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Die Lüge der digitalen Bildung – Teil 1: Brilliante Babys?



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Noch ist kein Baby aus dem Kreißsaal marschiert, das ein Navi im Smartphone startet, um die Welt zu erobern. Doch unbeirrt lässt die Sehnsucht nach dem perfekten Kind Babys vorm Bildschirm verkümmern .

baby-laptop Die Lüge der digitalen Bildung - Teil 1: Brilliante Babys?


Hier schreibt für Sie:

 

prof.-gerald-lembke Prof. Dr. Gerald LembkeProf. Gerald Lembke ist Studiengangsleiter für Digitale Medien an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim und Präsident des Bundesverbandes für Medien und Marketing e. V.

Profil

Von Hänschen zum digitalen Hans

Pregaphone waren nur ein (plumper) Versuch, die Entwicklung kleiner Genies in effiziente Bah- nen zu lenken. Es spielt gekonnt mit dem Wunsch nach Perfektion, der Sehnsucht, das perfekte Kind in die Welt zu setzen.

Heute hat sich im Kopf vieler Eltern die Redensart eingenistet: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Was bedeutet: Nichts kann früh genug auf den Nachwuchs einstürzen – und eine „Frühförderindustrie“ ( Ralph Schumacher) sorgt für Angebote, die Hänschen auf den Kampf ums Überleben vorbereiten.

Die Verlockungen der Frühförderindustrie

Und dieser Kampf wird immer stärker mit Computern ausgefochten. Daher sticht in der Werbung immer die Bildungskarte, zum Beispiel beim Produkt „Mein erster Laptop“, empfohlen für die Altersgruppe 12 bis 36 Monate.

Diese grellbunte Hässlichkeit aus Plastik „bietet abwechslungsreichen Spiel- und Lernspaß für kleine Entdecker“, so der Hersteller. Dabei drückt das Kleinkind lediglich auf farbige Tasten, und entsprechende Symbole leuchten in einem Display auf. „Zahlreiche Melodien und ein gesungenes Lied sorgen für zusätzliche Unterhaltung“, heißt es weiter in der Werbung. „Mit der beweglichen Kindermaus werden die feinmotorischen Fertigkeiten Ihres Kindes zusätzlich gefördert.“

Der erste Laptop – gut für die Entwicklung?

Wer jetzt noch nicht einknickt und den Kaufen-Button drückt, den sollen noch folgende Argumente überzeugen: Das Produkt sei gut für die „Sprachentwicklung“, die „Sinneswahrnehmung“ sowie „Erkundungsdrang und Neugier“. Alles unter der Überschrift: „Für die Entwicklung Ihres Kindes“. Wer kann da noch Nein sagen?

Wir sagen aber bewusst: Nein. Unsere These lautet: Eine Kindheit ohne Computer ist der beste Start ins digitale Zeitalter. Paradox? Verwirrend? Ja, aber wir werden im Lauf dieser Reihe zeigen, wie sich diese Aussage erhärten lässt.

Eine Kindheit ohne Computer – der beste Start in die digitale Welt

Wir werden darüber nachdenken, wie sich Hänschen zu einem Hans entwickelt, der souverän mit digitalen Medien umgeht – und die großen Chancen der Digitalität zu nutzen weiß. Denn für uns gilt: „Was Hänschen nicht lernt, kann Hans in aller Ruhe lernen.“ Das Modewort der Entschleunigung sollte Einzug in die Bildungsdebatte halten, denn gerade digitale Medien können mit ihrer Geschwindigkeit, Reizüberflutung und Oberflächlichkeit Lernprozesse untergraben.

Und das besonders bei kleinen Kindern: »Wenn Sie ihnen etwas erklären, schlafen sie einfach mal weg«, erläutert die Neurobiologin Prof. Gertraud Teuchert-Noodt, »und dieser Schlaf ist sehr wichtig, weil sich dabei im Gehirn viel abspielt.« Der Erfolg des Lernens sei von einem „inneren Rhythmus“ abhängig, Langsamkeit im Lernprozess von Vorteil. Wer diesen Rhythmus durcheinanderbringt, schafft es auch später nicht mehr, „durch eine Stunde Yoga Schulklassen auf das richtige Gleis zu bringen“, so die emeritierte Neurobiologin.

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