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Internationale Studie zur Fortbildungs-Begeisterung von Arbeitnehmern: Weiterbildung als Karriere-Booster?


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Ist Weiterbildung das ultimative Tool für die Beförderung? Ja, zumindest wenn man Arbeitnehmer fragt: Denn laut einer aktuellen Studie sind die stark daran interessiert, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Das ist eigentlich keine Überraschung – spannender wäre die Frage gewesen, wer das finanzieren soll. Denn offenbar sehen die Befragten ihre Arbeitgeber in der Verantwortung.

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Hier schreibt für Sie:

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Zur Umfrage

Der Kelly Global Workforce Index ist eine internationale Studie, die Ansichten von Teilnehmern im Arbeitsmarkt zu Arbeit und Arbeitsplatz untersucht. Die Ergebnisse werden themenbezogen in Europa, Nordamerika und im Asien-Pazifik-Raum quartalsweise publiziert.

Zum aktuellen Global Workforce Index wurden knapp 120.000 Personen in 31 Ländern befragt, davon über 1.400 in Deutschland. Die Umfrage wurde zwischen November 2012 und Januar 2013 durchgeführt.

Kulturelle Besonderheiten in Deutschland

Spannend ist die Studie vor allem, weil sich auch hier kulturelle Besonderheiten der Deutschen herauslesen lassen: Weiterbildung ja, aber es soll sich bitte der Chef drum kümmern. Bloß keine Eigeninitiative! Und schon gar nicht selbst finanzierte Weiterbildung!

Auch dass Lernen aus Erfahrung nicht so wichtig zeigt, manifestiert die Deutsche besonderheit, dass es hierzulande mehr auf Scheine & Qualifikationen ankommt denn auf Inhalte.

Weiterbildung als Karrieresprungbrett

In Deutschland wird Weiterbildung vor allem unter dem pragmatischen Aspekt als Karrieresprungbrett gesehen: Demnach suchen 22 Prozent der Befragten gezielt nach Möglichkeiten für Trainings oder andere Weiterbildungsmaßnahmen.

Weitere 35 Prozent denken über eine Optimierung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten nach. Ziel beider Gruppen ist es, sich für neue Arbeitsbereiche und Aufgaben zu qualifizieren.

Weiterbildung international

Auch international ist die Nachfrage nach Weiterbildungsangeboten hoch, hier liegen die Deutschen durchaus im Durchschnitt. Jedoch ist es ihnen mit 61 Prozent deutlich wichtiger als ihren internationalen Kollegen, sich innerhalb ihres Unternehmens zu entwickeln:

Weltweit verfolgen nur 42, in Europa 44 Prozent das Ziel, hier neue Arbeitsgebiete für sich zu erschließen. Dafür ist der Anteil jener, die Zusatzqualifikationen vor allem für eine eigene Geschäftsgründung nutzen wollen, in Deutschland mit 14 Prozent deutlich niedriger als global – hier ist es ein Fünftel.

Welche Weiterbildungen sind gefragt?

Als konkrete Weiterbildungsform sind in Deutschland vor allem Seminare populär: Insgesamt 63 Prozent bevorzugen die Teilnahme an einem Seminarangebot. International teilen gerade einmal 26 Prozent der Befragten diese Vorliebe.

Ein weiterer Unterschied: Lernen durch Erfahrung spielt für deutsche Arbeitnehmer offensichtlich keine so große Rolle wie für ihre Kollegen in anderen Ländern. So sind hierzulande 58 Prozent der Ansicht, dass Berufserfahrung elementar ist, um Kompetenzen zu entwickeln, international finden das immerhin 70 Prozent.

Soft Skills wichtig

Auch ‚Soft Skills‘ sind gefragt Abseits fachlicher Qualifikation und Weiterbildung benötigen Mitarbeiter ihrer eigenen Einschätzung nach auch Sozialkompetenz für eine erfolgreiche Karriere im Unternehmen.

Am wichtigsten sind ihnen dabei das Teamwork und die Kooperationsfähigkeit (79 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (73 Prozent), Detailgenauigkeit (72 Prozent) sowie das Vermögen, aktiv zuzuhören (70 Prozent). Nicht zuletzt sehen 87 Prozent gute Englischkenntnisse als Voraussetzung für den Erfolg an.

Fromme Wünsche an den Chef

Viele weiterbildungswillige Arbeitnehmer streben neue berufliche Aufgaben in ihrem Betrieb an, sehen ihre Zukunft also bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber. Aus Sicht der Mitarbeiter könnte der Chef jedoch noch mehr tun als zurzeit:

Gefragt, ob die bestehenden Angebote geeignet seien, den eigenen beruflichen Werdegang im Unternehmen zu beschleunigen, stimmten in Deutschland 23 Prozent zu. 26 Prozent hatten keine Meinung und 36 Prozent waren sogar völlig anderer Ansicht.

Die ganze Umfrage – sinnlos?

Für mich ein Zeichen, dass man sich hätte die ganze Umfrage sparen können: Es ist natürlich schön, wenn die Mitarbeiter weiterbildungswillig sind. Warum aber überhaupt über Weiterbildung sprechen, wenn sie am Ende mangels (Eigen)Finanzierung doch nicht durchgeführt wird? Dabei stehen in Deutschland durchaus auch staatliche Mittel zur Förderung zur Verfügung.

Kein Wunder also, dass die Umfrage in Deutschland in klarem Gegensatz zum internationalen Ergebnis steht: Sowohl Weltweit wie auch in Europa waren über 50 Prozent zufrieden mit den bestehenden Weiterbildungsangeboten, unzufrieden zeigten sich nur jeweils 14 Prozent.

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