Gelassenheit als Lebensmotto – Teil 6: Jeden Tag neu – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E
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Gelassenheit als Lebensmotto – Teil 6: Jeden Tag neu



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Wir haben eben gesehen, dass wir immer nur so gelassen sein können, wir es unsere Lerngeschichte der Nervenzellen im Gehirn zulässt. Weil die komplexe Welt immer wieder neue Überraschungen für uns bereithält, werden wir uns unser Leben lang nur in Gelassenheit üben können.

anti-stress Gelassenheit als Lebensmotto – Teil 6: Jeden Tag neu


Hier schreibt für Sie: Dr. Martin Christian Morgenstern ist ein Verhaltensforscher und Evolutionspsychologe. Profil

Immer cool bleiben ist das falsche Ziel

Den negativen Stress versetzen uns dementsprechend entweder unsere alten Lernerfahrungen oder Dinge, die sich unserer Kontrolle entziehen. Es werden immer wieder Situationen oder Personen auftauchen, die unsere Gelassenheit auf die Probe stellen.

Die Kunst ist es dabei nie, nicht in Stress zu geraten. Die Kunst ist es vielmehr, die eigene Wahrnehmung immer mehr zu schärfen, wenn wir unseren Punkt der Gelassenheit verlassen. Denn jetzt beginnt die eigentliche Meisterschaft. Unsere Aufgabe ist es jetzt, uns trotz Aufregung bestmöglich in Gelassenheit zu üben.

Anti-Stress-Techniken helfen nur zum Teil

Sei dir dabei stets bewusst, dass es keine Technik auf dieser Welt gibt, die dich von totaler Aufregung innerhalb kürzester Zeit in tiefe Ruhe versetzt. Das Einzige, was wir machen können, ist, uns durch diverse Techniken immer ein wenig zu beruhigen.

So kann es im akuten Stressfall gelingen, von 100 Prozent Erregung auf 70 Prozent Erregung herunterzufahren. Dadurch wiederum aktivieren wir wieder einen größeren Teil unseres Ich-1 und können möglicherweise eine etwas andere Verhaltensstrategie für die Situation wählen.

Schritt für Schritt zu weniger Stress

Wir erzielen so zwei Erfolge. Zum einen werden wir durch ein etwas überlegteres Vorgehen in vielen Fällen bessere Resultate erhalten. Zum anderen aber lernen unsere Nervenzellen auf der Ebene von Ich-2, diese Auslösesituation beim nächsten Mal ein kleines bisschen weniger kritisch einzuschätzen und dementsprechend eine etwas geringere Stressreaktion zu starten.

Ich möchte dir das einmal anhand eines kleinen Beispiels beschreiben. Stell dir vor, jedes Mal, wenn Sie Ihren Nachbarn auf der Straße treffen, spüren Sie eine starke Stressreaktion. Nachdem Sie nun dieses Buch gelesen und beschlossen hast, dich täglich in Gelassenheit zu üben, wenden Sie bei der nächsten Begegnung eine Technik an.

Unser steinzeitliches Gehirn an moderne Herausforderungen anpassen

Dadurch gelangen Sie vielleicht nicht zu vollkommener Ruhe, reduzieren aber die Stressreaktion schon merklich. Wenn Sie dies nun eine Zeit lang regelmäßig machen, werden Sie irgendwann kaum noch Reaktionen auf die Begegnung mit Ihrem Nachbarn spüren.

Selbstverständlich werden Sie ihn deswegen trotzdem nicht lieben! Aber darum geht es ja auch nicht. Es geht grundsätzlich darum, unser auf steinzeitliches Überleben getrimmtes Gehirn an moderne Herausforderungen anzupassen.

Je entspannter unsere Reaktion, desto besser das Ergebnis

Und die Herausforderungen des heutigen Lebens werden in den allermeisten Fällen nun mal nicht mehr mit Faust oder Keule gelöst. Je entspannter wir in die herausfordernde Situation unseres Lebens eintreten, umso wirksamer und überlegter werden wir uns verhalten.

Darüber hinaus haben wir den Nutzen, dass wir so einfach weniger Energie verbrauchen und entsprechend weniger Erholungsbedarf haben. Wir bleiben über den Tag hinweg frischer und konzentrierter.

Herausforderungen täglich meistern

Deswegen schreibe dir an dieser Stelle noch einmal hinter die Ohren, dass Gelassenheit ein Leben lang der täglichen Übung bedarf. Es werden immer wieder Personen oder Situationen auftauchen, die uns herausfordern.

Und wir werden ab sofort diese Herausforderung sportlich annehmen und versuchen, den in diesem Moment größtmöglichen Grad an Gelassenheit aufzubauen. Und keine Übung ist umsonst, weil unsere Nervenzellen auf der Ebene Ich-2 sich das auf jeden Fall fürs nächste Mal merken. Und je länger wir diesen Weg gehen, umso mehr Grundgelassenheit entwickeln wir in Standard-Situationen, ohne dass wir irgendeine Technik anwenden müssen.

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