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Studie zeigt, was Freelancer aktuell verlangen: Altersdiskriminierung bei den Honoraren?


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Die Honorare der IT-Freiberufler steigen offenbar jedes Jahr ein klein wenig an und sind dabei nicht nur von der Konjunktur, sondern auch vom Alter des Spezialisten abhängig. Ein spannendes Thema, weil die Entwicklung ein wichtiger Indikator auch für andere Branchen und Berufsgruppen ist. durchschnittliche_stdsatzforderung_dt_freiberufler_seit_1999 Studie zeigt, was Freelancer aktuell verlangen: Altersdiskriminierung bei den Honoraren?


Hier schreibt:

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Kritik an der Analyse

Vorneweg: Die Umfragewerte spiegeln nicht unbedingt das wieder, was die Freiberufler bekommen. Denn die Grundlage der Analyse bilden die Stundensatzforderungen, die die über 85.000 in die GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-/Engineering-Selbstständigen in ihrem Profil angeben.

Ausgewertet wird als, was die Leute gerne hätten – nicht etwa, was sie hinterher auch wirklich bekommen. Man darf davon ausgehen, dass dieser Wert in der Realität etwa niedriger liegt – jeder macht sich schöner, als er ist. In die jährliche GULP Stundensatz-Auswertung werden zudem nur diejenigen Freelancer-Profile einbezogen, die in den letzten sechs Monaten aktualisiert wurden. Das waren diesmal 26.300 Profile.

Da GULP aber nunmal die wichtigste Internet-Jobbörse für IT-Freiberufler ist und zudem dankenswerter Weise jedes Jahr im August diese Daten erhebt, hat kann man die Ergebnisse der Studie zumindest als Richtwert für die aktuelle Entwicklung auf dem Markt sehen. Und in diesem Zusammenhang sind die Ergebnisse durchaus auch ein Signal für andere Branchen.

Honorar hängt vom Alter ab

Denn dabei geht es ums Alter. GULP hat sich nämlich heuer die Altersverteilung bei den Honoraren näher angeschaut. Und Interessantes festgestellt: Die Honorare der IT-Spezialsten gehen nicht nur mit der Konjunktur, sondern hängen auch von ihremLebensalter ab.

Wobei mehr Erfahrung nicht zwangsläufig auch mehr Honorar bedeutet: Denn ihre höchsten Stundensätze haben IT-/Engineering-Freelancer im Alter von 40 bis 50 Jahren erreicht: Dann fordern sie mit 78 Euro so viel wie keine andere Altersgruppe.

Vor fünf Jahren hat ein Freelancer, der heut 45 Jahre alt ist, 74 Euro gefordert, im Alter von 35 Jahren waren 71 Euro. Die Honorarvorstellung der betreffenden Altersgruppe gingen also um sieben Euro nach oben.

Nachwuchs fordert mehr

Aber auch der „Nachwuchs“ will heute mehr verdienen: Im August 2013 fordern IT-Engineering-Freelancer im Alter von 35 Jahren 74 Euro, also (nur) vier Euro weniger als ihre 45-jährigen Kollegen.

Die 25-jährigen Freelancer trennen von den 40-jährigen 15 Jahre und aktuell 16 Euro (Stundensatzforderung mit 25 Jahren: 62 Euro; mit 40 Jahren: 78 Euro). In diesen 15 Lebensjahren steigt der Stundensatz rein rechnerisch stark an.

Ab 50 nehmen die Honorare wieder ab

Die 60-jährigen Freelancer trennen von den 45-jährigen ebenfalls 15 Jahre – aber nur drei Euro. Der Stundensatz nimmt jenseits der 50 Jahre mit zunehmendem Alter leicht ab – aber bei weitem nicht so stark, wie er in den Lebensjahren davor zugenommen hat. Ist das nun schon Alterdiskriminierung?

Über die Frage, warum die Älteren wieder weniger verlangen, kann man nur spekulieren:  Offenbar, das zeigen auch diverse Diskussionen hier im Blog, trauen ihnen Auftraggeber weniger zu, weil sie eben glauben ab 50+ käme man bei den ganzen neuen Entwicklungen nicht mehr so mit.

Die Ergebnisse altersübergreifend

Über alle Altersgruppen hinweg sieht das Ergebnis so aus: Im Schnitt fordern bei GULP eingetragene IT-/Engineering-Selbstständige im August 2013 einen Stundensatz von 75 Euro pro Stunde.

Das ist ein neuer Höchststand, der gleichzeitig den Trend der letzten Jahre fortsetzt. Im Jahr 2009 mussten die durchschnittlichen Honorarforderungen der Freelancer krisenbedingt einen leichten Rückschlag hinnehmen. Sie sanken von 71 auf 70 Euro. Seit diesem kurzen Rückwärts-Schritt ging es Jahr für Jahr kontinuierlich nach oben.

Die gesamte Umfrage als PDF kann man übrigens hier herunterladen:

berufebilder

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  1. Auch interessant zu lesen, dass sich Erfahrung nicht auszahlt. Wobei die Stundensätze m. E. soweit in Ordnung sind. Ich verlange im Schnitt doch deutlich weniger :). Aber das ist auch eine andere .

    • Simone Janson

      Ich würde nicht aus einer allgemeinen Studie den Schluss ziehen, dass sich Erfahrung nicht auszahlt. Eher kommt es darauf an, wie man seine Erfahrung einsetzt: Wenn man sich z.B. gerade im IT-Bereich nicht weiterbildet, veralten die Erfahrungen doch ziemlich schnell.

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