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Wie Transparenz die ArbeitsWelt verändert: Big Brother im Büro


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Transparenz ist eines der widersprüchlichsten Themen unserer Zeit: Offenheit klingt zunächst einmal positiv, kann aber auch unter Druck setzen, wie eine Studie zeigt. Vor allem in der ArbeitsWelt.

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Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Transparenz – Realität oder Werbegag?

Die Piratenpartei überträgt ihre Fraktionssitzungen öffentlich, Kunden, Verbraucher wollen wissen, wo und wie ihre Waren am besten nachhaltig hergestellt wurden, Bürger erwarten Transparenz von ihren Verwaltungen und Bewerber möchten Vorab Einblicke in Unternehmen bekommen.

Die kommen diesem Wunsch auch gerne nach – vordergründig und pr-wirksam. Ich denke da beispielsweise an Andrus Järg, General Manager von Skype Estland – wo es im Büro sogar eine Sauna WLAN gibt. Ich habe Järg im vergangenen Jahr interviewt und er sagte zum Thema Transparenz und Offenheit:

 “Wir haben hier ein offenes Büro, keine geschlossenen Räume, und ich selbst arbeite auch im offenen Büro. Das ermöglicht mir eine sehr gute Kommunikation mit meinen Mitarbeitern und verstärkt auch die Kooperation untereinander.Die beste Motivation für mich sind andere Menschen. Wenn ich also merke, dass meine Produktivität nachlässt, suche ich den Austausch mit meinen Mitarbeitern und wir versuchen gemeinsam, Lösungen für das Problem zu finden.”

Angst vor zu viel Transparenz

Tatsächlich sind solche transparenten Arbeitsumgebungen mit viel Glas und Großraumbüros in Unternehmen, die offen wirken wollen, eher die Regel als die Ausnahme. Doch ist längst nicht alles transparent, was gläsern aussieht und Zeiten von NSA-Skandal und Angst vor digitaler Überwachung scheinen gewisse Ängste auch durchaus berechtigt.

So erregte Autobauer Porsche schon 2010 Aufsehen damit, dass er seinen Mitarbeitern die Social-Media-Nutzung verbot. Grund war nicht etwa die Angst vor schwindender Produktivität, sondern eher die Angst vor Betriebsspionage.

Macht Transparenz unproduktiv?

Doch auch für die Mitarbeiter ist zu viel Transparenz überhaupt kein Vorteil, wie Ethan S. Bernstein von der Harvard Business School bei seiner Untersuchung in 32 Unternehmen feststellte.

Dabei kam heraus: Mitarbeiter, die sich unbeobachtete fühlen vom Chef, etwa weil der eben nicht im gleichen Büro sitzt oder er nicht durch die Glasscheibe ständig ins Büro schauen kann, erzielten in der gleichen Arbeitszeit zehn bis 15 Prozent bessere Leistungen als ihre transparenten Kollegen, die sich ständig den Blicken des Chefs ausgesetzt waren.

Grund: Wer sich beobachtet fühlt, simuliert gerne Geschäftigkeit, Fleiß und Engagement – und verschwendet dabei kostbare Energie. Denn statt produktiv zu sein, produzieren diese Mitarbeiter häufig heiße Luft und puren Aktionismus.

Transparenz zur Kundengewinnung

Um so überraschter war ich, dass ich zufällig dann doch auf ein gelungenes Beispiel für Transparenz am Arbeitsplatz stieß. Pierre Weller hat sich in seinem Logis-Hotel La Source des Sens im Elsass für seine Gäste praktisch nackig gemacht.

Nein, nicht was sie denken. Aber in seiner Hotelküche hat er eine Schwarz-Weiß-Kamera installiert, auf der die Gäste im Restaurant wie auf einer lebendigen Tafel genau beobachten können, was in der Küche vor sich geht.

„Kochen ist ja eine Handwerkskunst, die muss man nicht verstecken“, erklärt er, und: „Sie sollen sehen, dass wir in der Küche nicht schlafen, wenn es auch etwas länger dauert. Das schafft vertrauen.“ Beobachtet oder gestört fühlt er sich hingegen nicht: „Ich denke gar nicht mehr an die Kamera“, sagt er. Vielleicht ist also die selbstgewählte Transparenz doch etwas anderes.

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    Transparenz wirkt natürlich erst einmal vördergründig demokratisch und menschenfreundlich. Wenn sie jedoch dahin führt, dass Menschen alles erdenkliche offenlegen müssen, ist es mit beidem schnell vorbei. (Wo wir dann enden: vielleicht in einem Szenario wie in „The Circle“ von Dave Eggers.)

    • Berufebilder
      Berufebilder

      Da stimme ich völlig zu. Wobei ein Szenario wie in „The Circle“ ja durchaus nicht ganz Realitätsfern ist.

  7. Berufebilder
    Berufebilder

    Wie Transparenz die Arbeitswelt verändert: Big Brother im Büro – (Beitrag via Twitter) ROeupQ28kn

  8. Simone Janson
    Simone Janson

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