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Von der Personalerin zur Hotelchefin aus Leidenschaft – Teil 1: „Nur wer seinen Job liebt, macht ihn auch gut“



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Offenlegung & Bildrechte: Der Tourismusverband der Bretagne unsere Kosten für Flug, Unterkunft und Verpflegung bei diversen Recherche-Reisen übernommen.  Bildmaterial von Simone Janson & Hotel Le Demure. Bild-Location: 5 Rue du Général de Gaulle, 22200 Guingamp, Frankreich.

Am Eingang der Villa aus dem 17. Jahrhundert empfängt uns ein knall-pinkes Plastikschwein. Drinnen geht es ungewöhnlich weiter: Eine gepunktete Kuh im Garten, das Metallpferd eines internationalen Künstlers im Atrium des Glasanbaus, im Speisesaal eine Marionette, die wie die eigene Urgroßmutter aussieht – und eine Besitzerin, die früher Personalerin war, bevor sie beschloss, lieber einen Job zu machen, an dem sie wirklich Freude hat.

kuh Von der Personalerin zur Hotelchefin aus Leidenschaft – Teil 1: „Nur wer seinen Job liebt, macht ihn auch gut“


Geschrieben von:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Hart arbeiten für den Erfolg

Schon ihr Name Carinne Solo ist ungewöhnlich und eigentlich ein Schreibfehler ihres Vaters, wie sie erklärt. Ungewöhnlich ist auch das Hotel, dass sie gemeinsam mit ihren Eltern in dem bretonischen Städtchen Guingamp führt:

Die Villa, von der Mutter auf dem Weg zur Arbeit zufällig entdeckt, konnte die Familie Anfang der 90er günstig kaufen. In mühevoller Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail baute die Familie es Stück für Stück aus, restaurierte die Treppe, bemalte die Wände und nähte die Vorhänge selbst.

Familie und regionale Verwurzelung als Erfolgsrezept

„Wir haben damals als Bed&Breakfast angefangen, ein Zimmer zu vermieten, während wir in den anderen Zimmern noch gearbeitet haben und das dann immer weiter ausgebaut“, lacht Carinne. Die Gäste haben ihr das nicht übel genommen: Seit mittlerweile 8 Jahren ist Le Demeure nun ein Hotel. Und viele Gäste sind Stammgäste, die sogar oft monatelang bleiben.

Der besondere familiäre Zusammenhalt und auch die starke regionale Verwurzelung ist das Erfolgsgeheimnis des Unternehmens: So bekam die Familie beim Ausbau immer wieder Hilfe von den Nachbarn.

Steine von der Straße, der Frühstücksraum als Showroom

Die Steine, mit denen die Auffahrt gepflastert ist, stammen von der Straße: Als die vor 10 Jahren neu gemacht wurde, erlaubte man ihnen, die alten Steine zu nutzen. Der Glasanbau wurde von einem bekannten bretonischen Architekten umsonst entworfen. Die Stühle im Frühstücksraum stammen von einer Möbeldesignerin, die das als Showroom für potentielle Kunden nutzt. „Ich habe nur das Material bezahlt,“ erklärt Carinne.

Und einer ihrer Nachbarn ist Experte für den Ausbau alter Häuser: „Er hat uns mit seinem Wissen sehr geholfen,“ berichtet die Hotelchefin. In Zukunft möchte sie im Hotel jungen Menschen und Studierenden die Möglichkeit geben, Erfahrungen im Ausbau von alten Häusern zu sammeln.

Politikwissenschaftlerin, Personalerin, Hotelchefin

Die heute 37jährige studierte in Rennes Politikwissenschaften bis zum Bachelor, hängte daran eine Spezialausbildung in Personalwesen an und arbeitete 12 Jahre in einem großen Unternehmen in Quimperlé als Human Resources Director.

„Das war eine gute Erfahrung, aber nicht das, was ich tun wollte – hat einfach keinen Spaß gemacht und war hart, viele Leute entlassen zu müssen“, berichtet sie und fügt hinzu: „Wie soll man seinen Job gut machen, wenn man nicht wirklich Lust auf die Sache hat?“

Ein Toyota-Pferd im Atrium

Nicht immer sind aber alle Familienmitglieder einer Meinung: Als Carinne vor einiger Zeit ein aus Bauteilen von Toyota gefertigtes Pferd kaufte, dass sie im Maison&Objet in Paris gesehen hatte, war ihre Großmutter alles andere als begeistert.

„Das Pferd war ein Hauptwerk des international bekannten Designers Andrew Martin und sehr teuer.“ berichtet Carinne lachend. „Ich habe es dann mit viel Aufwand aus London mit der Fähre hierher transportiert Als ich damit heimkam, war meine Großmutter total sauer, weil ich so viel Geld für ein Toyota-Pferd ausgegeben hatte. Sie war früher Mechanikerin und ließ nichts über Renault kommen.“

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