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Weshalb sich Fröhlichkeit und Führungswille ausschließen: Managerinnen haben nichts zu lachen


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Fröhlich wirkenden Frauen wird kein Führungswille zugetraut – Frauen mit typisch männlichen Eigenschaften werden dagegen als „richtige“ Chefs wahrgenommen. So lautet leicht überspitzt das Ergebnis eines Forschungsprojekts der Technischen Universität München (TUM) vom Juni dieses Jahres.

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Hier schreibt für Sie:

97 Maike DietzMaike Dietz ist Karrierecoach & Personalberaterin und war mehr als 7 Jahre bei Daimler tätig.

Profil

Schwäche zeigen – nicht erlaubt

Dominant. Durchsetzungsstark. Selbstsicher. So sollen Führungskräfte sein! Eigenschaften, die hauptsächlich Männern nachgesagt werden – Frauen gelten in der Regel als kommunikativ, sozial und sensibel.

Ein Rollenbild, das nach wie vor in den Köpfen der Entscheider fest verankert ist und den Frauen den Weg an die Spitze erschwert. Und das bei Frauen gegenüber weiblichen Führungskräften sogar noch stärker ausgeprägt ist; denn die Studie ergab auch: selbst Frauen trauen Männern mehr Führungsfähigkeit zu als ihren Geschlechtsgenossinnen.

Wir schreiben das Jahr 2013 – nicht 1963

Ergebnisse, die überraschen in Zeiten der Frauenquote und rund 50 Jahre nach der Emanzipation – oder vielleicht doch nicht? Denn sind wir mal ehrlich: nach wie vor wächst unsere Jugend in stereotypischen Geschlechterrollen auf und lebt später meist auch nach diesen.

Zwar sind mittlerweile rund 55 Prozent der Studienanfänger weiblich, Tendenz steigend, allerdings verkehrt sich dieser Vorsprung dann im Berufsleben ins Gegenteil: in vielen Haushalten nimmt traditionell die Frau nach der Geburt der Kinder eine berufliche Auszeit.

Umdenken in Unternehmen

Zugegeben setzt langsam ein Wandel in den Chefetagen ein: Männer gehen offener mit Frauen in Führungspositionen um, sind bereit umzudenken, gängige Vorurteile zu hinterfragen und – Frauen eine echte Chance zu geben.

Nicht zuletzt hilft hier die kontrovers diskutierte Frauenquote, weibliche High Potentials zu pushen und vermehrt in den Vordergrund zu rücken, vor allem in Großunternehmen.

Selbst ist die Frau!

Aber nicht nur Unternehmen sind gefordert, sondern auch die Frauen selbst. Es gilt, die Stereotypen-Falle zu vermeiden. Wie sieht das in der Praxis aus? Die Pragmatikerin sieht klar den kurzfristigen Nutzen und arrangiert sich damit, ihre männlichen Kollegen zu kopieren, um die Karriereleiter hinaufzuklettern.

Die Idealistin hingegen: Ihr langfristiges Ziel ist die „wirkliche“ Gleichberechtigung – ein Imitieren der typisch männlichen Eigenschaften kommt für sie nicht in Frage. Beide wirken in ihrem Auftreten oft „härter“ als ihre männlichen Kollegen.

Die Bastille der Weiblichkeit will verteidigt werden

Keine Frau sollte ihre Persönlichkeit aufgeben; denn eines muss eine Führungskraft, egal ob männlich oder weiblich, immer sein: authentisch. Frauen sollten daher ihren Blick schärfen

  • für Situationen, in denen sie nicht vorankommen,
  • für Themen, bei denen sie sich nicht durchsetzen können
  • Und für Positionen, für die sie nicht in Betracht gezogen werden.

Warum kommt frau nicht voran – und was kann sie dagegen tun?

Im zweiten Schritt heißt es dann, die Gründe zu analysieren und sich einen konkreten Plan zurecht zu legen.

  • Fragen Sie sich, welche Ihrer weiblichen Attribute Sie gezielt einsetzen können, um voranzukommen? In kritischen Situationen helfen z.B. meist Empathie, Charme und Diplomatie mehr als brachialer Durchsetzungswille.
  • An welchen Stellen können Frauen von männlichen Führungskräften lernen? Indem sie beispielsweise Erfolge nicht herunterspielen, sondern sich selbstbewusst verkaufen, fordernd auftreten und die eigene Macht nutzen.
  • Denn Hand aufs Herz – würden Sie einem Mann mit ausschließlich weiblichen Eigenschaften echte Führungsqualitäten zutrauen? Wahrscheinlich nicht! Traditionelle Denkweisen brauchen eben länger, als man und frau denken, um überwunden zu werden.
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