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Umgang mit Feedback – 2/3: Das Kränkungs-Tabu



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Die erste Reaktion auf Feedback ist in vielen Fällen, Abwehr und Kränkung. Allerdings gilt es, die  potenzielle Kränkung zu finden, die jedem Feedback innewohnt.

feedback3 Umgang mit Feedback - 2/3: Das Kränkungs-Tabu


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chris-wolf Chris WolfChris Wolf Diplom-Psychologin und Buchautorin.

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heinz-jiranek Heinz JiranekHeinz Jiranek, Diplom-Psychologe & Coach.

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Angriff auf die Persönlichkeit

Damit meinen wir den schmerzhaften Blick oder „Angriff“ auf das Allerheiligste der Persönlichkeit, auf das, was uns ausmacht. Wenn ein Feedback unserem Selbstbild nicht entspricht, dann treten Nachdenkarbeiten in Gang. Dabei wird ganz häufig unser Selbstbild als „bedroht!“ wahrgenommen, geschützt und reflexartig verteidigt.

Ich stelle mir das – in Analogie zum Immunsystem – so vor, dass der Fremdkörper „Kränkung“ und eben manchmal auch ein “Feedback” herausgeeitert werden muss! Das, was da von außen kommt, das darf einfach nicht wahr sein, sonst wäre Ich nicht Ich, sondern ein Mosaik aus fremden Definitionen.

Einfach den Feedbackgeber abwerten?

Deshalb werde ich sauer und hoffe, die Säure kann das Fremde, das von außen Kommende zersetzen, als etwas, das nicht zu mir gehört. Dies kann man zum Beispiel erreichen, indem man erst gar nicht den Inhalt betrachtet, sondern einfach den Feedbackgeber abwertet.

Um die eigene Identität zu wahren, rechtfertigen wir uns, das heißt, wir fertigen uns das Recht selbst, und damit legitimieren wir unser Tun. So schützen wir unser Ich, die Grundfeste der Persönlichkeit.

Widerspruchsreflex & Auseinandersetzung

Kurz: Gekränkt zu sein und Widerstand zu spüren, wenn mir etwas nicht passt (= etwas nicht zu mir passt = es also einen Fremdkörper darstellt), das ist ein normaler und vollkommen gesunder psychischer Vorgang. Denn die Kränkung schützt, indem sie die Ursache nach außen hin – zum Verursacher der Kränkung – verweist.

Zu uns selbst sagen wir dann: “Da irrt er sich aber gewaltig!”, “Sein Feedback geht völlig an der Wirklichkeit vorbei!”, “Sie sollte erst mal vor ihrer eigenen Haustür kehren!”, “Was sie da sagt, wird mir ja gar nicht gerecht. Andere sehen das ganz anders!”, “Das muss ich mir doch nicht länger anhören!”

Nur kein direkter Widerstand!

Zugegeben, wir übertreiben, und es wird nicht immer so sein. Aber es wäre merkwürdig, wenn das nicht doch oft genau so wäre und wir selbst einem Feedbackgeber gegenüber, den wir schätzen, auf den wir hören, kritisches Feedback abwehren würden, insgeheim und im Inneren. Diese Tendenz zum Widerspruch, zum Widerstand, zur Abwehr erfolgt nahezu reflexhaft und damit allzu häufig unreflektiert.

Erst wenn man sich dieser inneren Resonanz achtsam bewusst wird, ist man in der Lage, dem Widerspruchsdrang zu widerstehen. Erst wenn man sich als Feedbackempfänger eingesteht, dass es einem mit Feedback nicht gut gehen muss, erst wenn man verstanden hat, dass das sogenannte konstruktive Feedback meist für den konstruktiv ist, der es gibt, aber nicht unbedingt für den, der es bekommt, erst dann kann man hinhören, obwohl’s vielleicht weh tut.

Als Feedbacknehmer darf man sich auseinandersetzen und man darf auch sprechen, wenn man ein Feedback erhält. Nur den direkten Widerstand, den halten wir für nicht zielführend.

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