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10 Methoden für mehr Schlagfertigkeit – 10: Klare Grenzen setzen



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Bei Unverschämtheiten oder Beleidigungen gibt es nur eine Möglichkeit: Setzen Sie Grenzen, und zwar sofort! Eine Beleidigung ist eine Verletzung der persönlichen Ehre. – Wer legt jedoch fest, wo eine Unverschämtheit aufhört und eine Beleidigung beginnt?

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peter_kensok Peter KensokPeter Kensok ist Peter Kensok ist Kommunikationstrainer, Coach und Psychotherapeut. 

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schaechtle Petra Schächtele-PhilippPetra Schächtele-Philipp ist Schlagfertigkeitstrainerin & Rhetorikerin.

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Von Shakespeare & Co

»Hüte dich vor Streit, doch muss es sein, so führ’ ihn so, dass dein Gegner sich vor dir hütet.«

sagte eins der englischer Dramatiker mWilliam Shakespeare (1564–1616). Oder, um es mit den Worten eines älteren Hausierers zu sagen, bei dem sich ein junger Kollegen darüber beschwerte, dass er so häufig an der Tür beleidigt würde

»Man hat mir nicht aufgemacht, obwohl ich einen Termin hatte, mich weggeschickt, mir die Türe vor der Nase zugeschlagen, mir Hunde hinterhergehetzt. Aber beleidigt – beleidigt hat mich noch nie jemand.«

Beleidigung – eine Definitionssache

Jeder definiert ›Beleidigung‹ anders. Der eine ist schon beleidigt, wenn er nur schräg von der Seite angesehen wird: »Was guckst du?« Der Nächste fühlt sich nicht einmal durch Schimpfworte beleidigt, nimmt sie als Einladung zum Spiel – oder gar als Lob. So wie Captain Spock in Star Trek II: Der Zorn des Khan (1982)

»Ich bin Vulkanier, ich habe kein Ego, das man kränken kann.«

Entscheiden Sie selbst

Entscheiden Sie, wo eine Unverschämtheit endet, mit der Sie gerade noch umgehen wollen, und eine Beleidigung beginnt, die Sie deutlich zurückweisen werden. Leichter haben Sie es, wenn Sie die Latte für Beleidigungen ziemlich hoch hängen. Sie sollten trotzdem akzeptieren, dass manche Dinge einfach wehtun und nachwirken. Dass Sie sich bemühen, eine Kränkung zu verstehen, ist ehrenhaft, heißt aber noch lange nicht, dass Sie sie auch hinnehmen müssen!

Tipp: Beleidigungen drücken stets einen emotionalen Ausnahmezustand aus, unter dem die Sprache ungenau wird. Das ist, außer in Hochsicherheitstrakten mit jeder Menge roter Knöpfe, meistens ungefährlich. Beschimpfungen fallen ansonsten vor allem auf den Sprechenden zurück. Dennoch, wenn jemand Sie ›Arschkrapfen‹, ›Diplompetze‹ oder ›Erfolgsniete‹ nennt, überschreitet er eine Grenze. Niemand darf das! Und Sie handeln dann in berechtigter Notwehr.

Freundlich, aber bestimmt!

Natürlich bringen Sie eine Beziehung nicht dadurch in Ordnung, dass Sie Ihrerseits dem anderen klarmachen, was für ein blöder Hund er ist. Fragen Sie ihn stattdessen, womit Sie es verdient haben, dass er derartig mit Ihnen umgeht. Das ist eine freundliche Grenze und trotzdem bestimmt. Auch das hier geht:

»Auf dieser Ebene werde ich nicht mit Ihnen sprechen. Wir machen eine Pause, vertagen die Situation und treffen uns dann wieder.«

»Sie sagen mir, was Sie so verärgert, dann können wir in Ruhe noch einmal über dieses Thema reden.«

Das Gespräch auf die Sachebene bringen

Bei Kritik ironisch, laut, persönlich oder gar strafend zu werden, würde das Gespräch rein auf der Beziehungsebene halten. Je länger wir dort bleiben, umso schwieriger wird es, dann wieder auf die Sachebene zu gelangen. Bleiben Sie elegant:

  • Lassen Sie sich weder die emotionale Stimmung noch die Lautstärke und den Grad der Unfairness des Angreifers aufdrängen.
  • Vermeiden Sie, sich zu rechtfertigen.
  • Geben Sie keine unnötigen Erklärungen ab.
  • Bevor die Situation eskaliert, brechen Sie das Gespräch verantwortungsbewusst ab.

Ihr persönliches Grundgesetz

Niemand darf Sie beleidigen, sagt das Grundgesetz. Das gilt umgekehrt auch für Sie bei Ihrer Verteidigung. Bleiben Sie auf Ihrem guten Niveau. Sie haben es noch nicht einmal nötig, laut zu werden.

Eine feste, aber leise Stimme, zumindest ein bisschen leiser als die Ihres Gegenübers, kann sogar viel wehrhafter wirken. Die wichtigste Regel bei Beleidigungen lautet: Ersticken Sie Versuche sofort im Keim!

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