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Hintergrundwissen Berufs-Haftpflicht – Teil 1: Haftungsrisiken von Freiberuflern & Selbständigen



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Die Goldenen Zeiten des Handwerks sind vorbei. Wer heute den Schritt in die Selbständigkeit wagt macht dies immer häufiger in den „neuen Berufen“. Z.B. in der IT-, Kreativ oder Consultingbranche. So spannend diese neuen Tätigkeitsfelder sind, so komplex ist mittlerweile auch die Haftungssituation geworden. Das unterschätzen viele, genauso wie die Lücken der Berufshaftpflicht-Anbieter in puncto Versicherungsumfang.

haftungs-risiken Hintergrundwissen Berufs-Haftpflicht - Teil 1: Haftungsrisiken von Freiberuflern & Selbständigen


Hier schreibt für Sie:

 

passfoto_ralph-guenther-2013 Ralph GüntherRalph Günther ist Versicherungsexperte und Gründer sowie Geschäftsführer von exali.de.

Profil

Persönliche Haftung gnadenlos unterschätzt

Der Gründerboom in Deutschland hält an: Immer mehr Experten wagen den Schritt in die Selbständigkeit, Startups und Unternehmen entern den Markt mit innovativen Konzepten und neuen Dienstleistungen. So gab es Anfang 2013 rund 1,23 Millionen Selbstständige in Deutschland wie das Statistik-Portal Statista zeigt. Zum Vergleich: Zehn Jahre vorher waren es gerade mal 533.000.

Doch egal ob Existenzgründer oder „alter Hase“ im Selbständigen-Business: In meiner Schadenspraxis stelle ich immer wieder fest, dass die persönliche Haftung gnadenlos unterschätzt wird, wenn es durch Fehler im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit zum Schaden kommt.

Risiko durch gesetzliche und vertragliche Haftung

Dass der Auftraggeber bzw. geschädigte Dritte den selbständigen Dienstleister im Schadenfall jedoch in Haftung bzw. Regress nehmen kann, ergibt sich aus den gesetzlichen Bestimmungen – insbesondere dem Schuldrecht im BGB. Wer einem Anderen einen Schaden (Personen-, Sach- oder Vermögensschaden) zufügt, steht per Gesetz finanziell in der Verantwortung.

Dazu kommen die Risiken aus vertraglichen Vorgaben von Projektvermittlern und Auftraggebern, die in einem umkämpften Markt vom Freiberufler häufig wohl oder übel akzeptiert werden müssen. Sie bieten die Möglichkeit, den Freiberufler aufgrund von vertraglichen Vereinbarungen und Leistungszugsagen in Anspruch zu nehmen, was über die gesetzliche Haftung hinausgehen kann (Sichtwort: Haftungsverschärfung).

Schadenbeispiele aus der IT-, Kreativ- und Consulting-Praxis

Die Bandbreite der möglichen Risiken veranschaulichen auch diese Schadenfälle aus der Praxis:

Eigenmarketing ging nach hinten los:

Weil sie eine geschützte Wortmarke als Slogan auf der Businessplattform XING veröffentlichte, flatterte einer Freiberuflerin aus dem Medienbereich eine Abmahnung inklusive Unterlassungserklärung ins Haus. Angesetzter Streitwert: 100.000 Euro.

Beratung ohne Erfolg:

Weil die Analysen und Handlungsempfehlungen eines freiberuflichen Consultants nicht zum gewünschten Erfolg für seinen Auftraggeber führten, nahm der ihn für den verpassten Projektzuschlag mit 70.000 Euro Kostenforderung in Haftung.

Totalausfall:

Wegen eines kleines Missgeschicks bei Arbeiten im System legte ein selbständiger IT-Experte das Kassensystems seines Kunden lahm. Eine Stunde lang ging in 400 Filialen nichts mehr – ein Schaden von rund 200.000 Euro Umsatzausfall.

Was man dagegen tun kann und worauf man dabei achten muss, erfahren Sie im zweiten Teil meines Beitrag, den ich kommende Woche hier veröffentlichen werde. 

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