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Erfolgreich Verhandeln – 3/5: An´s Meer oder in die Berge?



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Momentan sind Deutsche Familien wieder mit der Reiseplanung für den Sommer beschäftigt. Und wie jedes Jahr ereignen sich Dramen in deutschen Wohnzimmern. Die Verhandlungsparteien treten bewaffnet mit Reisekatalogen und –broschüren an den Verhandlungstisch und beginnen zunächst freundlich über den Urlaub des letzten Jahres zu reflektieren. Und dann? amalfi Erfolgreich Verhandeln - 3/5: An´s Meer oder in die Berge?


Hier schreibt für Sie:

48 Kurt-Georg ScheibleKurt-Georg Scheible ist Unternehmer, Berater, Coach und Sprecher.

Profil

Wenn aus Partnern Gegner werden

Aus den Verhandlungspartnern werden zunehmend Verhandlungsgegner. Die einst so schöne Erinnerung an die Urlaube verblasst und aus einem Traumurlaub wird ganz schnell ein Horrortrip.

Sie merken, keine gute Ausgangsbasis, um die nächste Urlaubsreise zu planen. Nicht mal um ein Ziel festzulegen, denn jährlich aufs Neue stellt sich die Frage: Meer oder Berge?

Faule Kompromisse?

Heraus kommt meistens eine Lösung, die für keine der beiden Parteien wirklich gut ist. Sie kennen das unter dem Namen Kompromiss. Doch das ist nur der Nachname, der Kompromiss hat auch noch einen Vornamen: Fauler. Der ganze Name lautet also: Fauler Kompromiss.

Und das ist es, was jährlich bei Urlaubsreisen und täglich in deutschen Betrieben geschlossen wird. Ein fauler Kompromiss. Getrieben von der geradezu panischen Suche nach „win-win-Lösungen“, werden täglich unzählige faule Kompromisse geschlossen.

Im Umgang mit anderen Menschen macht uns unser Vorname persönlicher. Und auch den Faulen Kompromiss macht sein Vorname persönlicher, bringt ihn uns näher. Und zeigt sein wahresGesicht. Er taugt nicht. Ist nicht für den Verzehr geeignet, verdirbt uns für lange Zeit den Magen und stößt auch nach Jahren noch bitter auf.

Besser: Konsens vereinbaren

Was ist also zu tun. Treffen Sie keine faulen Kompromisse mehr, sondern vereinbaren Sie einen Konsens. Der Unterschied? Bei einem Kompromiss fahren Sie vielleicht eine Woche ans Meer und eine Woche in die Berge. Keiner hat das gehabt, was er wirklich wollte. Sie waren zwar mit Ihrem Partner zwei Wochen zusammen, doch Sie eine Woche an einem Ort, an dem Sie nicht sein wollten.

An dem Sie alles gesucht, gefunden und angemerkt haben, was Ihnen nicht gefällt und was Sie so richtig doof finden. Und dafür hat es Ihnen Ihr Partner dort, wo Sie sein wollten, eben auch so gemacht. Großes Kino. Sie waren also zwei Wochen im Dauerstress, von ein paar wenigen Momenten abgesehen. Vielleicht war ja die Heimreise ganz nett. Stimmts?

„‚Win-Win“ – reine Heuchelei

Also was können Sie machen? Zunächst verabschieden Sie sich einmal von „win-win“. Von diesem heuchlerischen Mantel, in dem der faule Kompromiss so oft daherkommt. Stellen Sie in Ruhe alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zusammen. Dazu gehört auch, Sie zwei Wochen am Meer. Ihr Partner zwei Wochen in den Bergen.

Stellen Sie dann alle Fakten zusammen, und zwar für alle Möglichkeiten. Bringen Sie auch Risiken und Chancen aller Optionen mit in Ihre Betrachtung. Und jetzt lassen Sie es erstmal liegen, für mindestens eine Nacht.

Entscheiden mit klarem Kopf!

Nach dieser Pause entscheiden Sie. Gemeinsam. Mit Abstand und klarem Kopf. Was zu große Risiken hat, sortieren Sie aus. Sehen Sie der Tatsache ins Auge. Sie sind heute noch da, weil Ihre Vor-Vorfahren Feiglinge waren.

Genauso wie meine und die aller anderen Menschen. Die Mutigen und Furchtlosen wurden vorher gefressen. Also entscheiden Sie ruhig mal auf Sicherheit – unsere Vorfahren haben es auch schon so gemacht.

Wie im Cockpit

Sehen Sie sich mit Ihrem Partner wie eine Cockpitbesatzung im Flugzeug. Beide Piloten haben die gleichen Rechte und Pflichten, und ihr Job ist es, Flugzeug (Ehe) und Passagiere (Kinder und Hund) sicher zu landen. Im Notfall auch auf einem anderen Flughafen. Helden haben im Cockpit nichts zu suchen.

Diese Betrachtungsweise hilft Ihnen übrigens auch in Verhandlungen mit Ihrem Chef, Kollegen, Kunden, Lieferanten. Ein Flugzeug zu steuern ist Teamarbeit – und faule Kompromisse gibt es nicht. Oder haben Sie schon mal erlebt, dass erst mal zwei Stunden in die eine Richtung und danach zwei Stunden in die andere Richtung geflogen wurde, nur weil sich die Piloten nicht auf ein gemeinsames Ziel einigen konnten?

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