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DIW-Studie zeigt eklatante Gehalts-Unterschiede: Führungs-Frauen verdienen weniger


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Gerade in dieser Woche hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig Leitlinien für die Frauenquote vorgelegt. Eine Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt: Das ist längst nicht das einzige Problem. Frauen in Führungspositionen verdienen immer noch knapp ein Viertel weniger als Männer.

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simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Quote ist nicht das einzige Problem

Wenn es nach Manuela Schwesig geht, soll die fixe Quote für die Aufsichtsräte der Großunternehmen ab dem 1. Januar 2016 angewendet werden. Das bedeutet im Klartext: Jeder Posten, der neu zu besetzen ist, müsste dann so lange mit einer Frau aufgefüllt werden, bis 30 Prozent erreicht sind.

Ob damit dann aber Gleichberechtigung erzielt wäre, darf, wenn man nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) geht, bezweifelt werden.

Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel

Diese basieren auf dem  Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am DIW, die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland, die als Teil der Forschungsinfrastruktur in Deutschland unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) von Bund und Ländern gefördert wird.

Für das SOEP werden seit 1984 jedes Jahr vom Umfrageinstitut TNS Infratest Sozialforschung mehrere tausend Menschen befragt. Zurzeit sind es etwa 30.000 Befragte in etwa 15.000 Haushalten. Die Daten des SOEP geben unter anderem Auskunft über Einkommen und Erwerbstätigkeit.

Wer wurde befragt?

Der untersuchte Personenkreis umfasst in den Berechnungen auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) Personen zwischen 18 und 64 Jahren, die angaben, eine der folgenden Positionen inne zu haben:

  • als Angestellte in der Privatwirtschaft in Funktionen mit umfassenden Führungsaufgaben: zum Beispiel Direktorinnen/Direktoren, Geschäftsführerinnen/Geschäftsführer oder auch Vorstände größerer Betriebe und Verbände
  • sonstigen Leitungsfunktionen oder hochqualifizierten Tätigkeiten: zum Beispiel Abteilungsleiterinnen/Abteilungsleiter, wissenschaftliche Angestellte, Ingenieurinnen/Ingenieure

Führungs-Frauen verdienen knapp ein Viertel weniger als Männer

Der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied Vollerwerbstätiger in Führungspositionen und hochqualifizierten Tätigkeiten in der Privatwirtschaft lag im Jahr 2012 bei fast einem Viertel (23 Prozent).

Frauen verdienten im Mittel fast 4.000 Euro monatlich, Männer hingegen rund 5.200 Euro. Die entsprechende tatsächliche Wochenarbeitszeit lag im Schnitt bei Männern bei 47 Stunden pro Woche und bei Frauen 45 Stunden.

Kaum Änderungen in den letzten 10 Jahren

Die durchschnittliche absolute Verdienstdifferenz zwischen den Geschlechtern hat sich in den letzten zehn Jahren nur wenig verringert: Sie lag 2012 bei gut 1.200 Euro. Bei den Frauen stieg der Verdienst im Vergleich zu 2002 nominal um rund 800 Euro, bei den Männern um knapp 750 Euro.

Aufgrund des geringeren Ausgangsniveaus der Verdienste vor zehn Jahren (Frauen: rund 3.150 Euro, Männer rund 4.400 Euro) fällt der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied heute geringer als damals aus (2002: knapp 29 Prozent).

Weitere Informationen

Zu den Einflussgrößen auf den Gender Pay Gap (auch im Vergleich zu Nicht-Führungskräften) vgl. Anne Busch und Elke Holst (2013): Geschlechtsspezifische Verdienstunterschiede bei Führungskräften und sonstigen Angestellten in Deutschland: Welche Relevanz hat der Frauenanteil im Beruf? In: Zeitschrift für Soziologie. Jg. 42. Heft 4. S. 315–336.

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