EnglishGerman

Vorstellungsgespräche, die Bewerber überraschen – Teil 2: Standard-Antworten vermeiden



Voriger Teil Nächster Teil



Top500 & größtes englisches Blog zum deutschen Arbeitsmarkt (Quellen: DIE ZEIT, Wikipedia, dpa) mit News-Dienst Best of HR. Wir begleiten Kunden seit 15 Jahren im Wandel der Arbeitswelt - mit Beratung, Seminaren & passenden Locations.
Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.

Es gibt Bewerber, die sich nicht sozial erwünscht verhalten, sondern Ihnen von sich aus ein sehr ehrliches Bild von sich zeichnen. Es muss allerdings betont werden, dass dies nicht der Regelfall, sondern die Ausnahme ist. Die meisten Bewerber vermeiden es, ihre Schwächen beziehungsweise potenziell Ungünstiges über sich selbst zu berichten.

job-interview005 Vorstellungsgespräche, die Bewerber überraschen - Teil 2: Standard-Antworten vermeiden


Hier schreibt für Sie:

 

uta Uta RohrschneiderUta Rohrschneider ist geschäftsführende Gesellschafterin der grow.up. Managementberatung.

Profil

Wie Sie Standard-Antworten vermeiden

Von diesen Bewerbern werden Sie auf viele Ihrer Fragen nur Standard-Antworten erhalten. Um einen echten Eindruck von diesen Bewerbern gewinnen zu können, müssen Sie Ihnen spezielle Fragen stellen.

Ihr Ziel ist es, den Bewerber wirklich kennenzulernen, um eine richtige Entscheidung über seine Eignung zu treffen. Wenn Bewerber nicht von sich selbst aus ehrlich und echt agieren, sollten Sie sie in eine Situation bringen, in der sie sich, zumindest für einen ersten Moment, echt zeigen. Das erreichen Sie, indem Sie den Kandidaten mit Ihren Fragen überraschen.

Was passiert, wenn Bewerber spontan reagieren müssen

Dann muss er spontan auf die Fragen antworten. Wenn Menschen sich spontan verhalten müssen, können Sie nicht so gut auf etwas Einstudiertes oder Erprobtes zurückgreifen. Stattdessen greifen Sie auf ein Antwort- beziehungsweise Verhaltensrepertoire zurück, das Sie bereits besitzen. Darum geben spontane Antworten eine Menge über einen Bewerber preis.

Sie sagen etwas darüber aus, wie schlagfertig, spontan oder flexibel das Gegenüber ist, wenn es unvorbereitet agieren muss. Sie bieten Informationen darüber, ob der Kandidat überhaupt ohne Vorbereitung souverän auftreten und agieren kann.

Typische Fragen zur Person – einige Beispiele

Agiert ein Bewerber auf eine Antwort bedacht und nimmt sich für eine Antwort viel Zeit oder beantwortet er Ihre Frage ohne zu zögern? Und welche Reaktion zeigt er überhaupt, wenn er überrascht wird? Hier einige Beispiel-Fragen, mit  denen Sie Bewerber überraschen können.

  • Trinken Sie lieber Bier oder Wein?
  • Wie heißt Ihr Lieblingsrestaurant?
  • Wer ist Ihr Lieblingssportler?
  • Welche Disney-Figur wären Sie gerne?
  • Warum haben Sie kurze/lange Haare?
  • Haben Sie schon mal einen Baum gepflanzt?
  • Was wollten Sie als Kind werden?
  • Was langweilt Sie?
  • Wie laut können Sie schreien?
  • Haben Sie eine gute Handschrift?
  • Würden Sie sich Ihre Eltern noch mal aussuchen, falls Sie die Wahl hätten?
  • Was machen Sie mit Geschenken, für die Sie keine Verwendung haben?
  • Worin sind Sie schlechter als alle anderen Menschen, die Sie kennen?
  • Können Sie einen Autoreifen wechseln?
  • Ohne was könnten Sie nicht leben?
  • Sie gehen wohl gerne auf Nummer sicher …
  • Worüber machen Sie sich einfach zu wenig Gedanken?
  • Wie viel würden Sie maximal für einen Liter Milch bezahlen?
  • Welchen Designer tragen Sie heute?
  • Welche Farbe steht Ihnen gut?
  • Würden Sie so angezogen auch zum Kunden gehen?
  • Welches Essen würden Sie nie probieren?
  • Was wären Sie lieber: Hund oder Katze?
  • Wie finden Sie Flamingos?
  • Was wären Sie am ehesten: blind, taub oder stumm?
  • Fallen Ihnen spontan fünf Spiele des Jahres ein? Welche?
  • Erzählen Sie mir einen Witz.
  • Bringen Sie mich zum Lachen.
  • Wenn Sie ein Cowboy wären, wie hieße Ihr Pferd?
  • Wenn Sie einer der drei Könige wären, was hätten Sie mit zur Krippe gebracht?
  • Ab wann bekommen Sie Heimweh?
  • Sie wachen in einem Müllcontainer auf. Was ist Ihr erster Gedanke?
  • Was kann Ihre Mutter am besten kochen?
  • Welches Buch hätten Sie gerne geschrieben?
  • Welche Superkraft hätten Sie gerne?
  • Mit wem würden Sie gerne einen Tag tauschen?
  • Wohin würden Sie mit einer Zeitmaschine reisen?
  • Wie können Sie am besten entspannen?
  • Was ist für Sie eine Versuchung?
  • Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?
  • Wo bleiben Sie beim Zappen hängen?
  • Wofür geben Sie zu viel Geld aus?
  • Was können Sie besonders gut kochen?
berufebilder

Mehr Informationen? Nutzen Sie unsere Online-Kurse oder persönliche Beratung - die erste halbe Stunde ist umsonst!


Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf Best of HR - Berufebilder.de, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. TMP Germany

    RT @SimoneJanson: Vorstellungsgespräche, die Bewerber überraschen – Teil 2: Standard-Antworten vermeiden –

  2. Christoph Athanas

    Das Bewerberinterview soll dem Zweck dienen herauszufinden, ob jemand auf die entsprechende Position passt (fachlich und persönlich) und gleichfalls dem Kandidaten weiteren Einblick ins Unternehmen, insbesondere dem zu besetzenden Job geben. Daher sollten alle Interviewfragen sinnvoll sein und für den Kandidaten nachvollziehbar und damit akzeptabel sein (weil das Interview dann insgesamt Anforderungsbezug hat). Viele der hier oben genannten Fragen sind in dieser Hinsicht leider völlig sinnfrei („Bier oder Wein?“). Solche Fragen führen dann nicht dazu, dass Sie wirklich mehr über Ihre Kandidaten erfahren, sondern, dass diese die Interviewsituation als nicht nachvollziehbar erleben und sich dann gerade verschließen und auf vermeindlich sozial erwünschtes Verhalten zurückziehen. Lediglich zum Auflockern und mit guter Anmoderation sind einige der o.g. Fragen zu gebrauchen. Ansonsten muss ich dringend davon abraten, weil ohne Anforderungsbezug und unprofessionell. Bewerber im Vorstellungsgespräch sollten Partner sein und nicht Probanden…

    • Simone Janson

      Hallo,
      danke für den spannenden Einwand. Ich stimme zu: Bewerber sollten im Idealfall Partner sein, denen man mit Respekt begegnet. Wie es in den Wald hineinschaut, so hallt es ja auch heraus.
      Ich fürchte nur, was ich so mitbekomme, dass das in vielen Firmen nicht so gesehen wird, dass eben eher nach einer einfach Lösung gesucht wird, bei der Bewerberauswahl die Spreu vom Weizen zu trennen. Hier treffen Frau Rohrschneiders Beiträge tatsächlich einen Nerv und die extraorbitant hohen Abrufzahlen ihrer Beiträge belegen, dass das Interesse an diesem Thema groß ist. Das kann man sicher bedauern, aber da muss sich in den Köpfen wohl noch viel tun.

      Wie würden denn Ihre Vorschläge für partnerschaftliche Fragen aussehen?

      Darüber hinaus bin ich auch nicht überzeugt, dass hier nur mit miesen Tricks gearbeitet werden soll. Es geht auch darum, das Bewerbungsgespräch mit kreativen Fragen in neue Bahnen zu lenken. Kürzlich erzählte mir jemand auch eine schöne Idee: Da fragt der Personaler den Bewerber, was dieser kann, was er selbst nicht kann – und bittet dann, ihm das beizubringen.

      Freue mich auf eine spannende Diskussion – und bitte um Geduld, wenn ich vielleicht nicht immer sofort antworte.

  3. KompetenzPartner

    Vorstellungsgespräche, die Bewerber überraschen – Teil 2: Standard-Antworten vermeiden: Es gib… #Beruf #Bildung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.