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Die 7 Säulen des Erfolgs-Faktors Resilienz: 3. Kausalanlyse – die Kunst des akkuraten Denkens



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Vielleicht ist es Ihnen, symbolisch oder real gemeint, schon einmal passiert, dass Sie versucht haben, eine Tür immer aufzudrücken und es hat nicht funktioniert. Sie haben sich darüber geärgert und angefangen die blöde Tür zu beschimpfen und ebenso die Tatsache, dass sie klemmt, verflucht. Durch Zufall haben Sie dann an der Tür gezogen und ihr dann doch noch verziehen, da sie plötzlich offen stand.


Hier schreibt für Sie:

 

98 Dr. Denis MourlaneDr. Denis Mourlane ist Psychotherapeuth & einer der führenden europäischen Experten für Wirtschaftsresilienz.

Profil

Wenn die Kellertür nicht aufgeht…

Mir selbst ist das tatsächlich schon einmal mit der Kellertür meiner Münchner Wohnung passiert. Ich habe zwei Jahre lang die Holztür im Keller immer nach innen gedrückt und durch den recht breiten Spalt, der dadurch entstand, meine Kartons und anderen Gegenstände, die man so in den Keller räumt, gezwängt.

Irgendwie klappte das immer. Gleichzeitig habe ich die Person verflucht, die sich eine so schwachsinnige Konstruktion hat einfallen lassen.

…Und plötzlich ist die Tür auf

Sie können sich denken, dass ich nicht schlecht gestaunt habe, als ich dann eines Tages mit einem Freund in den Keller gegangen bin, er wollte etwas darin deponieren, und dieser intuitiv an der Tür gezogen hat und diese plötzlich weit offen stand.

Welche Gedanken mir in der Situation zu mir selbst durch den Kopf gegangen sind und wie weit offen mein Mund stand, können Sie sich sicherlich denken.

Kausalanlyse einfach falsch analysiert

Was war passiert? Ich habe gar keine beziehungsweise eine schlechte Kausalanalyse betrieben, also den Grund für die Tatsache, dass die Tür nicht weit aufging, nicht beziehungsweise falsch analysiert. Es geht bei der Kausalanalyse also vor allem um die Frage nach dem »Warum«.

Gehen wir mal davon aus, Sie befinden sich seit einem längeren Zeitraum in einem emotional negativen Zustand. Sie haben beispielsweise seit ein paar Wochen ein ungutes, ängstliches Gefühl, weil in Kürze eine wichtige Vorstandspräsentation ansteht. Oder Sie ärgern sich seit geraumer Zeit, weil Sie nicht so recht die Anerkennung Ihres neuen Chefs bekommen.

Emotionen positiv steuern

Ihr früherer Chef hatte Sie insgesamt deutlich mehr gelobt. Gehen wir mal davon aus, Sie haben mein Resilienz-Buch gelesen und dabei gelernt, dass der Steuerung von Emotionen eine zentrale Bedeutung zukommt, und möchten entsprechend etwas unternehmen, um sich besser zu fühlen.

Was müssen Sie nun tun? Richtig: Sie müssen den Grund für Ihren emotional negativ erlebten Zustand identifizieren, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, damit es Ihnen wieder besser geht.

Sich Zeit nehmen, Dinge gründlich zu analysieren

Hoch resiliente Menschen unterscheiden sich von weniger resilienten Menschen in zweierlei Hinsicht in diesem Bereich: Erstens nehmen sie sich die Zeit, eine Situation gründlich zu analysieren, und, zweitens, sind sie sehr gut darin, die richtigen Gründe für ihren emotional negativen Zustand zu identifizieren.

Wozu dies führt, ist klar: Sie ergreifen die richtigen Maßnahmen, um sich besser zu fühlen, und, siehe das Kellertürbeispiel weiter oben, sie machen nicht immer wieder den gleichen Fehler.

Vermeidungsstrategien führen nicht zum Ziel

Die Person, die sich wegen der Vorstandspräsentation ängstlich fühlt und das seit Jahren von sich kennt, kann dies natürlich genau auf diese Situation zurückführen.

Vielleicht überlegt sie sich auch deswegen, in Zukunft keine Präsentationen mehr zu halten. Sie könnte sich aber auch verdeutlichen, dass sie sich trotz zahlreicher beruflicher Erfolge und sehr vieler gelungener Präsentationen immer wieder zu sehr infrage stellt und zu wenig Selbstvertrauen hat.

Wer ist schuld an der Unzufriedenheit

Dies führt zu ganz unterschiedlichen Lösungsansätzen, um sich vor und während Präsentationen besser zu fühlen. Ebenso könnte der Mitarbeiter, der nicht genügend gelobt wird, erkennen, dass er zu stark von dem Lob anderer Menschen abhängig ist und genau wie die erste Person zu wenig an seine Fähigkeiten glaubt.

Er kann aber auch die Entscheidung treffen, die Abteilung oder gleich das Unternehmen zu wechseln. Schließlich ist ja sein Vorgesetzter »schuld« daran, dass er frustriert ist und sich ärgert.

Lösungen für mehr beruflichen Erfolg

Welche Lösungsansätze werden aus Ihrer Sicht zu mehr beruflichem Erfolg und zu mehr dauerhaftem Wohlbefinden führen? Unser amerikanischer Partner Dean M. Becker drückt diese Gegebenheit mit einem wunderbaren Satz aus:

»Resilience is our ability to bounce back, the ability to recover from setbacks. That’s right! But there is more: resilience is the intelligent deployment of limited resources.«

Die intelligente Nutzung begrenzter Resourcen

Resilienz ist also die intelligente Nutzung begrenzter (eigener) Ressourcen, die sich dadurch ausdrückt, dass wir die Gründe für emotional negative Zustände treffend identifizieren, um auf dieser Basis die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wir begehen dadurch nicht immer wieder den gleichen Fehler, verschwenden unsere Ressourcen nicht an Dinge, die wir sowieso nicht ändern können, und geben auch nicht zu früh, kurz vor dem Ziel, auf.

Intelligenz = Kausalanalyse

Ein Resilienzfaktor, den Sie entsprechend in der wissenschaftlichen Literatur immer wieder finden werden und der auch ausdrücklich mit Kausalanalyse gemeint ist, ist daher auch Intelligenz.

Aber entspannen Sie sich: Sie müssen nicht Albert Einstein sein, um eine treffende Kausalanalyse zu betreiben. Daher verwenden wir auch nicht den Begriff Intelligenz, sondern lieber den Begriff »akkurates Denken«.

Ein Denken, das uns eben dabei hilft, die Gründe für Rückschläge und die damit einhergehenden emotional negativen Zustände richtig zu identifizieren, um dann entsprechend die richtigen Handlungen folgen zu lassen.

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