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Die unseriösen Methoden der Online-Marketeers: „Wir halten uns lieber vage“


Top500 & größtes englisches Blog zum deutschen Arbeitsmarkt (Quellen: DIE ZEIT, Wikipedia, dpa) mit News-Dienst Best of HR. Wir begleiten Kunden seit 15 Jahren im Wandel der Arbeitswelt - mit Beratung, Seminaren & passenden Locations.

Es gibt Online-Marketing-Agenturen wie Sand am Meer. Was wirklich dahinter steckt und welche negativen Konsequenzen das haben kann, für das Google-Ranking ebenso wie für die Qualität der Texte und des Blogs sowie für die eigene Reputation – darüber wird noch viel zu selten geredet.


Hier schreibt für Sie:

 

simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

Profil

Harte Fakten durch die Blume

Eine Sache, die mich beim Bloggen und gerade im Hinblick auf die Diskussion um Qualitätsjournalismus im Internet immer wieder ärgert, ist das unseriöse vorgehen einiger Online-Marketing-Agenturen, unbedarften Bloggern (oder solchen, die sie dafür halten) irgendetwas unredliches unterjubeln zu wollen. Vergangene Woche bekam ich folgendes Anfrage:

Hallo Simone,

auf deinem Blog informierst du mit Interviews und Beiträgen über die verschiednen Berufebilder, dazu passend würde unsere Redaktion sehr gerne einen gut recherchierten und qualitativ hochwertigen Gastbeitrag zum Thema „Bildung und Karriere“ für dich schreiben.

Dabei passen sich unsere Redakteure stilistisch an die zuvor verfassten Beiträge an und ihr erhaltet neben einer einmaligen Vergütung, einen erlesenen Beitrag, sowie die Möglichkeit zu einer langfristigen Zusammenarbeit. 🙂

Ich freue mich auf dein Feedback

viele Grüße aus xxx

Worum es eigentlich geht

Klingt ja erstmal super: Ich erhalte einen Gastbeitrag und bekomme auch noch Geld dafür – oder? Nun habe ich diesbezüglich bereits mein Erfahrungen. Und da der Herr so freundlich war „Trainee im Bereich Gastbeitrag und Seeding“ darunter zu schreiben, wusste ich relativ flott bescheid, um was es ging, hab mich aber erstmal blöd gestellt und nachgefragt – man gönnt sich ja sonst nichts:

Ergebnis der Recherche: Es geht darum, einen mit Keywords gespickten Text, die zum Teil mit Links unterlegt sind, zu platzieren. Also ein Link, so wurde mir auf explizite Nachfrage erklärt, verlinkt dann eben nicht einfach auf den Namen der zu bewerbenden Seite XY, sondern auf die Seite „XY mit  blauen Gummibärchen“ (oder so).

Wie wird man zur Nr. 1 für blaue Gummibärchen

Ziel ist, damit die Seite zum Begriff „blaue Gummibärchen“ bei Google nach vorne zu bringen. Da aber ein normaler Mensch eben direkt den Firmennamen, nicht aber die blauen Gummibärchen verlinken würde, fällt das auf. Vielleicht nicht dem Leser, aber Google. Und das führt zur „Abstrafung“ der Seite.

Und da Google gerade im Zuge einer Qualitätsoffensive beschlossen hat, Überoptimierungen abzustrafen, könnte ich mir vorstellen, dass diese SEO-Methode, die sicher bislang gut funktioniert hat, in Zukunft so ihre Tücken hat. Was sagt Ihr SEO-Experten dazu?

In vollem Bewusstsein unredlich und gesetzeswidrig

Abgesehen davon ist diese Art der bezahlten, aber nicht als solche gekennzeichneten Werbung nicht nur unredlich sondern nach Telemediengesetz § 5 auch gesetzeswiedrig. Dazu hatte ich in einem Blogpost über Textlinkverkäufe schon geschrieben.

Die Seeding-Agentur weiß indes offenbar ganz genau was sie tut und dass das für den Blogger Böse ausgehen kann. Auf meine Anfrage, doch etws konkreter zu werden, bekam ich folgende Antwort:

„ich wollte dich nicht verärgern mit meiner anfrage, wahrscheinlich kriegst du hunderte solcher Sachen . Wir benutzen die erste Ansprache  immer als Öffner, wir wollen ja die Blogger neugierig machen, 🙂 deswegen hält sich das ganze immer etwas vage.“

Toll. Vielen Dank für diese Bestätigung meiner These. Kann man Online-Marketing denn nicht einfach auf redliche Weise betreiben?

berufebilder

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Online-Marketing auf redliche Weise? Ich fürchte nicht…

    • Simone Janson

      Ich bin Idealist. Wenn sich z.B. alle ans Telemediengesetz halten würden, das die Trennung von Inhalt und Werbung vorsieht. Das man so brüsk die Leute verarscht, finde ich schlicht unmöglich.

      • bin da ganz einer Meinung mit dir. Meine persönliche Erfahrung ist aber auch, dass „zuviel“ Idealismus im „Alltag“ zermürbt – und davor versuche ich mich zu schützen. Die Verarschungen die du ansprichst sind auf Dauer anders vielleicht nicht zu ertragen.
        Solche Praktiken zeigen einmal mehr nur, wie verzweifelt manche schon sind, um an mehr Geld zu kommen (das heißt bei vielen sicher nicht, reich zu werden). Ich würde mich nicht ohne weiteres trauen, zu behaupten, dass ich in so einer Position am Ideal vom würdevollen Umgang festhalten würde, der für mich grundsätzlich nicht verhandelbar ist.

        Meine persönliche Erfahrung zur Kommerzialisierung von Medien ist: entweder man lässt sich rundlutschen, ist ein Masochist oder steigt aus. Ich war erst ein Masochist und dann bin ich ausgestiegen.

        • Simone Janson

          Ich gebe dir recht, zuviel Idealismus ist auch nicht gut. Ich war zeitweise etwas weniger idealistisch und auf dem Weg zum Zyniker, das ist auch keine Lösung.
          Geile Aussage – vom Masochist zum Aufsteiger.
          Der Eindruck, was für arme Schweine diese Suchmaschinenoptimiere sind, überkommt mich auch des öfteren. Ich kenne aber mindestens einen, der sehr gut damit verdient..

  2. Hostme4You

    Die unseriösen Methoden der Online-Marketeers: “Wir halten uns lieber vage” #g

  3. Liane Wolffgang

    Die unseriösen Methoden der Online-Marketeers: “Wir halten uns lieber vage”: Es gibt Online-Marketing-Agenturen …

  4. Simone Janson

    Die unseriösen Methoden der Online-Marketeers: “Wir halten uns lieber vage” #g

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