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6 Verträge in 6 Minuten per Digitale Signatur: Das Ende der Bürokratie?


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Tiit Anmann, CEO des estnischen Unternehmens signwise, hat sich extra am 1. Mai, auch in Estland ein Feiertag, mit mir verabredet, um mir seine elektronische Signatur und die wichtigsten eServices der estnischen Regierung vorzuführen – so wichtig ist ihm deren Verbreitung.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Digitale Signatur in 6 Ländern

In sechs Ländern wird das digitale Unterschriften-System bereits erfolgreich verwendet: Neben Estland sind das die Nachbarn Lettland, Litauen und Finnland, die Schweiz sowie Aserbeidschan. Weitere sollen folgen. Theoretisch, so scherzt Anmann, sei es auf diese Weise möglich, in sechs Minuten sechs Verträge in sechs verschiedenen Ländern abzuschließen.

Anmann stört es auch nicht, wenn ich seinen Gmail-Account sowie sein Login in die estnischen eServices filme. Das seien keine so privaten Daten, sagt er.

Firmengründung in 18 Minuten

Und führt dann vor, wie effizient die estnische Online-Bürokratie von eHealth, der elektronischen Krankenakte, über eSchool, das elektronische Klassenbuch bis zu Steuererklärung und Vertragsabwicklung sind.

Dieses Services machen die estnische Bürokratie unglaublich effizient: Eine durchschnittliche Kabinettssitzung, lerne ich bei einem Besuch dort, dauert nur noch 45 Minuten statt wie früher vier Stunden, weil die Minister nicht mehr stundenlang Akten wälzen, sondern alles online finden. Auch die Steuererklärung soll nur wenige Minuten dauern. Und der Rekord einer Unternehmensgründung liegt bei 18 Minuten – kein Wunder, dass Estland als europäisches Land mit den meisten StartUps pro Kopf gilt.

Die Frage nach dem Datenschutz

Auf die Fragen nach dem Datenschutz höre ich auch von Tiit Anmann, was ich in Estland irgendwie immer zu hören bekomme, wenn ich danach frage: Dass auch die Deutschen Gmail und Facebook benutzen. Dass auch die deutsche Polizei alles weiß über ihre Bürger.

Im Gegenteil, findet Anmann, haben die Esten sogar noch mehr Kontrolle über ihre Daten: Sie können z.B. sehen, wenn jemand unbefugt auf ihre Daten zugegriffen hat. Und sie können Daten für bestimmte Zugriffe sperren oder freigeben – z.B. bei den Gesundheitsdaten, die in der Regel alle behandelnden Ärzte und Apotheker einsehen können, was eine optimale Behandlung gewährleisten soll – aber nicht muss.

Transparenz reduziert Korruption

Natürlich, räumt Anmann ein, gäbe es immer mal wieder Storys über Missbrauch. Insgesamt aber habe die Transparenz dazu beigetragen, die Korruption seit den 90ern in Estland erheblich zu reduzieren.

„Es ist immer wichtig, dass es auch eine soziale Kontrolle gibt“, sagt Anmann. Noch nicht öffentlich seien die Gehälter der Einwohner und die Gewinne der Firmen. „Es wird dahin gehen und das ist im Hinblick auf die Unternehmen auch sinnvoll“, prognostiziert der Unternehmer.

Sicherheit durch Guard-Time

Das e-Government wird durch Guardtime unterstützt, ein Unternehmen, das mittlerweile 21 Patente hält. Das Thema Digital Society ist für Guard-Time Gründer Martin Rubel der größte Wachstumssektor mit 30 Millionen Dollar jährlich.

Guard Time funktioniert als eine Art Schutzschild für das e-Gouvernment. Ein Grund für diese Idee war die Dos-Attacke die vor einigen Jahren auf das System ausgeübt wurde. Rubel sagt: Es gibt keine völlige Sicherheit und die größte Gefahr geht von Insidern wie Edward Snowden aus.

Für US-Regierung & China

Guard-Time arbeitet sowohl für die US-Regierung als auch für die chinesische Regierung. „Wir sehen keine dieser Daten“ sagt Rubel „es sind nur Alghorithmen, reine Mathematik“ sagt er und schließt: „Man muss Firmen wie uns gar nicht trauen, wir haben gar keinen Zugriff auf die Daten“.

Die Logfile wird alle 5 Minuten kontrolliert, um mögliche Cyber-Attacken auszuschließen. „Wenn es einen Fehler im System gibt“, sagt Rubel, „sehen wir, dass etwas schief geht, wissen aber nicht was.“

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