt: Nur wenn wir verzeihen, können wir uns von einer Person oder einer Situation lösen.

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Hier schreibt für Sie:

hoffmann-stimme-e1404806464357 Gottfried HoffmannGottfried Hoffmann ist Kommunikations- und Sprechexperte und unterrichtet an zahlreichen Hochschulen.

Profil

Verzeihen heißt loslassen

Im Umkehrschluss heißt das: Wenn wir nicht verzeihen, bleiben wir in Verbindung. Und das hemmt uns in unserem Fühlen, Denken und Handeln.

Klingt das im ersten Moment etwas kategorisch und vielleicht auch unverständlich? Lassen Sie es mich näher erläutern.

Verzeihen im Alltag

Schauen wir in unserem Alltagsleben nach entsprechenden Situationen: Kennen Sie das auch, dass Sie sich über Fahrfehler anderer heftig aufregen und laut schimpfen. Schaffen Sie es, der Person zu verzeihen?

Wenn mir das Verzeihen gelingt, fahre ich hinterher sehr viel entspannter weiter und das Ereignis ist schnell wieder aus meinem Kopf beziehungsweise meinem Gefühlsleben verschwunden.

Platz schaffen für andere Dinge

Und ich kann mich gleich wieder anderen und wichtigeren Dingen zuwenden. Sonst würde ich vielleicht zur Arbeit kommen und erst einmal über diesen unverschämten Autofahrer schimpfen.

Ich würde dann meine Umgebung mit meinen negativen Gedanken anstecken und selbst nicht frei sein für die vor mir liegenden Herausforderungen. Wer kennt nicht, Hand aufs Herz, ähnliche Situationen bei sich selbst?

Die große Herausforderung: sich selbst verzeihen

Eine wirkliche Herausforderung ist es aber, sich selbst zu verzeihen. Denken wir einige Aspekte am Beispiel eines meiner Klienten mit Namen Konstantin durch.

Er hat beruflich etwas bewegt und erwartet deshalb zum Beispiel von seiner Umgebung eine Würdigung. Stattdessen wird er aus dem Unternehmen entfernt. Was könnte Konstantin denn sich selbst verzeihen? Die anderen waren doch diejenigen …

Weg mit der Erwartungshaltung

Konstantin könnte sich selbst verzeihen, dass er einen gewissen Anteil an der letztendlichen Konfrontation selbst geschaffen beziehungsweise sich darauf eingelassen hat.

Möglicherweise war dieser Anteil nicht sehr groß, nämlich zum Beispiel die Erwartungshaltung, dass seine Leistungen gewürdigt würden. Möglicherweise hat dieser Erwartungsdruck ihn unfrei gemacht, sachdienlich seine Angelegenheiten zu führen und die Interessen der größeren Struktur, in der er tätig war, angemessen zu berücksichtigen.

Die Ebenen verschieben

Der Akt des Verzeihens sich selbst gegenüber wäre also, dass Konstantin sich eingesteht (Verständnis für sich hat), aus einer solchen Erwartungshaltung heraus agiert zu haben. Dies könnte er sich verzeihen.

Ein anderer Aspekt könnte eine Verschiebung der Auseinandersetzung von der sachlichen Ebene hin zu einer Ebene des Recht-haben-Wollens sein. Auch dies könnte Konstantin sich selbst verzeihen. Er würde damit die permanente innere Verbindung zu der viele Jahre zurückliegenden Situation erheblich lockern, vielleicht sogar aufheben können.

Verzeihen ist nicht tatenlos werden

Sie könnten jetzt einwenden, dass das Verzeihen uns tatenlos werden lässt, uns zum Spielball der anderen verkommen lässt. Das ist aber bei Leibe nicht gemeint. Es geht um etwas anderes. Es geht darum, dass Sie auf Situationen reagieren, angemessen reagieren, aber nicht von Ihrer Wut oder Ihrem Hass getrieben sind.

Sie sind in der Lage, aus der Position des darüber schwebenden Adlers auf die Situation zu blicken und alle wesentlichen Faktoren im Blick zu halten. Um dann angemessen zu reagieren in einer Weise, die die Situation klärt, womöglich löst, und vor allem nicht weiter eskalieren lässt (es sei denn, Sie wollen es so). Positive Entwicklungen in der Zukunft sind auf diese Weise am ehesten möglich.

Kompakt

Verzeihen ist einer der wesentlichen Schritte, um sich von Personen und/oder Situationen zu lösen.

Dabei verzeiht man sowohl der anderen Person beziehungsweise Gruppe als auch sich selbst. Letzteres ist die größere Herausforderung, die unsere Souveränität fordert – und fördert.

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