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Wie Führungskräfte den Burnout ihrer Mitarbeiter vermeiden: Handeln statt wegschauen


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Burnout ist in aller Munde. Doch in der Regel wird davon ausgegangen, dass ein Arbeitnehmer selbt dafür verantwortlicht ist, dass seine Mitarbeiter nicht an Burnout erkranken. Daher ist dieses Buch, das zeigt, wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter vor Burnout schützen können, umso wichtiger.

Die Zivilisationskrankheit des 21. Jahrhunderts?

„Burnout“ gilt als die Zivilisationskrankheit des 21. Jahrhunderts. Unabhängigen Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland bis zu 20 Prozent der Erwerbstätigen unter dem Syndrom der „chronischen Erschöpfung“.

Kein Wunder, dass nicht nur neuartige Diagnose- und Therapiemuster wie Pilze aus dem Boden schießen, sondern auch skurrile Theorien zu den Ursachen kursieren. Hier setzt das sehr empfehlenswerte Buch „Burnout“ von Julia Scharnhorst an.

Unaufgeregt und mit präziser Argumentation

Unaufgeregt und mit der angemessenen präzisen Argumentation nähert sich die Autorin dem Phänomen und beschreibt, wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter im Unternehmen schützen und bei den ersten Anzeichen einer psychischen Erkrankung zur Seite stehen.

Bereits auf den ersten Seiten hebt sich das Buch wohltuend von dem Unsinn ab, der an Stammtischen verbreitet oder auch in Tageszeitungen veröffentlicht wird. Scharnhorst weist nach, dass Burnout keine neue Krankheitsform ist. Es gibt nicht einmal eine einheitliche Definition.

Burnout gab es schon vor 2000 Jahren

Fachleute stimmen lediglich darin überein, dass Burnout eine nahe Verwandtschaft zur Depression aufweist. Die soziale Etikettierung „Burnout“ aber macht das Leiden für die Betroffenen erträglicher – vor allem für Männer, die sich eine Depression nie eingestehen würden.

Quellen aus der Literatur und selbst der Bibel deuten darauf hin, dass die „lähmende Schwermut“ Menschen seit jeher befällt.

Missverhältnis von Engagement und Anerkennung

Gut: Auch der Mythos von der (zu) hohen Arbeitsbelastung als Ursache für Burnout wird kurzerhand über Bord geworfen. Tatsächlich ist das Krankheitsrisiko bei Menschen besonders groß, die ein eklatantes Missverhältnis aus Arbeitsengagement und Anerkennung empfinden.

Und zwar berufsübergreifend. Scharnhorst erläutert darüber hinaus die ersten Anzeichen („Gefährdungsbeurteilung“) einer psychischen Überlastung und erklärt den typischen, nachfolgenden Krankheitsverlauf „Aggression – Rückzug – Isolation“.

Erste Hilfe für Betroffene

Anhand zahlreicher Fallbeispiele und Checklisten erfahren Führungskräfte, wie sie ihre Mitarbeiter vor dem „Ausbrennen“ schützen und mit Feingefühl eingreifen, wenn die ersten Symptome einer Depression zutage treten:

Gespräch sofort suchen, „mehr fragen als reden, aktives Zuhören“. Und dann gemeinsam entscheiden, welche Schritte aus der Abwärtsspirale führen. Alles, was Betroffene sofort entlastet, ist dabei erlaubt.

Fazit

Ein solides Grundlagenwerk zum Umgang mit Burnout-Erkrankungen im Unternehmen. Verständlich geschrieben, seriös recherchiert. Ein wichtiges, überfälliges Buch für verantwortungsbewusste Führungskräfte und Betriebsräte, die den Begriff „Sorgfaltspflicht“ ernst nehmen.

Hier schreibt für Sie:

 

85 Oliver IbelshäuserOliver Ibelshäuser ist Journalist und Inhaber des Redaktionsbüros Text & Vision.

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