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Wie eine NGO-Organisation sich durch ein Hotel finanziert: Fair Trade zum Frühstück


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In Deutschland sind Gemeinnützigkeit und Wirtschaftlichkeit ja oft noch ein Gegensatz, der nur langsam aufbricht. Im kanadischen Quebec lernte ich letzten Sommer die Auberge l’Autre Jardin kennen: Ein Hotel, das von einer Nicht-Regierungs-Organisation betrieben wird und auf intelligente Weise das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet: Die Förderung des interkulturellen Austauschs mit der Notwendigkeit, Geld zu verdienen.


Hier schreibt für Sie:

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Interkultureller Austausche im Hotel

Die Organisation Carrefour Tiers-Monde will den interkulturellen Austausch, nachhaltige Entwicklung und den Fairen Handel fördern. Im Jahr 2000 beschloss man daher auf der Suche nach einer Finanzierungsform, ein Hotel in Quebec Downtown zu eröffnen, die Auberge L’Autre Jardin.

Das Projekt trägt sich selbst, ist aber nicht profitorientiert: Überschüssiger Gewinn wird in neue Prjekte investiert, die die Organisation auf ihrer Website mit den Worten „l’éducation au développement et à la solidarité internationale dans la région de Québec“ beschreibt.

Fair Trade und Mitarbeiter aus der Dritten Welt

Der Name, zu deutsch „Der andere Garten“ ist Programm: Das Frühstück entstammt zum Großteil aus der Region oder Fair-Trade-Produkten und im ganzen Haus finden sich liebevolle Design-Details aus anderen Kulturen.

Die Mitarbeiter kommen aus der dritten Welt und machen hier Praktika und Ausbildungen und auch Hotelmanagerin Sandrine Viel passt ins Bild: Sie kommt zwar ursprünglich aus Frankreich, ist aber früher viel in Afrika gereist, bevor sie mit ihrer Familie in Quebec sesshaft wurde.

Naheliegende Idee, seltenes Konzept

Eigentlich ist die Idee, ein Hotel zu eröffnen und Fair-Trade-Produkte anzubieten, ziemlich naheliegend, wenn man als NGO-Organization internationalen Austausch fördern will – zumal die Gäste eben auch aus aller Welt kommen.

Dennoch ist mir so ein Konzept bislang nicht begegnet – was daran liegen könnte, das Wirtschaftstätigkeiten von gemeinnützigen Organisationen vor allem in Deutschland immer etwas schief angeschaut werden.

Dürfen gemeinnützige Organisationen Geld verdienen?

Dabei ist es m.E. in vielen Fällen notwendig, dass sich eine Organisation professionalisiert und entsprechende Strukturen aufbaut, für die eben auch Geld benötigt wird, um die Projekte durchführen zu können, die man sich zum Ziel gesetzt hat – man denke nur an Greenpeace.

Diese Erkenntnis setzt sich allerdings nur langsam durch. Die Auberge L’Autre Jardin ist da für mich ein gutes, intelligentes Beispiel.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Marion Deinlein

    Das ist ja eine tolle Aufmunterung:
    Wir starten mit unserem Projekt in Bayreuth im März 2014 und das ist ganz ähnlich gedacht. Unser „Garten-Cafe“ beschäftigt Menschen mit Handicap und möchte sich am Markt beweisen… die Gewinne fließen wieder in andere Projekte!
    www.garten-cafe.eu
    www.frankenförderung.de

    • Simone Janson

      Danke für den Hinweis auf Ihr Projekt, das ist eine schöne Idee für integratives Arbeiten. Wir würden uns freuen, wenn Sie einen ausführlicheren Gründerbericht verfassen würden.

  2. gruendercoaches

    Vielen Dank für den guten Artikel. Dies wird aus unserer Sicht auch ein Trend in Deutschland. Siehe Fairnopoli und Kiezmeister, die Unternehmertum mit Sozialer-Verantwortung mischen. Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute so Nahe ist.

    • Simone Janson

      Danke für die Hinweise, das werde ich mir anschauen. Mir war das Konzept bislang so noch nicht bekannt, aber schön zu hören, dass es etwas Ähnliches auch in Deutschland gibt.

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