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So ruinieren Handy & Co. die Gesundheit: Internetsucht als Zivilisationskrankheit?


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Nach „Digitaler Demenz“ ist „Cyberkrank“ nun das neue Buch des Neurowissenschaftlers & Bestseller-Autors Manfred Spitzer – und das ist für so manchen Internet-Fan harter Tobak, begibt er sich doch auf die Spuren der neuen Zivilisationskrankheit Internetsucht.

Smartphone, Tablets und Computer als Symptome einer digitalen Pandemie

In seinem aktuellen Buch „Cyberkrank!“ beschäftigt sich Spitzer vorrangig damit, welche Auswirkungen Smartphone, Tablet und Internetgeräte auf unsere Gesundheit und unser Leben haben. Interessant: Was lange Zeit vor allem geahnt wurde, kann immer häufiger durch aktuelle Studien belegt werden. Spitzers Warnrufe sind also deutlich mehr als pure Schwarzmalerei.

Damit wird auch „Cyberkrank“ eine kontroverse, vermutlich hitzige Debatte zum Thema Smartphone- und Internetnutzung lostreten. Bereits das Vorgängerbuch „Digitale Demenz“ aus dem Oktober 2014 löste einen kleinen Shitstorm aus – fand aber alters- und schichtübergreifend auch viele Befürworter. Spitzer verteufelt darin die übermäßige Nutzung der klassischen und neuen Unterhaltungsmedien wie TV, Spielekonsolen und Computer. „Cyberkrank“ schließt thematisch daran an. Nunmehr stehen Smartphone, Tablet und Internetgeräte auf der Anklagebank.

Internetsucht ist eine Zivilisationskrankheit

Spitzer spricht aus, was ohnehin viele ahnen: Die Alltagsfixierung auf die Infos, die das Gerät mit dem kleinen Display ausspuckt, macht krank und einsam. Wer soziale Kontakte durch Apps und Domains ersetzt, wird eher früher als später unter „Cyberstress, Cyberangst und Cyberchondrie“ leiden.

Das sind aber nur die „neuen“ Auswirkungen der wachsenden Internetsucht. Auch die „klassischen“ Folgeschäden wie „Schlaflosigkeit, Depression, Haltungsschäden, sexuelle Störungen, Fettsucht und Konzentrationsstörungen“ kommen auf den Tisch“. Untermauert durch recht aktuelle Forschungsergebnisse aus Deutschland und den USA.

Smartphones so ungesund wie eine Schachtel Zigaretten

Der Autor geht detailliert der Frage nach, inwieweit die „Devices“ dauerhafte Schäden anrichten – nicht nur bei Jugendlichen. Die unreflektierte, häufig überflüssige Nutzung der digitalen Helfer wird laut Spitzer zur Zivilisationskrankheit Nummer eins. Schädlich wie Zigaretten, Alkohol oder Drogen. Belege dafür gibt es en masse.

Und seine Argumente zünden. Spitzer ist ein pointierter Schreiber, der weiß, wann er vereinfachen und kürzen darf und wann er seine Geschütze populärwissenschaftlich verpacken muss.

Widerspruch erbeten!

Unwidersprochen wird seine Darstellung nicht bleiben. Das weiß er sehr wohl. Schon im Vorwort geht er prophylaktisch in die Verteidigungsposition. An der Sprengkraft des Buches ändert das aber freilich nichts. Wer mitreden will über die Auswüchse der Smartphone-Manie sollte das Buch lesen.

Fazit: Der neue Spitzer hat das Zeug zum Bestseller: provokant, unterhaltsam und polarisierend. Eines der Bücher, über das man in diesem Jahr reden wird.

Geschrieben von:

 

85 Oliver IbelshäuserOliver Ibelshäuser ist Journalist und Inhaber des Redaktionsbüros Text & Vision.

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    Der Text ist ja nicht von mir… Ich hätte das auch anders geschrieben. Aber passt doch zum Trend…

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  10. Karsten Wenzlaff
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    Wer ist hier süchtig? 😉

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