EnglishGerman

Sinn & Unsinn einer Berufsunfähigkeitsversicherung: Was macht eine gute Versicherung aus?


Top500 & größtes englisches Blog zum deutschen Arbeitsmarkt (Quellen: DIE ZEIT, Wikipedia, dpa) mit News-Dienst Best of HR. Wir begleiten Kunden seit 15 Jahren im Wandel der Arbeitswelt - mit Beratung, Seminaren & passenden Locations.
Offenlegung & Bildrechte: Cosmos Direkt hat uns finanziell unterstützt.  Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.

Wer fest im Arbeitsleben steht, macht sich in den meisten Fällen kaum Gedanken darüber, was sein wird, wenn sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Vor allem junge Menschen möchten sich mit diesem Thema nicht befassen, denn für sie ist es unvorstellbar, dass sie eines Tages berufsunfähig werden könnten. Dabei ist es möglich, mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung finanzielle Vorsorge zu betreiben.

insurance Sinn & Unsinn einer Berufsunfähigkeitsversicherung: Was macht eine gute Versicherung aus?


Geschrieben von: Tobias Hofbauer ist Online-Redakteur bei explidio.

Was bedeutet Berufsunfähigkeit?

Als Berufsunfähigkeit wird bezeichnet, wenn der Arbeitnehmer noch vor dem Eintritt ins Rentenalter aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Zu den Erkrankungen, die zu diesem Umstand führen können, sind beispielsweise psychische Erkrankungen zu zählen. Ebenfalls können Herz- und Rückenbeschwerden, Krebs oder starke Einschränkungen des Bewegungsapparates dazu gezählt werden.

Jeder Vierte muss vorzeitig seinen Beruf aufgeben

Auch schwere Unfälle, die zu einer dauerhaften Invalidität führen, können verantwortlich dafür sein. Laut den Statistiken passiert es mittlerweile jedem vierten Menschen, dass er aus einem dieser Gründe vorzeitig seinen Beruf aufgeben muss.

Da vom Staat kaum eine ausreichende, finanzielle Unterstützung zu erwarten ist, so dass der Berufsunfähige enorme Einbußen hinzunehmen hat, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung vorhanden sein.

Warum eine Absicherung wichtig sein kann

Die Versicherung ist vor allem für all diejenigen als besonders wichtig zu erachten, die nach dem 01. Januar 1961 geboren sind. Seit der Rentenreform haben sie keine ausreichende Absicherung durch die gesetzliche Rentenversicherung zu erwarten.

Die gesetzliche Berufsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit, aus denen die Rentenleistungen resultierten, wurden durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Dadurch ist eine erhebliche Versorgunglücke entstanden, so dass eine private Absicherung als überaus wichtig angesehen werden kann.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung greift nur eingeschränkt

Die volle Erwerbsunfähigkeitsrente erhält nur der Arbeitnehmer, der weniger als drei Stunden am Tag in der Lage ist, einen Beruf auszuüben. Die Höhe beträgt rund 34 Prozent des letzten Bruttoeinkommens.

Wer drei bis sechs Stunden arbeitsfähig ist, muss sich mit etwa 17 Prozent begnügen, wer mehr als sechs Stunden arbeiten kann, erhält keinerlei Leistungen. Dabei kann auch verlangt werden, dass der Arbeitnehmer einen völlig branchenfremden Beruf ausübt.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Besteht eine private Absicherung, dann erbringt diese sofort Leistung bei einer beruflichen und nachgewiesenen Einschränkung und dies in der vereinbarten Rentenhöhe. Einen anderen Beruf auszuüben, der mit dem Erlernten nichts gemein hat, wird nicht verlangt.

Allerdings ist es wichtig, vor dem Abschluss einen Vergleich durchzuführen, um das beste Angebot zum vernünftigsten Beitrag zu erhalten. Vor allem sollte darauf geachtet werden, dass die Rentenzahlung so ausgewählt wird, dass finanziell keine Einbußen hingenommen werden müssen.

Achtung abstrakte Verweisung

Außerdem sollte die Laufzeit bis zum Eintritt ins Rentenalter gewählt werden. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass die abstrakte Verweisung grundsätzlich ausgeschlossen ist.

Das aus dem Grunde, dass Leistungen nicht mit der Begründung verweigert werden können, dass der Versicherte trotz seiner Einschränkungen noch einen anderen Beruf ausführen kann.

berufebilder

Mehr Informationen? Nutzen Sie unsere Online-Kurse oder persönliche Beratung - die erste halbe Stunde ist umsonst!


Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf Best of HR - Berufebilder.de, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Ja – eine BU-Versicherung wäre für die meisten Berufstätigen wichtig. Leider haben die BU-Versicherer in den letzten Jahren aber Berufsgruppen eingeführt und deren Anzahl ständig weiter erhöht. Dadurch wurde der Beitrag zwar für Ärzte, Ingenieure und Bürofachkräfte immer preiswerter – für Handwerker und körperlich Tätige jedoch immer teurer bis unbezahlbar. Wenn ein Fliesenleger, Maurer oder Dachdecker für einen in der Höhe und der Dauer angemessenen BU-Schutz monatlich 120 bis über 200 Euro bezahlen soll, so ist das für die meisten nicht mehr bezahlbar.
    So werden die BU-Versicherer ihrer sozialpolitischen Aufgabe heute nicht mehr gerecht. Die BU-Versicherung ist für alle Berufstätigen wichtig. Und deshalb sollten auch alle Berufstätigen eine faire Chance haben, eine solche Versicherung abzuschließen.

    • Simone Janson

      Hallo Gerd,
      ich gebe Ihnen recht. Allerdings ist es immer schwierig, wenn Leistungen, die sozialpolitisch wichtig sein sollten, in den Händen privater Unternehmen liegen, die mehr die eigene Gewinnerzielung als das Gemeinwohl zum Ziel haben – was man ihnen übrigens auch nicht vorwerfen kann. Außerdem ist ein Großteil der Berufsunfähigkeitsgründe psychischer Natur – vielleicht auch das ein Grund für das Ansteigen der Beiträge?

    • Artur Jauk

      Eine Versicherung für Handwerker ist teuer. Doch manche Versicherungen bieten einen Stufentarif an. Sie zahlen in den ersten 5 Jahren einen geringeren Beitrag, der sich nachher erhöht. Und erst ab dem 11. Jahr zahlen Sie den vollen Beitrag und genießen dennoch vollen Versicherungsschutz.
      Das ist zwar ein Risikogeschäft einiger Versicherer, aber dadurch machen diese einen großen Markt auf. Somit wäre die Berufsunfähigkeitsversicherung für manche schon bezahlbar.

      • Simone Janson

        Hallo Herr Jauk,
        danke für den Hinweis. Vielleicht sollten Sie fairerweise dazu sagen, dass Sie selbst als Finanzberater vermutlich Provision von Versicherungen bekommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.