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Gestern Kollege, heute Chef – 1/3: Die Kunst der Führung



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Gratulation! Ab sofort sind Sie „Chef“ und verantwortlich für Ihr Team und seine Aufgaben. Dieser Karrieresprung verändert nicht nur Ihre Verantwortlichkeiten, sondern auch die persönliche Situation in der Unternehmens-Hierarchie. kunst-der-fuehrung


Hier schreibt für Sie:

 

Stefan Häseli Portrait 1_quadrStefan Häseli ist Berater für Organisationsentwicklung.

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Erste Schritte als Chef

Mit der Beförderung warten bereits neue Herausforderungen. Es gilt, Erwartungen zu erfüllen. Dabei starten aus dem eigenen Team hervorgegangene Chefs nicht selten mit Vorschusslorbeeren.

Schließlich kennt man das nun zu führende Team aus der eigenen Zeit als Kollege. Das erleichtert einiges. Abläufe, Produkte und vieles andere sind vertraute Größen – auch die ehemaligen Kollegen, für die Sie nun Vorgesetzter sind.

Neider & Erwartungshaltung

Doch gibt es auch frühere Kollegen, die mit Ihrer Wahl – aus welchem Grund auch immer – vielleicht nicht ganz zufrieden sind. Womöglich wären sie selbst gerne Teamleiter geworden.

Hier liegen die Hauptgefahren einer internen Beförderung: Entweder wird zu viel Nähe erwartet („er/sie bleibt ja ein Kollege von uns“) oder das Pendel schlägt auf die andere Seite aus, auf der es aus Neidgründen sogar zu Sabotagehaltungen kommen kann.

Damit die neue Führungsaufgabe mit all ihren Chancen und Gefahren gelingen kann, sollte ein beförderter ehemaliger Kollege den folgenden fünf Aspekten besondere Aufmerksamkeit schenken.

1. Innere Vorbereitung

Mit der Führungsaufgabe verändert sich die Rolle im Team. Neben der fachlichen liegt nun auch die personelle Verantwortung bei Ihnen. Das bedeutet, Sie können auch „Freunde“ verlieren.

Klären Sie für sich selbst:

  • Was will ich in dieser Position erreichen?
  • Was will ich nicht?

Eine Führungsposition ist immer mit Macht verbunden. Nur wer sich dabei wohlfühlt, kann Macht annehmen und sie im positiven Sinn einsetzen.

2. Kommunikation

Die richtige Kommunikation ist die Paradedisziplin für einen guten Start als Führungskraft. Der Einstieg lässt sich später nur schwer korrigieren – im positiven wie im negativen Sinn.

Aufklärungsarbeit mit den ehemaligen Kollegen und künftigen Mitarbeitern ist der zentrale Schlüsselfaktor für eine Erfolg versprechende Teamarbeit. Im offenen Gespräch mit der ganzen Gruppe lässt sich die neue Rolle anschaulich vorstellen, dass man jetzt eben nicht mehr nur Kollege, sondern auch Vorgesetzter ist.

Sprechen Sie klar an, dass es Situationen geben wird, in denen unliebsame Entscheidungen getroffen werden müssen. In der Verantwortung dem Unternehmen gegenüber wird es nicht ausbleiben, dass auch Maßnahmen umgesetzt oder kommuniziert werden müssen, die wenig kollegial wirken.

3. Einzelgespräche

Führen Sie möglichst früh Einzelgespräche mit allen Teammitgliedern. Später gibt es kaum mehr die Chance, die gegenseitigen Erwartungen so offen mitzuteilen. Das gilt insbesondere für Teammitglieder,

  • denen man in engerer Freundschaft verbunden ist,
  • deren Loyalität womöglich fraglich ist.

Ein ehrlicher Dialog kann sie jetzt ins Boot holen, während alles, was nicht auf den Tisch kommt, die künftige Arbeit unbequem begleiten und belasten wird. Auch eine Grüppchenbildung kann so vermieden werden.

Ebenso wichtig ist es, gut zuzuhören, um die Erwartungen der anderen wahrzunehmen.

Zu den unangenehmen Anfangsaufgaben gehört es, unter Umständen gleich klare Entscheidungen zu fällen. Eine Klärung hinauszuschieben, macht kniffelige Situationen nur noch schwieriger.

4. Handlungen

Sie werden an Ihren Handlungen gemessen. Stellen Sie nicht gleich alles auf den Kopf. Erkennen Sie ruhig die gute Arbeit des Teams unter dem Wirken des Vorgängers an und nutzen dies als Basis für Verbesserungen

Verschaffen Sie sich einen Überblick. Dann lassen sich Änderungen umso sorgfältiger umsetzen. Gerade weil der gute Draht zu den Mitarbeitern bereits besteht, können diese frühzeitig und maßvoll in Entscheidungen mit eingebunden werden, ohne Ihre Führungsrolle zu beeinträchtigen.

Setzen Sie Ihre Vorstellungen Schritt für Schritt, aber konsequent um.

5. Rollenverhalten

Auch das eigene Rollenverständnis im Alltag ist von Bedeutung:

  • Wer zum Feierabendbier mitgeht, sollte auf dienstliche Gespräche verzichten. Jetzt ist der Kollege dabei, nicht der Chef. Es irritiert mehr als es nützt, wenn sich die Rollen vermischen.
  • Entscheidungen aus der Führungsrolle sollten gerade in der Anfangszeit eindeutig deklariert werden: „Auch wenn ich euch schon lange kenne, ich rede jetzt zu euch als euer Chef“.
  • Regelmäßig eingeholtes Feedback von gut bekannten und offen kommunizierenden Mitarbeitern hilft, die neue Chefrolle zu justieren, bis sie eines Tages alltäglich und selbstverständlich für alle Beteiligten wird.

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