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Die perfekte Rede 3/4: Action Baby!



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Jeder Action-Film beherrscht dieses Mittel perfekt: Den Kontrast, im Fachjargon auch Antithes genannt zwischen Gegensätzen wie schnell – langsam, verschwenderisch – profitabel, kompliziert – einfach usw.


Hier schreibt für Sie:

 

91 Anita Hermann-RuessAnita Hermann-Ruess ist Rhetorik- und Kommunikationsexpertin sowie Dozentin an diversen Hochschulen.

Profil

Der alte Gegensatz von Gut & Böse!

Die Wirkungsweise von Antithesen: Der dunkle Antiwert lässt meinen Wert noch heller leuchten. Ähnlich anregend wirken auch gezielt eingesetzte Fragen. Beide Stilmittel bringen Action in Ihre Rede.

Eines der beliebtesten Mittel der politischen Rede ist die Antithese, der Kontrast: rechts – links, oben – unten, schwarz – weiß, hell – dunkel. Aber auch im wirtschaftlichen Kontext lässt sich mit der Antithese effektiv formulieren: schnell – langsam, verschwenderisch – profitabel, kompliziert – einfach etc.

Jeder erfolgreiche Film, jeder spannende Roman, aber auch jede mitreißende Rede lebt von dem Gegensatz von Gut und Böse. Ein echtes Highlight also.

Zuspitzen mit Antithesen

Gesteigert werden kann die Antithese noch dadurch, dass der Antiwert in der Argumentation durch meine These widerlegt wird (Concessio, Prolepsis) oder gar der Lächerlichkeit preisgegeben wird wie mit der Ironie.

Dazu einige Stilmittel der Antithese im Überblick:

  1. Antithese: Parallel im Satzbau/gegensätzlich im Inhalt. Wert und Antiwert in einem Satz Vermeidet Schwammigkeit – spricht Klartext. Polarisiert; zeigt Licht- und Schattenseiten auf und erzeugt eine Spannung. Hilft, Entscheidungen herbeizuführen.
  2. Limbic Keywords: Limbische Werte und limbische Antiwerte des Gegenübers explizit ansprechen. Die eigene Lösung mit limbischen Werten, den Ist-Zustand oder die Lösung des Wettbewerbers mit Antiwerten verknüpfen.
  3. Ironie: Die Ironie drückt das Gegenteil von dem aus, was der Redner wirklich sagen will. Verweist humorvoll auf die Schattenseiten (Hölle).
  4. Concessio: Scheinbewilligung. Scheinbar das gegnerische Argument bewilligen. Nimmt den Meinungsgegnern den Wind aus den Segeln. Wirkt glaubwürdig und erzeugt Vertrauen.
  5. Prolepsis: Einwandvorwegnahme. Sie benennen und entkräften während der Präsentation mögliche Einwände. Danach folgt eine überraschende Wendung in der Argumentation zu Ihren Gunsten. Dies hat den Vorteil, dass Sie Einwände schon in der Vorbereitung gut und wirkungsvoll entkräften.

Anregen mit Fragen

Aber auch Fragen bringen Action in Ihren Vortrag: Sie regen zum Nachdenken an und leiten gezielt Interaktionen ein. Mit Fragen ziehen Sie im Nu Ihr Publikum aus dessen Welt in Ihre.

Fragen machen aber auch neugierig. Sie können mit Fragen einen Spannungsbogen auf die Antwort/Lösung hin aufbauen, wenn Sie sie nicht sofort beantworten.

Aufmerksamkeit erregen mit Fragen

Fragen haben im Vergleich zu Behauptungen den großen Vorteil, dass sie den Aufmerksamkeits-Schalter im Gehirn des Zuhörers auf »an« stellen. Fragen überzeugen, da sie weniger Druck aufbauen als Behauptungen.

Da Druck Gegendruck erzeugt, sinkt durch Fragen der Widerstand im Publikum gegen Ihre Position. Hier zwei Beispiele:

  1. Rhetorische Frage: Suggestive Scheinfrage. Sie holen sich ein »Ja« (eine Zustimmung) oder ein »Nein« (Ablehnung der Gegenposition) vom Publikum und sind einen wichtigen Schritt im Überzeugungsprozess weiter.
  2. Direkte Fragen an das Publikum/an den Gesprächspartner: Austausch und Interaktion mit dem Publikum. Vergewisserung, auf dem richtigen Weg mit seinen Argumenten zu sein.
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  6. Stefan Wehmeier

    Freiheit und Gerechtigkeit

    Aus heutiger Sicht ist die monokausale Ursache aller Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen – bis hin zur gegenwärtigen „Finanzkrise“ -, so primitiv und die einzige Lösung in rein technischer Hinsicht so einfach, dass der „Normalbürger“ geneigt ist, den „Verantwortlichen“ Boshaftigkeit zu unterstellen. Doch das ist ein Irrtum:

    „Gegen das Böse lässt sich protestieren, es lässt sich bloßstellen, es lässt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurücklässt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt lässt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht
    geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch -, und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichts sagende Einzelfälle beiseite geschoben werden. Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht.
    Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich.
    …Soviel ist sicher, dass sie (die Dummheit) nicht wesentlich ein intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist. Es gibt intellektuell außerordentlich bewegliche Menschen, die dumm sind, und intellektuell sehr Schwerfällige, die alles andere als dumm sind. …Dabei gewinnt man weniger den Eindruck, dass die Dummheit ein angeborener Defekt ist, als dass unter bestimmten Umständen die Menschen dumm gemacht werden, bzw. sich dumm machen lassen.

    …Dass der Dumme oft bockig ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er nicht selbständig ist. Man spürt es geradezu im Gespräch mit ihm, dass man es gar nicht mit ihm selbst, mit ihm persönlich, sondern mit über ihn mächtig gewordenen Schlagworten, Parolen etc. zu tun hat. Er ist in einem Banne, er ist verblendet, er ist in seinem eigenen Wesen missbraucht, misshandelt. So zum willenlosen Instrument geworden, wird der Dumme auch zu allem Bösen fähig sein und zugleich unfähig, dies als Böses zu erkennen.“

    Dietrich Bonhoeffer (Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit)

    Um sich in einer seit jeher systemisch unfreien und ungerechten Welt, in der ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich sowie Massenarmut, Umweltzerstörung und Krieg – und letztlich der Untergang der Kultur – prinzipiell unvermeidlich sind, die Illusion von Glück erhalten zu können, muss der Dumme auf die primitiven Kategorien Gut und Böse beschränkt bleiben und darf auf gar keinen Fall wissen, was Freiheit und Gerechtigkeit ist:

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