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Was Shitstorms mit Oscar Wilde zu tun haben: Ist keine PR die bessere Alternative?


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Es gibt keine so schlechte PR wie gar keine PR – ungezählte PR- und Social-Media-Experten werden nicht müde, diesen Spruch immer und wieder zu zitieren – das Trostmittel für erboste Kunden jeder Art. Dabei hat ihn sein Schöpfer Oscar Wilde selbst widerlegt.

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Geschrieben von:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Ausgemachte Warhheit?

Shitstorm? Super. Zumindest wenn man Oscar Wildes (hier seine Statue im Merrion Square, Dublin) berühmt, berüchtigtem Ausspruch folgt. Denn nichts, so gilt unter PR-Experten als ausgemachte Wahrheit, ist so schlecht wie gar nicht im Gespräch zu sein.

Nur so ist es vermutlich zu erklären, dass viele B-Promis bei Sendungen wie Bigbrother oder Dschungelcamp mitmachen. Und sogar ein Stückchen bekannter werden. Aber mal ehrlich: Was halten Sie von diesen B-Promis? Eben.

Erfolgreich den Shitstorm überlebt

Natürlich gibt es Beipiele von Unternehmen, die erfolgreich einen Shitstorm überlebt haben. Beispiel KitKat, das vielzitierte, von Greenpeace heftigst geschmähte Skandalbeispiel in Social Media. Oder die Deutsche Bahn.

Doch nunja, KitKat ist nicht einfach durch den Shitstorm bekannter geworden. Und die Deutsche Bahn die steht ohnehin unter Dauerkritik ihrer User.

Hauptsache im Gespräch bleiben

Aber was ist denn nun besser: Keine PR – oder negative PR, Motto Hauptsache im Gespräch bleiben? Gehen wir mal zum Kern dieses Spruchs, zu Oscar Wilde zurück.

Wilde war schwul, zu einer Zeit, als das in Irland noch strafbar war. Dennoch ging er vergleichsweise offen mit dem Thema um. Und er hatte Widersacher, darunter den Marquess von Queensberry, der ihn gezielt provozierte.

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Negative PR kann ein Todesurteil sein

Wilde zeigte diesen wegen Verleumdung an – und wurde dabei selbst zum angeklagten wegen Unzucht mit männlichen Prostituierten. Am Ende wurde Wilde zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt, die seine Gesundheit ruinierten.

Und nach dieser Zeit traute er sich nicht mehr nach Dublin zurück, sondern ging nach Frankreich, wo er am Ende völlig verarmt starb. Die Gerüchteküche, der Rufmord, die negative PR hatten ihn quasi umgebracht – und vielleicht auch die eigene Selbstüberschätzung.

Die nächste Sau im Dorf?

Nun sind die Zeiten heute anders, offener, toleranter. Und es werden im Netz so viele Säue durchs Dorf getrieben, dass man den Überblick verliert.

Was heute die Gemüter erregt, ist morgen viel schneller wieder vergessen – man denke nur an Herrn Gutenberg.

Was Hidden Champions besser machen

Und doch ist manchmal Stillschweigen und ein bisschen Vorsicht gar nicht so unklug, wie auch das Beispiel von ziemlich vielen erfolgreichen Firmen zeigt, die kaum einer kennt:

Unsere sogenannten Hidden Champions, die Marktschreierei gar nicht nötig haben, weil sie in ihrer sparte längst durch Qualität überzeugt haben.

Vielleicht ist gar keine PR manchmal doch vielleicht besser? Was meint Ihr dazu?

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  8. Harriet Lemcke

    Was meine ich dazu? Zunächst einmal, dass PR rein gar nichts mit Marktschreierei zu tun hat, weil sie sich in ihrem Wesen deutlich von Marketingkommunikation und Werbung unterscheidet. Es geht nicht um Aufmerksamkeit um jeden Preis, um Werbeversprechen ohne Beleg. Es geht um Beziehungsaufbau und -pflege, um Dialog und um Reputationsmanagement. Jedenfalls dann, wenn PR in ihrem Ansatz verstanden und gelebt wird – mit Weitblick. Denn im Gegensatz zur Absatzkommunikation entfaltet PR ihre Wirkung mittel- bis langfristig und ist eben nicht auf den schnellen Effekt aus. Einfach deshalb, weil Einstellungs- und Verhaltensänderungen Zeit brauchen und Überzeugungen reifen müssen.

    Negative PR kann ein Todesurteil sein, keine Frage. Vor allem dann, wenn das betreffende Unternehmen arrogant (oder hilflos?) mit ihr umgeht, unter den Teppich kehren will, was in der öffentlichen Diskussion steht und / oder im eigenen Laden im Argen liegt, mauert oder schönfärbt. Auf Unternehmen bezogen: Kunden, Lieferaten etc. sind ebenso wenig dumm oder naiv wie Mitarbeiter oder Medien. Wer als Unternehmen seine Dialogpartner nicht wertschätzt, der wird jenes zu spüren bekommen: sei es in Form eines Shitstorms, einer Medienwelle, einer Kündigungswelle im Unternehmen oder indem sich Geschäftspartner abwenden.

    Negative PR MUSS aber kein Todesurteil sein (und da sind wir dann doch wieder bei dem Zitat von Oscar Wilde) – dann nämlich, wenn das Unternehmen souverän und mit der nötigen Demut kommuniziert und die notwendige Transparenz zeigt. Für einen solchen Fall sollten Krisenpläne in der Schublade sein und Szenarien durchgespielt. Alternativ hat zumindestens der CEO einen versierten Berater und / oder Unternehmenskommunikator mit Krisenkompetenz an seiner Seite.

    • Simone Janson

      Hallo Frau Lemcke,
      ich bin völlig mit Ihnen einer Meinung. Allerdings sehen das leider sehr viele Unternehmen anders, wie ich als Bloggerin jeden Tag aufs Neue erfahren darf. Viele gehen gerade mit negativer Kritik arrogant & hilflos um – mit Souveränität und Demut ist es leider allzu oft nicht viel her, was vielleicht auch in der Angst des Einzelnen begründet ist, seinen Job zu verlieren. Daher gewinnt nach meinen Erfahrungen dann leider doch oft das marktschreierische Marketing mit scheinbar verifizierbaren Zahlen die Oberhand, der langfristige Sinn guter PR ist vielen dann doch zu – nunja langfristig.

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