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Introvertiert, Extrovertiert – 2/4: Alltagsstress & Großraumbüros



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Haben Sie den Test aus dem letzten Beitrag schon gemacht? Ihr Ergebnis zeigt Ihnen vermutlich eine Kombination aus intro- wie auch extrovertierten Eigenschaften. Was bedeutet das nun genau?

google-dublin_074 Introvertiert, Extrovertiert - 2/4: Alltagsstress & Großraumbüros


Hier schreibt für Sie:

 

81 Dr. Sylvia LöhkenDr. Sylvia C. Löhken ist promovierte Sprachwissenschaftlerin und gehört zu den bekanntesten Introversions-Experten.

Profil

Raus aus der Schublade

Die meisten Menschen werden zwar mit einer Tendenz zu Intro- oder Extroversion geboren, aber eigentlich macht erst die individuelle Mischung die Persönlichkeit: Es geht hier nicht um laute und leise Schubladen oder Klischees, sondern darum, die ganz persönliche Ausprägung herauszufinden – bei sich selbst und auch bei Kolleginnen Vorgesetzten und Mitarbeitern.

Deshalb tun wir zur besseren Orientierung einmal so, als gäbe es die 100 Prozent vom intro- oder extrovertierten Typus – zur besseren Orientierung. Hier sind die typischen Eigenschaften, die sich im Beruf besonders deutlich niederschlagen.

Der typische extrovertierte Mensch …

  • genießt den Kontakt mit vielen anderen Menschen. (Das Großraumbüro wurde wahrscheinlich von einem Extro erfunden.)
  • zieht Energie aus Unternehmungen und Austausch mit anderen.
  • spricht und handelt oft spontan und ohne lange zu grübeln; klärt Gedanken beim Reden und korrigiert Aktionen während des Tuns.
  • handelt lieber, anstatt lange nachzudenken.
  • kommt durch Zeitdruck in Schwung, mag „schnelle Schnitte“, Abwechslungen und Überraschungen.
  • arbeitet am liebsten abwechselnd an verschiedenen Projekten.
  • braucht wenig persönlichen Raum und mag das „Hintergrundrauschen“ menschlicher Gesellschaft.
  • hat seiner Einschätzung nach viele Freunde.
  • findet Small Talk im Umfeld von Konferenzen und Events anregend und unterhaltsam.
  • initiiert gern neue Kontakte und unternimmt etwas mit Kollegen.
  • langweilt sich schnell und mag reizvolle Ziele als Handlungsansporn.
  • mag Brainstorming und offene Diskussionen in Meetings.
  • arbeitet gern im Team zusammen.
  • schätzt Stimulation durch Menschen, Orte, Aktivitäten auf allen Sinneskanälen.
  • braucht Zustimmung und Bestätigung zu dem, was er macht und sagt – will gesehen werden

Die typische introvertierte Persönlichkeit …

  • erholt sich durch Ruhe und Alleinsein – ideal ist ein Einzelbüro.
  • braucht nach Austausch, Meetings und anderen Gruppenphasen Zeit zum Ausruhen, optimalerweise mit möglichst wenig Sinneseindrücken
  • denkt am liebsten nach, bevor sie redet oder handelt; redet erst, wenn der Inhalt gründlich durchdacht ist. Dann ist das Ergebnis oft richtig gut.
  • beobachtet viel, hört gut zu – und handelt entsprechend.
  • findet Zeitdruck eher anstrengend und schätzt ausreichend Luft zum Vorbereiten vor Meetings, Präsentationen oder strategischen Entscheidungen.
  • arbeitet am liebsten gründlich und kann sich leicht längere Zeit auf eine Sache konzentrieren.
  • schätzt eigenen Bewegungsspielraum und innere Autonomie.
  • hat einige (oft langjährige) Vertraute, die sie als Freunde betrachtet.
  • findet Small Talk auf Veranstaltungen oder sozialen Anlässen mühsam, oberflächlich und langweilig, mag lieber Gespräche mit Tiefgang – auch, wenn sie den Abend mit einer einzigen Person redet.
  • hat nichts dagegen, wenn andere auf sie zugehen, um einen Kontakt zu initiieren. Umgekehrt ist es für sie oft anstrengend.
  • braucht wenig äußere Anregungen. Die eigentlichen Abenteuer liegen für sie sowieso zwischen den Ohren.
  • arbeitet gern allein oder mit einer anderen Person an einer Aufgabe.
  • ist ständig und intensiv mit eigenen Gedanken beschäftigt.
  • schätzt berechenbare Abläufe und Routinen – das gibt Sicherheit.

Schüchtern?

Oft werden „introvertiert“ und „schüchtern“ gleichgesetzt. Doch das stimmt so nicht. Ein introvertierter Mensch ist wörtlich einfach „nach innen gewandt“. Er verwendet also einen hohen Anteil seiner Energie für Reflexion und Informationsverarbeitung.

Schüchternheit dagegen bedeutet Angst vor einer negativen Bewertung durch andere. Es gibt auch Extros, die schüchtern sind. Da sie „nach außen gewandt“ sind, empfinden sie das Schüchternsein als besonders hart: denn sie sind ja auf positive Rückmeldung von außen angewiesen, damit es ihnen gut geht.

Und Sie?

Nutzen Sie Ihre ganz persönliche Intro-Extro-Kombination, die sich aus Eigenschaften in beiden Übersichten zusammensetzt. Sie zeigt Ihnen Ihre eigenen Neigungen und Bedürfnisse im Alltag.

Je besser Sie wissen, was Sie gut können und was Sie brauchen, um so eher können Sie das tun, was Ihnen wichtig ist. Lernen Sie, sich gerade in anstrengenden Phasen die Frage zu stellen: Was brauche ich gerade? Sie werden merken: Sie kennen die Antwort fast immer.

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